Engelhards Bahnhofscoup

Die Pläne lassen aufhorchen. Stadtrat Alexander Engelhard will den alten Weißenhorner Bahnhof kaufen und sanieren. Die Verhandlungen mit der Stadt laufen gut. Das letzte Wort aber hat der Stadtrat.

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So stellt sich der Stadtrat und Mühlenbetreiber Alexander Engelhard den Weißenhorner Bahnhof nach dem Umbau vor. Grafik: Alexander Engelhard

135 Jahre alt ist das Bahnhofsgebäude in Weißenhorn. Bald dürfte es einen neuen Besitzer haben: Alexander Engelhard, Mühlenbetreiber, Stadt- und Kreisrat aus dem Weißenhorner Stadtteil Attenhofen. Der 40-Jährige hat, wie berichtet, kürzlich seine Pläne im Stadtrat vorgestellt. Engelhard will das Gebäude erwerben, sanieren und es zu einer "Weißenhorner Visitenkarte" machen, wie er sagt.

Fakt ist: Die Stadt will das Gebäude verkaufen, könnte sich einen Deal mit Engelhard vorstellen. Bürgermeister Wolfgang Fendt ist angetan von den Plänen: "Es sind nur noch einige Details zu klären." Die Stadt könne sich glücklich schätzen, wenn sich ein Investor finde, der das Gebäude in Schuss bringt.

Fakt ist aber auch: Das letzte Wort in der Angelegenheit hat der Stadtrat. Die Mitglieder des Gremiums werden sich am Montag, 18. November, mit dem Projekt beschäftigen. Nach Lage der Dinge dürfte der Bahnhofsverkauf dann beschlossen werden - und Engelhard den Zuschlag erhalten. Der Kaufpreis beträgt 40 000 Euro.

Von den Beratungen im Stadtrat ist Engelhard aus Befangenheitsgründen ausgeschlossen. Vor zweieinhalb Wochen hatten seine Stadtratskollegen Engelhard in nicht-öffentlicher Sitzung bereits grundsätzlich grünes Licht erteilt. Bis zur nächsten Sitzung am 18. November sollen alle offenen Fragen geklärt sein, heißt es. Engelhard ist zuversichtlich: "Die Gespräche mit der Stadt verlaufen harmonisch."

Jahrzehntelang fristete der Bahnhof ein tristes Dasein. Das dreistöckige Gebäude befindet sich heute in einem bedauernswerten Zustand. Das soll sich ändern. Schließlich fahren ab Mitte Dezember wieder Personenzüge nach Weißenhorn. Mit der Wiederaufnahme des Personenverkehrs erhält der Bahnhof nach Angaben der Stadt wieder jene Bedeutung, die er einmal besaß. Das sieht Engelhard genauso. Der Attenhofener ist überzeugt: Der Bahnhof wird das Erscheinungsbild der Stadt entscheidend prägen, Reisenden einen ersten, wichtigen Eindruck vermitteln. "Deshalb darf er keine Absteige werden."

Einen sechsstelligen Betrag will Engelhard investieren. Im Untergeschoss soll ein Wartebereich für Reisende inklusive WC-Anlage eingerichtet werden. Im Obergeschoss wäre Platz für kleine Büros, in dem junge Unternehmen ein Zuhause finden könnten. Zudem soll es im Bahnhof ein Restaurant geben. Dafür sucht er einen Pächter.

"Es ist viel kaputt drinnen, und es muss entsprechend viel gemacht werden", sagt der zweifache Familienvater. Die "Grundsubstanz" sei dennoch solide, die 1878 gefertigte Dachkonstruktion gar in einem erstaunlich guten Zustand. Engelhard ist laut der Stadt einziger Interessent. Die Reaktionen auf seinen Coup seien in Weißenhorn durchweg positiv, sagt Engelhard. Lieber heute als morgen würde er loslegen, die Aufträge für den Umbau vergeben. Vom Gedanken, dass zumindest ein Teil der Arbeiten bis zum Start des Regionalbahnverkehrs abgeschlossen sind, hat er sich verabschiedet. "Eigentlich war das mein Ziel. Daraus wird nichts, leider."

Das Bahnhofsprojekt
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