Freie Wähler: Kritik an Personalpolitik im Nersinger Rathaus

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Heike Ritter wurde erneut zur Vorsitzenden der Freien Wähler gewählt. Foto: Andreas Spengler  Foto: 

In der Mitgliederversammlung der Freien Wähler in Nersingen zeigten sich Konstanten und Veränderungen: „Wir werden immer weniger“, sagte Vorsitzende Heike Ritter am Donnerstagabend in Unterfahlheim. Aktuell zählt der Wählerverein 44 Mitglieder. Voriges Jahr waren es noch 50. In Zukunft wolle man stärker um junge Mitglieder werben. Für die Konstante sorgte sie selbst: Einstimmig wurde sie als erste Vorsitzende wiedergewählt, ebenso ihr Stellvertreter Max Mayer. Im Amt bleiben auch die erweiterten Vorstände Günter Ritter und Hans Werner Semrau.

Gemeinderat Max Mayer blickte in einer Rede indes auf die Entwicklungen in dem Nersinger Gremium zurück. Als Vertreter des Fraktionsvorsitzenden Josef Klein betonte Mayer das „gute kollegiale Klima“ im Rat. Vor allem der Umgang mit der Flüchtlingskrise sei „vorbildlich“ gewesen. Den Ehrenamtlichen gebühre „Lob und Anerkennung“. Momentan sind knapp die Hälfte der Plätze in der Unterfahlheimer Einrichtung frei, jedoch zeichne sich ab, dass vor allem syrische Asylbewerber ihre Familien nachholen könnten. Dann sei es notwendig, neue Plätze zu schaffen.

Im Hinblick darauf begrüßte Vize-Chef Mayer die angedachte Kooperation mit der Nuwog-Land. Davon erhoffe er sich, dass weiter bezahlbare Sozialwohnungen geschaffen werden.

Positiv sah Mayer auch die Folgen der Richtlinie zur Baulandausweisung. Die sei ein „ansehnlicher Erfolg“, schließlich hätten sich aus allen Ortsteilen Grundstückseigentümer gemeldet, auch die Nachfrage sei gestiegen. Zustimmung gab es ferner für die Gewerbegebiete in Straß bei der Moschee mit der Airbus-Einrichtung und an der A7. „Riesen-Zukunftschancen“ könnten sich daraus ergeben, sagte Mayer.

Sorge um Haushaltsplan

Kritik äußerte der Vorstand vor allem an der Personalpolitik im Nersinger Rathaus. In den vergangenen acht Jahren haben fünf Kämmerer in der Kommune ihre Arbeit aufgenommen und nach kurzer Zeit wieder aufgegeben. Eine Folge davon: Selbst die Jahresabrechnung von 2015 steht noch aus. „Wir sind gespannt, oder besser in Sorge, bis wann der Gemeinderat einen belastbaren Entwurf des Haushaltsplans für 2017 vorgelegt bekommt“, sagte Mayer. Er forderte Bürgermeister Erich Winkler zum dringenden Handeln auf.

Deutliche Worte fand Mayer auch im Hinblick auf den Feuerwehrbedarfsplan in Nersingen. Das Ergebnis sei von den Beteiligten „nicht gewünscht“ und würde weder richtig akzeptiert noch nach Plan umgesetzt. „Das hätten wir auch ohne Beratungsfirma hingebracht“, kritisierte Mayer und erhielt dafür reichlich Applaus. Andreas Spengler

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