Fenster an Flüchtlingsheim eingeworfen

Im Schutz der Dunkelheit hat ein Unbekannter eine Scheibe des Asylbewerberheims in Elchingen eingeworfen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz...

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Einer heranfliegenden Flasche hatte die Fensterscheibe am ehemaligen Gasthof Adler in Unterelchingen in der Nacht zum Montag nichts entgegenzusetzen, sie ging zu Bruch. Der Täter entkam unerkannt. Der Landkreis Neu-Ulm hat den Gasthof und das dazugehörige Hotel angemietet, um darin Asylbewerber unterzubringen. In den vergangenen Tagen war der Adler mit Stockbetten und Möbeln entsprechend vorbereitet worden. Voraussichtlich noch in dieser Woche werden zunächst 20 Asylbewerber einziehen.

Es gebe derzeit keinen konkreten Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund, erklärte Polizeisprecher Stefan Elmer vom Präsidium Schwaben Süd/West. Die Tatzeit kann nur vage von Sonntagabend 20 Uhr bis 8 Uhr am Montagmorgen eingegrenzt werden. Die Ermittlungen übernimmt die Abteilung Staatsschutz der Kriminalpolizei Neu-Ulm. Das sei bei Taten üblich, bei denen ein ausländerfeindlicher Hintergrund nicht ausgeschlossen werden kann.

Inzwischen hat die rechtsextreme NPD das Thema für sich entdeckt: Der Kreisverband hetzt in einem Flugblatt - das laut Partei am Sonntagabend in Unterelchingen verteilt wurde - gegen die Asylbewerber.

Viele Anwohner befürchten, dass im Adler eine "Massenunterkunft" mit 80 Asylbewerbern oder mehr entsteht, die die "Dorfgemeinschaft überfordert". Dagegen hat eine Initiative 600 Unterschriften gesammelt. Grundsätzliche Bedenken, in Unterelchingen überhaupt Asylbewerbern Zuflucht zu gewähren, hört man im Ort dagegen kaum.

Gestern Vormittag haben Vertreter der Initiative, begleitet von Bürgermeister Joachim Eisenkolb, die Unterschriften an Landrat Erich Josef Geßner übergeben. Er nehme die Sorgen der Unterelchinger durchaus ernst, so Geßner. Er betonte jedoch, dass der Landkreis alle zugeteilten Asylbewerber unterbringen müsse. Allein bis Jahresende rechnet die Kreisbehörde mit bis zu 60 zusätzlichen Flüchtlingen. Der Gasthof Adler biete Platz für mehr als die bisher 20 angekündigten Asylbewerber. Eine konkrete Zahl, wie viele Flüchtlinge dort letztlich untergebracht werden, nannte Geßner nicht. Die Zahl hänge davon ab, ob im Landkreis noch weitere Unterkünfte zur Verfügung stehen. Bürgermeister Eisenkolb hofft nun, dass sich Bürger finden, die den Asylbewerbern helfen und diese unterstützen.

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Kommentare

28.11.2013 19:58 Uhr

Äpfel mit Äpfeln

"Mir stellt sich nur die Frage, warum nach dem Krieg die Möglichkeit für Einquartierungen in freie Wohnräume genutzt wurde"...es ist ja wohl ein Unterschied, ob eigene Landsleute, die aus ihrem angestammten Siedlungsgebiet vertrieben wurden, eine neue Heimat brauchten, oder ob Menschen aus aller Herren Länder, unabhängig davon ob es wirklich Flüchtlinge sind (dann ok) oder nur Menschen, die aus rein wirtschaftlichen Gründen hierher kommen, auf Staatskosten untergebracht werden sollen.

Der Staat sollte sich zunächst um ausreichend bezahlbaren Wohnraum für die eigenen Bürger kümmern.

Außerdem wären ein paar Auszüge aus dem NPD-Flugblatt interessant...hier einfach nur zu schreiben dass gehetzt wird ohne dies zu belegen ist etwas dürftig. Indirekt soll hier wohl der NPD die Schuld am Flaschenwurf in die Schuhe geschoben werden.

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26.11.2013 18:45 Uhr

Wenn der Schwachsinn Worte findet!

Dass unser A. Ulmer dem Zeitgeist vor 45 nacheifert, ist aus seinen vielen, unqualifizierten Kommentaren schon zu Genüge bekannt.
Die Ignorierung der Tatsache, dass in Deutschland schon lange vor der Gründung der Partei die Grünen, Asylsuchende aufgenommen wurden, dass unser Grundgesetzt aufgrund der Erfahrungen mit Millionen von Flüchtlingen genau dafür geschaffen wurde, läßt mich vermuten, dass Altersdemenz nicht A. Ulmers schlimmstes Problem ist.
Natürlich wird irgendwann die Natur ihr Recht fordern und aus Schwachsinn wird Kompost.
Doch bis dahin wird noch oft die Paranoia (http://de.wikipedia.org/wiki/Paranoia) ihr Anlitz in der Phrase "Multi-Kulti-OHNE-Anspruch" zeigen.

Mir stellt sich nur die Frage, warum nach dem Krieg die Möglichkeit für Einquartierungen in freie Wohnräume genutzt wurde und heute die Verwaltungen lieber Millionen ausgeben, um Gettoisierung und Problemzonen erst zu schaffen.
Warum wird nicht der Leerstand in den jeweiligen Kommunen erfasst?
Und erst wenn alle Wohnungen von Asylsuchenden belegt sind, dürfen Steuergelder ausgegeben werden für Neubauten!
Und vor allem, warum erhalten nicht alle Asylsuchenden das Recht auf Arbeit?

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26.11.2013 17:27 Uhr

Antwort auf „Antwort auf „Grüne-Wähler in Unterelchingen gefragt!””

Grundsätzlich haben Sie natürlich Recht.

Jedoch haben doch die Grünen im grundsätzlichen Zeitgeschehen den Anspruch der Willkommendkultur Multi-Kulti-OHNE-Anspruch geprägt. Den Sympathisanten dieser grünen Politik sollte man den fremdenfreundlichen, sozialen Vortritt für die Aufnahme eines oder mehrerer Asylanten lassen.

In Neu-Ulm gab's zur Bundestagswahl 2013 genau 12.505 Erststimmen und genau 10.417 Zweitstimmen für die Grünen.
Würde nur jeder 5. Anhänger der Partei auch ein bisschen soziales Verhalten im eigenen Haushalt durch
Aufnahme EINES Asylanten zeigen, so hätten rund 2.000 Asylanten ein neues, grünes Zuhause.
Hätte nur jeder 10. Anhänger dieser Multi-Kulti-OHNE-Anspruch Partei in Neu-Ulm 'Lust' Verantwortung zu übernehmen, einen Asylanten aufzunehmen, dann hätten immerhin noch 1.000 Asylanten ein neues, grünes Zuhause.

Quelle Zahlenmaterial:
http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/ergebnisse/wahlkreisergebnisse/l09/wk255/

So einfach kann helfen sein.
Aber lassen Sie mich raten - auch hier gilt das Prinzip Multi-Kulti-OHNE-Anspruch gerne und immer, aber bitte nicht bei mir Zuhause oder in der Nachbarschaft.

Wenn Sie eine gewisse Provokation aus meinen Zeilen herauslesen können, dann liegen Sie genau richtig.
Wasser predigen und Wein saufen - dabei natürlich das 'Oben Bleiben' in der Politik nicht vergessen. Wenn Sie hierzu reale Parallelen in einer oder mehreren Parteien finden, dann können Sie's gerne schreiben/kommentieren.

Ihnen noch einen schönen Abend!

.

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26.11.2013 15:59 Uhr

Antwort auf „Grüne-Wähler in Unterelchingen gefragt!”

Vielleicht leben auch hauptsächlich Christen in dem Asylheim? Dann muss jetzt natürlich die CSU ran. ;-)
Ist doch echt völlig egal, welcher Partei man angehört. Wichtig ist, dass man zusammenhält gegen das NPD-Pack. Bewohner & Asylanten gegen NPD.

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26.11.2013 10:37 Uhr

Grüne-Wähler in Unterelchingen gefragt!

(..) Die Zahl hänge davon ab, ob im Landkreis noch weitere Unterkünfte zur Verfügung stehen. Bürgermeister Eisenkolb hofft nun, dass sich Bürger finden, die den Asylbewerbern helfen und diese unterstützen. (..)

Grüne, das sind doch die, die mit ihrer Multi-Kulti-OHNE-Anspruch-Politik den Grundstein für Brennpunktviertel, Integrationsministerien, mal ein bisschen mehr Islam, mal ein bisschen weniger Islam in Deutschland gelegt haben?!

In Unterelchingen wird es doch mindestens 100 Anhänger dieser grundsätzlichen Multi-Kulti-OHNE-Anspruch Grünen Politik geben, die nunmehr Ihren Grünen-Wahlkampfstimmen auch Taten folgen lassen können. Oder etwa nicht?

Multi-Kulti-OHNE-Anspruch, Integration, ein bisschen weniger/mehr Islam ist doch hoffentlich nicht nur dann eine tolle Sache, wenn's nicht vor der Haustüre oder in der unmittelbaren Nachbarschaft passiert?
Oder etwa doch, liebe Unterelchinger Grüne-Wähler?

.

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