Erinnerungen eines Profis an den Beginn Kreis-CSU ehrt Landrat Erich Josef Geßner

Landrat Erich Josef Geßner ist nach 40 Jahren als Kommunalpolitiker im Schwabenalter angekommen. Die Kreis-CSU feierte dies im Kloster.

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Mit 40 wird der Schwabe gescheit, heißt es. Seit 40 Jahren ist Erich Josef Geßner in der Kommunalpolitik tätig. Zuerst als Bürgermeister in Altenstadt, anschließend als Rathauschef in Vöhringen und seit 1996 ist Geßner Landrat im Kreis Neu-Ulm. Aus diesem Anlass hatte die CSU im Roggenburger Kloster zu einer kleinen Feier eingeladen.

Der Ort war mit Bedacht gewählt. Der 67-Jährige ist Vorsitzender des Vereins der Freunde des Kloster Roggenburg. Seit der Wiederbelebung des geistlichen Lebens im Kloster im Jahr 1982 hat der Kommunalpolitiker diese Einrichtung stets unterstützt. In jungen Jahren hatte Geßner sogar überlegt, selbst Geistlicher zu werden. Pfarrer war einmal sein Berufswunsch gewesen.

"Das Amt des Landrats ist wohl überwiegend das schönste in Bayern", stellte Geßner rückblickend fest. Aber auch die Jahre in Bürgermeisterämtern hatten es in sich. Geßner berichtete von einem Ereignis am Beginn seiner Laufbahn, das ihn geprägt hatte. 1972, als neu gewählter Bürgermeister von Altenstadt, erteilte der Gegenkandidat der SPD Karl Weber dem damals 27-jährigen Politikneuling in der ersten Stadtratssitzung einen Rüffel. Geßner hatte an der Beratung über seine Gehaltseinstufung teilgenommen. Laut Gemeindeordnung sei dies nicht erlaubt. "Es war der stille Triumph des alten Hasen über den Newcomer", sagte Geßner. Er habe sich daraufhin geschworen, so etwas passiere ihm nicht noch mal. Noch in derselben Nacht habe er die Gemeindeordnung von vorne bis hinten durchgelesen. Als Weber ihm in der folgenden Sitzung erneut vorhielt, die Gemeindeordnung nicht zu kennen, war er zum Konter gerüstet. "Schauen Sie nach, von wann ihre Gemeindeordnung ist", habe er Weber aufgefordert. "Von 1966", kam die Antwort. "Und meine ist von 1972, da steht genau das Gegenteil von dem drin, was Sie eben vorgetragen haben."

Nach der Sitzung sei Weber auf ihn zu gekommen und habe ihm das Du angeboten. "Es war der Moment, in dem aus politischen Gegnern Freunde wurden", sagte Geßner. Seither habe er sich bemüht, in aller Regel ein einvernehmliches Verhältnis zum anderen politischen Lager zu pflegen.

Staatsministerin Beate Merk lobte Geßner als geradlinigen Politiker, der nie mit zwei Gesichtern auftrete. Das, obwohl er als Landrat einerseits den Bayerischen Staat vertrete und zum anderen die Interessen des Kreises bei übergeordneten Stellen wahrzunehmen habe.

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