Form vor Funktion

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Fassadenmembran und gewelltes Lochblech: So könnte die Fassade des zu sanierenden Gebäudeteils am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium in Weißenhorn künftig aussehen. Foto: Nething Generalplaner  Foto: 

Die futuristische Lösung aus gewelltem Aluminium-Lochblech oder die klassische Variante mit vorgehängten Kunststoffplatten? Darüber, wie die Fassade des zu sanierenden Gebäudeteils am Weißenhorner Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium künftig aussehen soll, lieferten sich die Kreisräte des Bauausschusses und des Schulausschusses  harte Auseinandersetzungen. Während die einen mehr Wert auf gestalterische Elemente legten, warnten die anderen vor möglichen Folgekosten.

Architekt Michael Kuderna vom Planungsbüro Nething Generalplaner hatte den Kreisräten am Donnerstag eine „lebendige Außenhaut“, bestehend aus einer Fassadenmembran und einem gewellten Lochblechaufsatz vorgeschlagen. „Das Gebäude soll interessant wirken, neugierig machen und eine gewisse Frische erzeugen“, sagte Kuderna. Die Fassadenmembran sei in verschiedenen Farbausführungen zu erhalten, mit dem gewellten Lochblech darüber entstünden ein „interessantes Farbenspiel und eine Lebendigkeit in der Fasssade“, sagte der Planer. Darüber hinaus erfülle das Lochblech eine Schutzfunktion und bewahre die Membran vor Beschädigungen und übermäßiger Witterung.

Verformbar, schwer zu reinigen

Das stellte Kreisrat Wolfgang Schrapp (Freie Wähler) in Frage. Er plädierte für ein Lochblech aus Stahlblech, das sei stabiler. „Die Verformungen, die bei Aluminium entstehen wenn etwa ein Ball dagegen fliegt sind nicht zu unterschätzen“, sagte Schrapp. Dass auch die Reinigung des Lochbleches schwierig sei, musste Planer Kuderna auf Nachfrage von Helmut Meisel (Grüne) zugeben. Die Fassade dürfe nicht abgedampft werden sondern müsse mit Bürsten gereinigt werden um die Membran nicht zu beschädigen.

Wolfgang Schrapp stellte außerdem die Lebensdauer der Lochblechlösung in Frage: „Wir können uns die Fassade nicht leisten. In 15 Jahren muss sie komplett runtergerissen werden.“ Kreisbaumeister Rudolf Hartenberger hielt jedoch dagegen, dass bei Beschädigungen auch Teile der Fassade erneuert werden könnten. „Das wird bei klassischen vorgehängten Fassaden ebenso gehandhabt“, sagte Hartenberger. Helmut Meisel scheiterte mit einem Antrag, beide Fassadenlösungen noch einmal gegenüber zu stellen und erneut zu beraten. Sowohl Bauausschuss als auch Schulausschuss sprachen sich mehrheitlich für die vom Planer vorgeschlagene Lösung aus.

Moleküle an der Decke

Unstrittig war die Gestaltung im Innenbereich des süd-östlichen Schulbaus, der vor allem naturwissenschaftliche Unterrichtsräume beherbergt. Dort soll durch verschiedene Materialien in der Deckenkonstruktion die Form von Molekülen eingearbeitet werden – die Verbindungsstücke zwischen den einzelnen Atomen sollen durch Leuchtelemente dargestellt werden. Das Treppenhaus könnte außerdem im Rahmen eines Kunstprojekts gestaltet werden.

Dass die Vorschläge der Planer in den Schulgremien beraten wurden, sagte Schulleiter Klaus Schneikart: „Sie haben uns gut gefallen.“ Er plädierte ebenfalls für eine farbenfrohe Fassade: „Es kann die Kreativität der Schüler anregen, wenn sie nicht nur auf Beton schauen.“

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