Gartenmuseum kommt in Neubau

Das Ziel bleibt: Bis zur Illertisser Gartenlust im September soll das Museum für Gartenkultur stehen. Freilich anders als geplant. Wo ein historisches Gewächshaus stehen sollte, ist nun ein Neubau vorgesehen.

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Reinhard Hemmer: Bis zum September soll das Museum stehen. Archivfoto

An der Grundidee hat sich nichts geändert. Das auf der Illertisser Jungviehweide von der Stiftung Gartenkultur geplante Museum für historische Geräte, Pflanzensorten und Literatur soll auf jeden Fall auch äußerlich das Thema Garten vermitteln. Allerdings wird dazu nicht, wie geplant, ein altes Gewächshaus aus Diessen am Ammersee aufgebaut. Nach intensiven Gesprächen mit Mitarbeitern der Landesstelle für nichtstaatliche Museen haben sich die Vorstandsmitglieder der Stiftung, Reinhard Hemmer, Wolfgang Hundbiss und Dieter Gaissmayer, darauf geeinigt, ihr Projekt in einem Neubau zu realisieren. "Wir können jetzt alle Auflagen erfüllen und auch finanzielle Unwägbarkeiten ausschließen", begründete Hemmer die Entscheidung.

Eine der Auflagen lautete, dass die historischen Gartengeräte in einem lichtgeschützten Raum untergebracht werden müssen. Hemmer: "Klima, Entlüftung und Temperatur müssen stimmen, Feuchtigkeit muss entweichen können." Und: "Je mehr wir mit der Landesstelle für nichtstaatliche Museen ins Gespräch kamen, desto größer wurde unsere Skepsis, ob wir diese Auflagen in dem alten Glashaus erfüllen können." Die Befürchtungen: Der finanzielle Rattenschwanz könnte länger und länger werden, je weiter das Projekt gedeihen würde.

So entstanden die neuen Pläne: In einem 60 Meter langen T-förmigen Bau werden nun Museum, Museumsshop, Café, Bibliothek, Lesesaal, Lagerraum, Büro und Toiletten untergebracht. Das Museum ist lichtgeschützt, der anschließende Teil wird aus viel Glas bestehen, "eben einem Gewächshaus nachempfunden, so dass der ursprüngliche Gedanke erhaltenbleibt", wie Reinhard Hemmer betont.

Das mit viel Aufwand vom Ammersee nach Illertissen transportierte historische Gewächshaus wollen die passionierten Sammler Hemmer, Hundbiss und Gaissmayer wenigstens noch in Teilen integrieren. "Und wenn es nur das Gerüst davon wäre, das dann von Pflanzen umrankt und als Sitzplatz gestaltet werden könnte, denn wir hängen doch sehr an dem Teil."

Wie berichtet, haben im November die Stadt Illertissen, der Kreis Neu-Ulm und der Bezirk Schwaben zugesagt, die mit 715 000 Euro bezifferten Bau- und Ausstattungskosten mit maximal 70 000 Euro zu bezuschussen. 25 000 Euro stellte zudem die Bayerische Sparkassenstiftung zur Verfügung. Vom Kulturfonds Bayern soll noch der Löwenanteil der Zuschüsse in Höhe von voraussichtlich 162 000 Euro kommen. Das Grundstück, auf dem das Museum stehen soll, wurde von der Stadt Illertissen zunächst für 30 Jahre gepachtet. Wie Hemmer mitteilt, wurde das Bauvorhaben inzwischen ausgeschrieben. "Wir wollen bald loslegen, bis zur Gartenlust soll das Haus zumindest so stehen, dass es benutzt werden kann."

Freilich ist ihm klar, dass es bis dahin noch nicht als Museum bestückt sein wird. "Dazu ist die Zeit zu knapp, das wollen wir dann bis zum nächsten Frühjahr schaffen." Immerhin sind schon rund 6000 Ausstellungsstücke aus verschiedenen europäischen Ländern und aus anderen Kontinenten vorhanden.

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