Keine architektonische Auswüchse in Senden

Rund um St. Jodok soll es keine architektonische Auswüchse geben. Einen dafür ausgelegten Bebauungsplan haben die Stadträte aufs Gleis gesetzt.

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Soll auch in Zukunft ein schönes, ursprüngliches Stück Senden bleiben: Der Bereich rund um die Kirche St. Jodok.  Foto: 

Der Dorfkern des alten Senden, sozusagen das Herz der heutigen Stadt, lag oben in der „Höll“, in dem Gebiet rund um die katholische Kirche St. Jodok. Deshalb sind die Stadträte, allen voran CSU-Fraktionschef und Kreisheimatpfleger Walter Wörtz, immer alarmiert, wenn es dort Bauvorhaben gibt. Das war zuletzt im Mai so, als ein Ulmer Unternehmen am Kirchberg zwölf Reihenhäuser mit Garagen, Carports, Parkplätzen verwirklichen wollte. Damals gaben die Räte eine städtebauliche Gesamtbetrachtung in Auftrag. Nun hat Planer Merlin Rehmann vom Büro Sieber einen ersten Entwurf für einen Bebauungsplan vorgestellt.

Rehmann gab zu verstehen, dass er um die Bedeutung des Areals für Senden weiß. „Das ist einer der Orte, von wo aus die Siedlung gewachsen ist“, sagte der Diplom-Ingenieur. „Das ist eine historisch bedeutsame Fläche.“ Die denkmalgeschützte und mit viel Aufwand sanierte Kirche St. Jodok präge das Viertel, das ansonsten mit einigen kleinen und einigen größeren Gebäuden sehr heterogen sei und viel erhaltenswertes Grün aufweise.

Fehlentwicklungen vermeiden

Eine städtebauliche Leitplanung zu entwickeln sei „eine schwierige Aufgabe“. Es gelte jedenfalls, in dem aktuellen „Umbruch“, Fehlentwicklungen zu vermeiden, Nachverdichtungen aber zu ermöglichen, sagte der Fachmann.

Die Stadträte begeisterten sich für seinen Vorschlag, eine relativ strenge Vorgabe für den Bebauungsplan „Auf dem Kirchberg“ zu machen. Demnach soll es Baufenster geben, definierte Bereiche für Gebäude mit entsprechenden Abständen zueinander. Jedem Baufenster ist eine zulässige Grundfläche zugeordnet, das sind die maximal überbaubaren Quadratmeter. Außerdem sind passend zur bestehenden Bebauung geregelt: die Zahl der Vollgeschosse, die Wandhöhen und die Firsthöhen. In der Summe lassen sich so lange, zusammenhängende Einheiten verhindern – etwa die von dem Ulmer Bauträger vorgeschlagene Reihenhauskette.

Als weitere Restriktionen setzten die Stadträte durch: Die Häuser dürfen nur Satteldächer haben, keine Pult- oder Flachdächer. Planer Rehmann hätte auch nichts gegen Pultdächer gehabt, für Wörtz und andere aber war genau das eine der Dachformen, die es zu verhindern galt. Anders als der Planer meinten die Ausschussmitglieder auch, dass es entlang von Kirchenweg und Kirchenmauer keine Carports und keine Garagen geben darf. So soll der Blick auf die denkmalgeschützte Kirche frei bleiben.

Schikane? Dass es auf dem Parkplatz bei St. Jodok eine neue Regelung gibt, war auch Thema im Bauausschuss. Herbert Rupprecht, FWG, beklagte, ohne Ankündigung sei eine zeitliche Beschränkung eingeführt, und Parksünder seien gleich zur Kasse gebeten worden. Er hätte sich eine Übergangszeit mit wiederholter Information und kostenlosen Verwarnungen gewünscht. Stadtbaumeisterin Manuela Huber: Die Stadt habe die zulässige Parkzeit auf drei Stunden festgesetzt. Das reiche aus für alle Besucher einer Beerdigung oder des Friedhofs. Der bisher unbeschränkt nutzbare Parkplatz sei zunehmend dauerhaft mit Anhängern oder Wohnmobilen belegt gewesen. Wie üblich, werde mit Schildern auf die Parkregelung hingewiesen.

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