Ganztag in Schulen: Run auf Plätze in Weißenhorn

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Zum Anmeldestart für den offenen Ganztag an den Weißenhorner Grundschulen haben sich gestern Früh lange Schlangen vor dem Rathaus gebildet. In den sozialen Netzwerken machten die Betroffenen ihrem Unmut Luft, nannten das Prozedere „unglaublich“. Der Grund für den Ärger liegt darin, dass nicht alle einen Betreuungsplatz für ihr Kind bekommen werden: Das Raumangebot an beiden Grundschulen reicht nicht aus, um die Nachfrage zu decken.

Im Herbst hatte der offene Ganztag die bisherige Mittagsbetreuung an den Grundschulen abgelöst, Eltern müssen seither nur für eine Betreuung über 16 Uhr hinaus und für das Mittagessen zahlen. Für das kommende Schuljahr habe sich bereits abgezeichnet, dass „es zu viele Anfragen geben wird für die räumlichen Kapazitäten“, erklärte gestern Hauptamtsleiterin Melanie Müller. Deshalb hätten Schulleitungen, Schulamt und Bürgermeister Wolfgang Fendt entschieden, „die Betreuungsplätze nach Eingang der Anmeldung“ zu vergeben. Die Stadtverwaltung nehme  die Anmeldungen entgegen, um die Schulsekretariate zu entlasten.

System schwer zu durchschauen

Eine Auskunft darüber, ob ihr Kind einen Betreuungsplatz bekommt oder nicht, bekamen die Eltern gestern nicht. Auf den Anmeldungen wurden  lediglich Datum und Uhrzeit des Eingangs vermerkt. Sobald am Dienstag die Anmeldefrist abgelaufen ist, werden die Unterlagen an die Grundschulen weitergeleitet, die dann über Zu- oder Absagen entscheiden.

Wie viele Kinder leer ausgehen, lasse sich noch nicht sagen. Das hänge stark vom Buchungsverhalten der Eltern ab: „Es kommt darauf an, für wie viele Tage jeweils gebucht wird.“ So könne es sein, dass ein Betreuungsplatz auf zwei Familien aufgeteilt werden könne, wenn jedes Kind den offenen Ganztag nur zwei Tage besuche.

Dass das System für Eltern „schwer zu durchschauen“ ist, räumt Melanie Müller ein. „Man muss sich Gedanken machen, wie das Platzangebot für die neuen Betreuungsformen in Zukunft aussehen wird.“

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Kommentare

04.04.2017 17:03 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Die Knder selber betreuen?””

Planet Erde 1998

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04.04.2017 16:25 Uhr

Antwort auf „Die Knder selber betreuen?”

Auf welchem Planeten leben Sie denn?

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04.04.2017 14:30 Uhr

Die Knder selber betreuen?

Für Alleinerziehende halte ich das Angebot durchaus für sinnvoll. Als Paar kommt man sicherlich nicht in Existensnot, wenn Einer nur Halbtags arbeitet und sich Nachmittags selbst um das Knd kümmert. Man fragt sich inzwischen schon, warum Leute Kinder bekommen. Um sie anschließend in kommunalen Einrichtungen abzugeben und möglichst schnell wieder voll arbeiten gehen zu können? Wie fühlt sich ein Kind, dass ständig abgeschoben wird und mit seinen Eltern lediglich eine Wochenend- und Urlaubsbeziehung führen darf?

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04.04.2017 12:28 Uhr

Katastrophale Zustände

Auch ich war gestern dort. Die Verantwortlichen sollten sich schämen oder noch besser: ersetzt werden.

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04.04.2017 12:15 Uhr

Zustände wie in der ehemaligen DDR und Spiel mit der Existenzangst

Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal mit einem Zettel in der Hand, der nur persönlich abzugeben ist, morgens um 7.50 Uhr in einer Schlage stehe, die vom Rathaus bis an die Kirche reicht. So müssen sich wohl die Menschen in den Diktaturen gefühlt haben, wenn sie für Bananen oder sonstige Lebensmittel anstehen mussten. Nur mit dem Unterschied, dass man hier nicht in der Kälte für einen "Luxusartikel" ansteht, der einem das Leben erleichert, sondern für die Kinderbetreuung.

Und wer zu spät kommt, kann wirklich etwas verlieren, nämlich seinen Job und die Existenz. Am 03. + 04. April 2017 konnte man persönlich seine Anmeldung im Rathaus in Weißenhorn abgeben, doch wer schon am 03.04.2017 nach 8.30 Uhr sich in die extrem lange Schlange gesellte, für den war es vielleicht schon zu spät und kann nun schauen, wie man Beruf und Kind für 2017/2018 unter einen Hut kriegt.

Um 7.50 Uhr reichte die Schlange bereits bis zur Kirche. Um 8.00 Uhr öffnete das Rathaus die Tore. Um beim nächsten Mal auf den vorderen Plätzen zu stehen, die vermutlich die Kinderbetreuung und die Existenz garantieren, sollte man die Nacht zuvor ein Zelt aufschlagen und die Reihe um 6.00 Uhr beginnen. Ähnlich wie wir es von den neuen iPhone-Modellen vor den Apple-Stores kennen. Nur geht es hier wie gesagt um mehr als Bananen oder Smartphones. Nach 1 Stunde und 10 Minuten war es 9.00 Uhr und ich konnte endlich zur Arbeit fahren und dort zu spät erscheinen.

In so einer Stadt kann man sich nur wohlfühlen!

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