Gestutzt, aber nicht gestoppt

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Anwohner, Straßen, Kanalnetz und Natur werden überlastet, sagen die einen zum geplanten Baugebiet „Untere Au“ nördlich von Ay. Das Viertel mit Einfamilien-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern sei notwendig, um Sendener in der Stadt zu halten und günstigen Wohnraum für Zugezogene zu schaffen, sagen die anderen. Es wird also munter diskutiert über das erste größere Baugebiet für Ay seit Jahren. Auch die Stadträte sind nicht einer Meinung, das wurde am Dienstag im Bauausschuss deutlich: Fünf Mandatsträger stimmten dagegen, dass die vorgebrachten Einwände nun als berücksichtigt gelten sollen und der Bebauungsplan mit einer kleinen Änderung erneut ausgelegt werden soll. Die Mehrheit indes war dafür, dass Verfahren weiter voranzutreiben.

Vor der Abstimmung hatte Thomas Häußler vom Planungsbüro Zint die „vorgebrachten Äußerungen zur frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“ vorgelesen und kommentiert. Zur Kritik, es werde am Ortseingang zu hoch geplant, sagte er: Es solle bei maximal vier Stockwerken entlang der Freudenegger Straße bleiben. Allerdings solle die zulässige Gebäudehöhe entlang von vorgesehenen 14,50 Meter auf 12,80 Meter reduziert werden. Und zum Spielplatz in der süd-östlichen Ecke des Plangebietes sollen nur drei Etagen auf höchstens 10,50 Meter erlaubt werden. „Um einen besseren Übergang zur bestehenden Bebauung zu erreichen.“ Weitere Spielplätze seien im Plangebiet übrigens möglich.

Zum Verkehr sagte Häußler, die Zunahme sei zumutbar, die Straßen  ausreichend. Den Eingriff in die Natur nannte er „nicht erheblich“, zumal der Baumbestand zur Waldparksiedlung weitgehend erhalten bleibe. Der Sportbetrieb des benachbarten FV Ay überschreite zwar an Sonn- und Feiertagen die Grenzwerte um zwei Dezibel, das sei aber „nicht relevant“. Überschwemmungsgebiet sei die Fläche nach einer neuen Einstufung nicht. Und der bestehende Hauptsammler, ergänzte Rainer Löhle von der Stadt, packe das dazukommende Schmutzwasser locker. Es sei aber, ergänzte Bürgermeister Raphael Bögge, weiterhin vorgesehen, einen neuen Sammler gen Kläranlage Neu-Ulm zu bauen.

Während Georg Schneider, SPD, den geänderten Entwurf einen „guten Kompromiss“ nannte, um wirtschaftlich und zugleich barrierefrei in die Höhe bauen zu können, waren andere skeptisch. Helmut Meisel von den Grünen etwa haderte unverändert mit den sechs großen Mehrfamilienhäusern: „Es kann nicht sein, dass wir den Ortsrand mit viergeschossigen Gebäuden zustellen. Eigentlich steigert sich die Bebauung zur Ortsmitte hin.“ Walter Wörtz, CSU, zeigte sich verwundert von dieser Stellungnahme: Normalerweise seien doch die Grünen dafür, verdichtet zu bauen, um weniger Fläche zu verbrauchen. Hohe Häuser seien allenfalls eine „optische Beeinträchtigung“ für Autofahrer. „Wir müssen endlich die Voraussetzung für bezahlbaren Wohnraum schaffen und nicht nur darüber reden.“

Nun wird der leicht geänderte Entwurf (Gebäudehöhe) erneut ausgelegt. Alle Betroffenen und die Träger öffentlicher Belange dürfen sich nochmal dazu äußern. Der nächste Schritt ist dann der Satzungsbeschluss.

Platzmangel Viele Familien seien in den vergangenen Jahren  aus Senden und Ay weggezogen, weil es kein Bauland gegeben habe. Dabei müssten neue Einwohner her, um Kindergarten und Grundschule voll zu bekommen. So sehen es die Befürworter des Baugebiets. Kommt die „Untere Au“, so entstehen rund 4,5 Hektar Bauland. Das reicht für bis zu 140 Wohneinheiten oder rund 250 Menschen.

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