Gerd Müller nimmt Stellung zu Flüchtlingsthemen

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Bundesminister Gerd Müller in Illertissen.  Foto: 

Mit einer halben Stunde Verspätung rollte die schwarze Limousine von Gerd Müller, dem Chef des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, auf den Parkplatz des Sparkassen-Kompetenzcenters in Illertissen. Der Grund war vom mitreisenden Bundestagsabgeordneten Georg Nüßlein mit einem Stau auf der Autobahn schnell erklärt. Ebenso flott begrüßte seine Abgeordnetenkollegin Katrin Albsteiger die Lokalpolitiker und Hausherr Armin Brugger.

Dass sich das Warten für die gut 50 Interessierten gelohnt hat, zeigte der lang anhaltende Applaus und die rege Diskussion im Anschluss an den kurzweiligen Vortrag des Bundesministers – mit gekonnten Vergleichen und seiner lockeren Art überzeugte der 61-Jährige von Anfang bis Schluss.

Thematisch in den Mittelpunkt rückte der gebürtige Krumbacher dabei vor allem die Ursachen der Fluchtbewegungen und das deutsche Engagement in der weltweiten Entwicklungszusammenarbeit. „Wenn wir die Probleme nicht dort lösen, wo sie entstehen, kommen sie früher oder später zu uns“, ist sich Müllet sicher, deshalb redeten er und sein Ministerium nicht, sondern würden handeln. Als Beispiele nannte Müller neben Klinikpartnerschaften zwischen deutschen und nordafrikanischen Krankenhäusern auch Kooperationen im wirtschaftlichen Bereich – angefangen bei der Beseitigung von Müllproblemen in libyschen Flüchtlingslagern bis hin zur Installation von Solarkraftwerken in Marokko. Und auch die Hungerproblematik könne in Afrika zur Gänze beseitigt werden, wenn vor Ort die entsprechenden Gegebenheiten geschaffen würden, fährt der Bundesminister fort. „Mit dem richtigen Saatgut und Zuchtmaterial kann Afrika Selbstversorger werden“, sagt er, denn schon ein Bruchteil der europäischen Ertragssteigerungen der vergangenen Jahre würden ausreichen, um den Kontinent autark zu machen.

Mindestens ebenso wichtig wie die Förderung der Selbstständigkeit sei aber auch der faire statt freie Handel mit diesen Ländern, unterstreicht Müller, denn nur wenn die Produzenten und Menschen vor Ort von ihrer Arbeit leben können, werde die Armut besiegt. Eine weitere Herausforderung sieht Müller in der rapide anwachsenden Weltbevölkerung, die täglich um 250 000 Menschen steigt, sowie in den aktuell 30 Millionen Klimaflüchtlingen.

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