Gemeinsam: Narren plus Musikschule

In Senden machen zwei Institutionen gemeinsame Sache: Erst spendeten die Narren für junge Musiker, nun begleiten Musikschüler einen Narren-Termin.

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Es begab sich zur Zeit des 30-Jährigen Krieges, dass der "Zoller-Hannes", der in Senden die Steuern und den Radzoll für Österreich eintrieb, und die Weber von Weißenhorn aneinandergerieten. Denn die gewitzten Weber hatten einfach über einen Umweg über Witzighausen, Hittistetten, Aufheim und Hausen gewählt, um ohne Zollzahlung auf den Markt nach Ulm zu kommen. Diese Auseinandersetzung, die recht fürchterlich gewesen sein soll, ist die Gründungsgeschichte der Narrenzunft Senden. Und eben diesen Streit werden die Vereinsmitglieder beim Häsabstauba am Dienstag, 5. Januar, vor dem Sendener Rathaus aufführen - zum zweiten Mal schon, aber mit einer noch nie dagewesenen Begleitung.

Wie Vorsitzender Thomas Rupprecht berichtet, wird das Orchester der Musikschule Senden die Darbietung musikalisch begleiten. Der Auftritt der Band kommt nicht von ungefähr, sie ist sozusagen ein Dankeschön für eine kleine finanzielle Unterstützung seitens der Zunft. Diese hat nämlich, wie berichtet, eines der drei 500-Euro-Stipendien gesponsert, die der Förderverein der Musikschule kürzlich an drei talentierte Nachwuchsmusiker verliehen hat. Symbolisch wird Rupprecht den Spenden-Scheck am 5. Januar nochmal an den Vereinsvorsitzenden Daniel Knecht überreichen. Der Narrenzunft-Chef freut sich über die Zusammenarbeit der beiden Sendener Institutionen: "Vielleicht kann man aber zukünftig eine kleine Gemeinschaftsveranstaltung daraus machen", sagt er.

Weniger harmonisch ging laut Überlieferung die Beziehung zwischen "Zoller-Hannes" und den Webern weiter: Nachdem der Zolleintreiber die Weißenhorner weiterhin wüst beschimpfte, beschwerten diese sich beim Stadtrat von Weißenhorn, der die ganze Sache an den Vorgesetzten des "Zoller-Hannes" weitergab. Dieser befahl dem "Zoller-Hannes", dass er sich gefälligst entschuldigen solle - was er denn auch tat. Und bald begleitete ihn nur noch ein Spottgesang auf seinen Wegen, der heute der Ruf der Sendener Narren ist: "Weber, Weber, zahl dr' Zoll - dann han i bald mein Beutel voll!"

Info Die Aufführung des historischen Hintergrundes der Narrenzunft vor dem Rathaus beginnt am Dienstag um 18 Uhr, Dauer: 20 Minuten.

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