Freiheitsstrafe nach Raub in Roggenburg

Ein Rumäne muss eine eineinhalbjährigen Freiheitsstrafe verbüßen. Er hatte in Roggenburg eine 68-Jährige beraubt. Die Beute: 60 Euro.

|

Zu eineinhalb Jahren Freiheitsstrafe wegen Raubs und räuberischen Diebstahls hat das Schöffengericht Memmingen am Montag einen 35-jährigen Rumänen verurteilt. Der Mann hatte im Roggenburger Ortsteil Schießen im März eine Rentnerin beraubt. Die 68-Jährige hatte dessen Ehefrau und Kind die Wohnungstür geöffnet. Die Ehefrau bat um etwas zu Essen. Nachdem die Rentnerin ein Tüte mit Süßigkeiten übergeben hatte, machte die Frau gestikulierend klar, dass sie auch Geld benötige. Wie die Rentnerin vor Gericht aussagte, sei sie daraufhin ins Wohnzimmer gegangen, wo sie in einer Schatulle Münzgeld aufbewahrte. Während sie das Geld holte, sei der Angeklagte in die Wohnung gekommen. Er griff sich das Geld und schubste die alte Frau auf ein Sofa. Die Frage von Richter Nicolai Braun, ob sie verletzt worden sei, verneinte die 68-Jährige. Ein wenig erschreckt sei sie gewesen.

Die Familie war mit der Beute, etwa 60 Euro, geflohen und hatte sich zu einer Bushaltestelle abgesetzt. Ein Polizist, der zufällig in seiner Freizeit in Schießen unterwegs war, traf die aufgeregte Rentnerin. Er setzte danach die Familie an der Bushaltestelle fest, bis seine Kollegen aus Weißenhorn eintrafen. Der Angeklagte gab an, weder schreiben noch lesen zu können. Er sei drei Wochen zuvor mit seiner Familie nach Deutschland gekommen, um zu betteln und Gelegenheitsbeschäftigungen nachzugehen. In Rumänien stand er zur Tatzeit wegen Handgreiflichkeiten unter Bewährung. Die Staatsanwaltschaft plädierte auf eine Haftstrafe von einem Jahr und vier Monaten ohne Bewährung. Rechtsanwalt Thomas Braun betonte, es handle sich um einen minderschweren Fall und wies auf die geringe Summe der Beute hin. Niemand sei verletzt worden. Er forderte, das Strafmaß zur Bewährung auszusetzen. Das Gericht legte die Strafe jedoch auf eineinhalb Jahre ohne Bewährung fest. „Die Frau wollte helfen, und so eine Person wird dann noch überfallen", sagte Richter Braun. Überdies habe der Angeklagte die Rentnerin weggeschubst. Der Richter: Wäre mehr Geld da gewesen, hätte der Angeklagte auch mehr geraubt.

Abonnieren Sie das kostenlose Morning-Briefing aus der Chefredaktion
Damit starten Sie top informiert in den Tag. Außerdem im Newsletter: Die Wettervorhersage und die aktuelle Verkehrslage in der Region.
» zur Registrierung

Noch kein Kommentar

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar

noch 3000 Zeichen
Mit Ihrem Kommentar akzeptieren Sie unsere Netiquette

Für registrierte Nutzer

Melden Sie sich an und schicken Sie Ihren Kommentar ab:

Für noch nicht registrierte Nutzer

Registrieren Sie sich kostenlos, um Ihren Kommentar abzuschicken:

Ich bin damit einverstanden, dass die Neue Pressegesellschaft mbH & Co. KG und ihre Tochterunternehmen mich schriftlich (per E-Mail oder Brief) oder telefonisch über ihre Medienangebote und kostenlose Veranstaltungen informieren dürfen. Meine Daten dürfen zu diesem Zweck gemäß den Bestimmungen des BDSG gespeichert, verarbeitet und genutzt werden. Die Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.
Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. *

Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:

neu laden
Content Management by InterRed GmbH Logo
weiter zur Startseite

Mieter entsetzt über Kahlschlag in grüner Oase

Mieter einer Villa am Michelsberg sind entsetzt über den Kahlschlag ihrer Grünflächen, die eine Oase für Pflanzen und Tiere gewesen sein soll. Die Ulmer Wohnbaugenossenschaft UWS hat die Maßnahmen angeordnet. weiter lesen