Elchinger Freundeskreis Asyl sucht Wohnungen für Flüchtlinge

Wenn anerkannte Flüchtlinge in eine Privatwohnung ziehen, werden Mieter und Vermieter von professionellen und ehrenamtlichen Helfern unterstützt. Darüber informierte eine Veranstaltung in Elchingen.

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Ist das Asylverfahren abgeschlossen, müssen die Flüchtlinge die vom Landratsamt angemietete Unterkunft so schnell wie möglich verlassen, sagte Moderatorin Aramyiemi Templin-Aghbogoroma vom Elchinger Freundeskreis Asyl. Der hatte zusammen mit der Gemeinde potenzielle Vermieter zu einer Informationsveranstaltung ins Konstantin-Vidal-Haus in Oberelchingen eingeladen. Angesichts der Engpässe am Wohnungsmarkt rief Bürgermeister Joachim Eisenkolb dazu auf, leer stehende Wohnungen zu vermieten, auch wenn das nur für einen bestimmten Zeitraum möglich sei. Einige interessierte Haus- und Wohnungsbesitzer waren gekommen und zeigten sich aufgeschlossen.

Ziel des Freundeskreises Asyl sei es, für die Flüchtlinge möglichst Wohnungen am Ort zu finden, betonte Birgit Möller. Die Kinder der Asylbewerber, die seit einigen Monaten in Elchingen leben, hätten sich in Kindergarten und Schule eingelebt und Freunde gefunden, sagte Templin-Aghbogoroma. "Es wäre nicht so gut, sie wieder aus ihrem sozialen Umfeld herauszureißen." Bis die Flüchtlinge Arbeit gefunden haben, zahlt das Jobcenter die Miete. Dafür gelten Obergrenzen, die sich nach Quadratmeter- und Personenzahl, Ort und Alter des Hauses errechnen. Sie könnten beim Jobcenter erfragt werden, das auch für "angemessene" Nebenkosten aufkommt, erklärte Alexander Brett vom Landratsamt Neu-Ulm.

Bisher habe der Freundeskreis einige Wohnungen für die Flüchtlingsfamilien am Ort und in der näheren Umgebung gefunden, berichtete Marlene Keil. Aber lange nicht genug. Dringend benötigt würden momentan Wohnungen für eine Familie sowie für Ehepaare und Alleinstehende. "Wir helfen auch beim Entrümpeln von Wohnungen, beim Beschaffen von Möbeln und beim Umzug", betonte Keil. "Wir erklären, wie das hier mit dem Müll funktioniert" und auch den richtigen und sparsamen Umgang mit Energie, erklärte Keil. Die Kaution werde vom Jobcenter übernommen und den Mietern als Darlehen gewährt, erläuterte Susanne Deininger von der Ökumenischen Wohnraum-Präventionsstelle der Diakonie und Caritas in Neu-Ulm. Die vermittelt auch, wenn es Probleme zwischen Mieter und Vermieter gibt. Zum Beispiel, wenn die Flüchtlinge Arbeit gefunden haben und das Geld für die Wohnung trotzdem nicht reicht. "Dann können Wohngeld oder Leistungen vom Jobcenter beantragt werden", sagte Deininger.

Er könne sich gut vorstellen, an Flüchtlinge zu vermieten, sobald er eine freie Wohnung habe, sagte Karl Hucker aus Oberelchingen nach der Veranstaltung. "Es ist doch komisch, dass wir so wenig Wohnraum für sozial Schwache haben wie nie zuvor", meinte der Oberelchinger kopfschüttelnd. Er wünsche sich, "dass sich die Leute besser informieren".

Info Wer eine Wohnung anbieten möchte oder Fragen hat zur Vermietung an Flüchtlinge, kann sich ans Bürgertelefon der Gemeinde unter 0731/2066 400 wenden oder an den Freundeskreis Asyl unter der E-Mail-Adresse asyl@fuer-einander-elchingen.de

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