Gelungenes Comeback

5000 Besucher feierten beim Altstadtfest friedlich und ausgelassen in den historischen Gassen Weißenhorns bis spät nach Mitternacht. Probleme gab es allerdings mit der Einführung des Bonsystems.

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Mit viel Musik feierten die Weißenhorner ihr Altstadtfest. Foto: Matthias Sauter

Die Macher des Altstadtfests hatten den richtigen Riecher. "No risk, no fun", sagte Hermann Reiter, der Sprecher der Altstadtfest GbR, am Samstagmorgen, als sich die Organisatoren für das Fest entschieden. Er sollte recht behalten. "Ich wollte das Fest nach den ganzen Querelen mit der Stadt im vergangenen Jahr und dem Ausstieg des TSV aus der GbR heuer erst recht durchführen", sagte Reiter. Es wurde eine Riesenfeier. 5000 Menschen feierten ausgelassen bis spät in die Nacht.

Erst vergangene Woche hatte die Stadt die Ausschankgenehmigung von 1.30 Uhr auf 0.45 Uhr verkürzt, was bei Reiter für Verärgerung sorgte. Spätestens ab Samstagmittag war die Laune wieder bestens, Um 19 Uhr waren schon mehr als die Hälfte der 750 Bierbänke besetzt, gegen 21 Uhr war das Gelände proppenvoll. Die Weißenhorner Altstadt glich einer Partymeile.

Auf dem Kirchplatz unterhielt zunächst die Weißenhorner Stadtkapelle, ab 20 Uhr übernahm die Blaskapelle Unterroth. Anfangs spielten die Unterrother traditionelle Polkas wie den "Böhmischen Traum" oder die "Vogelwiese", im zweiten Teil waren dann aktuelle Lieder von den Toten Hosen oder Michel Teló zu hören. Eine Mischung ganz nach dem Geschmack von Hermann Reiter: "Die Kapelle passt perfekt zum Altstadtfest, weil sie Musik für alle Altersgruppen auf Lager hat."

Für die Sicherheit beim Altstadtfest war neben der Polizei zum ersten Mal 16 Securitys verantwortlioch. Sie hielten sich in der Nähe der Bars auf, kontrollierten Rucksäcke und halfen beim Abtransport des Geldes. Alles im allem hatten die Sicherheitsmänner einen ruhigen Abend und mussten nur wenige Male eingreifen.

Ganz anders ging es hingegen bei den beiden Zentralkassen zu. Das neue bargeldlose Zahlungssystem hatte mit einigen Kinderkrankheiten zu kämpfen. An den Ständen konnte nicht mehr wie gewohnt mit Bargeld bezahlt werden. Stattdessen mussten zuerst Bons gekauft werden, die allerdings nicht immer mit den Preisen an den Ständen abgestimmt waren. Gerade in den Anfangsstunden fehlte es zudem an Wechselbons, was sich nach Aussage einiger Standbesitzer verkaufshemmend auswirkte. Auch viele Gäste waren nicht einverstanden mit der Regelung: "Zu umständlich" und ein "zu großer Aufwand", klagten sie. Besucher Benjamin Schneider stellte fest: "Wenn ich am Bierstand feststelle, dass mir 50 Cent fehlen, muss ich extra zur Zentralkasse laufen und dort wegen des großen Andrangs auch noch mehrere Minuten warten, bis ich den Bon bekomme. Dann kaufe ich lieber gar nichts."

Lange Schlangen bildeten sich außerdem vor den Essensständen, die diesmal nur in sehr geringer Anzahl vorhanden waren. "Nachdem die Einführung des Bonsystems bekannt wurde, haben uns leider alle Weißenhorner Metzger abgesagt", gestand Reiter ein. Die Folge war, dass nur ein Stand Würste und Steaks anbot und dort Wartezeiten von 30 Minuten an der Tagesordnung waren. Trotz aller Beschwerden verteidigte Reiter das Bonsystem: "Wir mussten das machen, damit die Umsätze der einzelnen Stände kontrollierbar sind. Darüber hinaus ist das System viel hygienischer."

Zuständig für die finanziellen Angelegenheiten beim Altstadtfest war Antonio Passaro vom FV Weißenhorn. Er fragte während des Festes die Gäste nach ihrer Meinung zum Bonsystem und beobachtete das Geschehen an der Zentralkasse aus nächster Nähe. Im kommenden Jahr möchte er genauso wie Reiter an den Zentralkassen festhalten, allerdings mit einigen Änderungen: "Wir wissen jetzt, wo die Engpässe sind und werden 2013 mehrere Kassen aufstellen. Ferner möchten wir die Bons besser an die Angebote der Stände anpassen."

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