Fernwärme in Weißenhorn: Erste Gebäude sind am Netz

Die Arbeiten am Weißenhorner Fernwärmenetz liegen im Zeitplan. Die Leitung zur Stiftungklinik und zum Claretiner-Kolleg ist fertig, erste Häuser sind am Netz.

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Wird der Hauptabnehmer im neuen Weißenhorner Fernewärmenetz: die Stiftungsklinik Weißenhorn.  Foto: 

Jahrelang ist über die Nutzung der Abwärme des Müllheizkraftwerks in Weißenhorn diskutiert worden. Nun, gut sechs Monate nach dem Spatenstich, ist der Bau der Fernwärmeleitung in Weißenhorn weit fortgeschritten. Wie Bürgermeister Wolfgang Fendt mitteilt und Projektmanager Markus Hertel bestätigt, sind die ersten Gebäude in der Fuggerstadt bereits angeschlossen worden, unter anderem die Stiftungsklinik, rechtzeitig zu Beginn der Heizperiode. Die Hauptleitung vom Müllheizkraftwerk zum Claretinerkolleg, an der sich das Krankenhaus befindet, ist ebenfalls fertiggestellt.

Der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger bezeichnet den gut zehn Millionen Euro teuren Fernwärmebau als größtes klimaschutzpolitisches Projekt in der Geschichte des Landkreises – und als großen Wurf. Der Kreis arbeitet bei dem Vorhaben eng mit der Stadt Weißenhorn zusammen, nicht nur finanziell: Beide haben deshalb vor zwei Jahren die Fernwärme-Projektgesellschaft Weißenhorn (FWP) gegründet, die inzwischen nur noch Fernwärme Weißenhorn GmbH heißt (siehe Info-Kasten).

Diese Gesellschaft hat die organisatorischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen für die Verwirklichung des Vorhabens deutlich schneller geschaffen, als viele erwartet haben. „Alleine hätten wir das Projekt nicht stemmen können“, betont Rathauschef Wolfgang Fendt.

Und so glich Weißenhorn in den vergangenen Monaten einer Baustelle. In der Folge gab es – und gibt es noch – etliche Behinderungen. An vielen Stellen wurde gebuddelt und gebaggert, Meter für Meter wurden die Leitungen verlegt, Straßen und Bahnübergänge mussten immer wieder gesperrt werden. Was vor allem bei Anwohnern und Geschäftsleuten entlang der erschlossenen Trasse mitunter für schlechte Laune sorgte.

Immerhin sind die Bahnhofsstraße und die Günzburger Straße in der Innenstadt inzwischen wieder passierbar. Ein Ende der Arbeiten ist in der Maria-Theresia-Straße in Sicht. Dort wurde nicht nur die Fernwärmeleitung verlegt, sondern auch eine Wasserleitung und ein Kanal für Schmutzwasser. Demnächst soll die Straße asphaltiert werden.

In diesem Jahr noch werden weitere Gebäude in der Maximilian- und Lenbachstraße und im Spitalweg angeschlossen. Das aber ist noch nicht das Ende der Fahnenstange: Im kommenden Jahr soll Abschnitt zwei des Fernwärme-Projekts folgen, der die Verlängerung der  Leitung bis zum Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium vorsieht. Wie viele Privatkunden die Fernwärme Weißenhorn GmbH inzwischen hat, ist allerdings nicht bekannt. Die Erwartungen seien diesbezüglich bislang erfüllt worden, heißt es dazu vielsagend.

Weiterer Abschnitt geplant

Bauabschnitt Nummer drei folgt 2019. Dann wird die Weißenhorner Altstadt erschlossen, was die Planer vor die eine oder andere Herausforderung stellen dürfte. Denn die Stadt will eigenen Angaben zufolge verhindern, dass erst kürzlich für viel Geld sanierte Straßen und Plätze, der Hauptplatz oder die Memminger Straße etwa, wegen der Verlegung der Leitungen wieder aufgerissen werden. Die genaue Trassenführung für Abschnitt drei steht noch nicht fest, versichert Projektmanager Hertel. Er sagt: „Wir steigen demnächst in die detaillierte Planung ein“.

Ausstoß Nach Angaben der Betreiber des Weißenhorner Fernwärmeprojekts könnten im optimalen Fall – also bei der bestmöglichen Auslastung der Fernwärmeleitung in Bauabschnitt eins – 1650 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Das entspricht dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 235 Einfamilienhäusern. Hinzu werde die Feinstaubbelastung reduziert.

Vertreter Im Aufsichtsrat der Fernwärme Weißenhorn GmbH sitzen folgende Weißenhorner Stadträte: Franz-Josef Niebling (CSU), Herbert Richter (SPD), Werner Weiss (WÜW), Ulrich Hoffmann (ÖDP), Christiane Döring (Grüne). Darauf hat sich der Rat verständigt.

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