Flüchtlinge kommen in Sportstätte der Berufsschule Illertissen

Nach der Berufsschul-Turnhalle in Neu-Ulm muss ab August eine zweite Sporthalle im Kreis Neu-Ulm für die Aufnahme von Flüchtlingen bereitgestellt werden: die Turnhalle bei der Berufsschule in Illertissen.

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Die Turnhalle der Berufsschule Neu-Ulm wurde im Mai für Flüchtlinge vorbereitet, nun passiert dies in der Berufsschul-Turnhalle in Illertissen.  Foto: 

Laut Peter Dieling, Jurist im Landratsamt, ist die Entscheidung "unumgänglich": In der Turnhalle der Berufsschule Illertissen werden Flüchtlinge untergebracht. Dass dies voraussichtlich ab Anfang August notwendig werden wird, hat das Landratsamt am Mittwochnachmittag mitgeteilt. Dieling erklärte dazu: Dem Landkreis würden Woche für Woche immer mehr Flüchtlinge zugeteilt, nun reiche der angemietete und der anmietbare Wohnraum nicht mehr aus. In der Illertisser Turnhalle sei Platz für rund 70 Menschen.

Die Sportstätte wird bereits für die Unterbringung der Asylbewerber vorbereitet: Es werden Betten beschafft, die Essensversorgung geregelt, die sanitären Anlagen installiert, Elektroanschlüsse verlegt sowie ein Sicherheitsdienst engagiert. Für den Schul- oder Vereinssport sowie andere Veranstaltungen steht die Turnhalle damit nicht mehr zur Verfügung - wie seit Mitte Juni die Turnhalle bei der Berufsschule in Neu-Ulm. Dieling: "Die Belegung der zweiten Halle macht uns allen keine Freude, mangels Alternativen bleibt uns aber keine andere Wahl."

Der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen wird in einer Pressemitteilung des Landratsamtes mit den Worten zitiert, nur mit der Belegung der landkreiseigenen Turnhalle könnten die zugewiesenen Asylbewerber untergebracht werden. Im Rathaus werde daran gearbeitet, allen betroffenen Vereinen weiterhin eine Übungsfläche zur Verfügung stellen zu können. Eine Idee lautet, die Belegungszeiten der Dreifachhalle des Kollegs der Schulbrüder anders aufzuteilen.

Die Turnhalle der Berufsschule in Neu-Ulm ist zurzeit mit rund 130 Menschen belegt, 40 Plätze sind noch frei. Derzeit kommen aber Woche für Woche etwa 40 neue Flüchtlinge in den Landkreis. Das Landratsamt sucht händeringend nach Unterkünften. Dieling schloss am Mittwoch nicht aus, dass weitere kreiseigene Turnhallen mit Flüchtlingen belegt werden müssen. Konkrete Pläne dafür gebe es aber nicht.

Flüchtlinge ziehen von Neu-Ulm nach Nersingen

Umzug Weil zu wenige Unterkünfte im Landkreis für den Flüchtlingsstrom bereit stehen, sind in der Turnhalle an der Ringstraße in Neu-Ulm derzeit rund 130 Flüchtlinge notdürftig untergebracht. Für 35 Syrer und 5 Afghanen werden sich die Wohnbedingungen nun verbessern: Sie ziehen am Donnerstag in die neue Unterkunft für Asylbewerber im Nersinger Ortsteil Unterfahlheim.

Ablauf Am Mittwoch hat Jürgen Offenwanger vom Landratsamt Vertretern der Gemeindeverwaltung, des Helferkreises Asyl und der Medien die generalsanierten Räume gezeigt. Zwei bis fünf Leute werden sich dort ein Zimmer teilen. Insgesamt ist Platz für 94 Asylbewerber. Aus "organisatorischen Gründen" seien nicht alle Plätze auf einmal belegt worden. Wann die restlichen Flüchtlinge einziehen, ist unklar. In Neu-Ulm wird sich die Lage indes nicht entspannen: Sobald die 40 Flüchtlinge nach Nersingen umgezogen sind, werden gleich 40 neue in der Turnhalle untergebracht.

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