Turbo-Internet in Elchingen – aber nicht für alle Haushalte

Der Breitband-Ausbau in Elchingen kommt voran. 800 Haushalte können nun schneller surfen. Unmut gibt’s bei Leuten, die nicht in den betroffenen Gebieten wohnen.

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  • Sie gaben am Donnerstag den Startschuss für schnelleres Internet in Elchingen: (von links) Bernd Schröter (Geschäftsführer von UTS Retail), Bürgermeister Joachim Eisenkolb, Petra Heuberger (IT-Beauftragte der Gemeinde), Caroline Voß (Shop-Leiterin in Langenau), Peter Bohnacker (Breitband-Beauftragter Technik der Telekom), Florian Goldhofer (Regio-Manager der Telekom). 1/2
    Sie gaben am Donnerstag den Startschuss für schnelleres Internet in Elchingen: (von links) Bernd Schröter (Geschäftsführer von UTS Retail), Bürgermeister Joachim Eisenkolb, Petra Heuberger (IT-Beauftragte der Gemeinde), Caroline Voß (Shop-Leiterin in Langenau), Peter Bohnacker (Breitband-Beauftragter Technik der Telekom), Florian Goldhofer (Regio-Manager der Telekom). Foto: 
  • Schnelleres Internet für Teile von Elchingen: Rund 40 Bürger kamen am Donnerstagabend zur Info-Veranstaltung ins Konstantin-Vidal-Haus. Links im Bild Florian Goldhofer, rechts Caroline Voß. 2/2
    Schnelleres Internet für Teile von Elchingen: Rund 40 Bürger kamen am Donnerstagabend zur Info-Veranstaltung ins Konstantin-Vidal-Haus. Links im Bild Florian Goldhofer, rechts Caroline Voß. Foto: 
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Die Telekom hat im Konstantin-Vidal-Haus am Donnerstag gute Nachrichten präsentiert: Fast 800 Haushalte in Unter- und Oberelchingen können schneller im Internet surfen als bisher. Doch dass damit beide Ortsteile nicht komplett an die Turbo-Datenautobahn angeschlossen sind, zeigte eine eineinhalbstündige Diskussion.

Knapp 40 Bürger waren gekommen, um sich über den Breitband-Ausbau zu informieren. Dieser hat laut Telekom-Regionalmanager Florian Goldhofer in vier Erschließungsgebieten stattgefunden: In Unterelchingen waren dies neben dem Gewerbegebiet auch zwei Bereiche im Norden und Nordwesten des Ortsteils; hinzu kam ein Areal nördlich des Lindenwegs in Oberelchingen.

Bayerisches Förderprogramm

Im Rahmen des bayerischen Breitband-Förderprogramms hatte sich die Telekom beworben – und gewonnen. Der Kooperationsvertrag wurde im August 2016 unterzeichnet. Jetzt ist der Ausbau abgeschlossen. Freilich aber nur in jenen Straßenzügen, die Gegenstand der Ausschreibung waren. Das wollte so manchem Bürger nicht recht einleuchten. Berichteten doch einige, für 16 Megabit pro Sekunde (Mbit) bei der Telekom zu bezahlen, aber nur mit 8 bis 12 Mbit zu surfen. Ein Unterelchinger aus dem Schönbergweg klagte gar, bei ihm kämen statt 6 Mbit nur 0,3 an. „Warum bekomme ich nix besseres?“, wollte er wissen.

Die Antwort sei im Förderverfahren zu finden, das Schwächen habe, erklärte Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Die Provider – wie Telekom, Vodafone oder Kabel Deutschland – seien bei einer Markterkundung gefragt worden, welche Datenrate sie anbieten können. Wobei dies nicht nachgeprüft wurde, wie der Rathauschef sagte. Übersteige der Wert 30 Mbit, werde der Bereich nicht gefördert. Dies scheint in Ober- und Unterelchingen in einigen Straßen der Fall zu sein.

Thalfingen gilt als gut versorgt

Thalfingen gilt als gut versorgt, weil SWU Telenet und Kabel Deutschland schnelles Internet anbieten. Auch Teile von Ober- und Unterelchingen sind laut Petra Heuberger, der IT-Beauftragten der Gemeinde, abgedeckt. Etwa durch den Ausbau der Telekom 2010, den der Magenta-Riese ohne Beteiligung an einem Förderprogramm gestemmt hatte.

Was jenen mit langsamen Leitungen aber nichts bringt. Ein Bürger sprach von einem „Würfelspiel“. Ein anderer sagte: „Ich komme mir vereiert vor.“ Goldhofer zeigte Verständnis, stellte aber klar, dass die Telekom ihren Auftrag gemäß der Ausschreibung erfüllt habe. Den Vorwurf, nicht ausreichend informiert zu haben, ließ er nicht gelten: „Die Gebietskarten stehen seit einem Jahr auf der Homepage der Gemeinde.“ Bürgermeister Eisenkolb merkte an, dass die Gemeinde kaum Einflussmöglichkeiten auf die Provider habe.

Jeder muss selbst tätig werden

Automatisch schneller surfen können die 800 Elchinger Haushalte im Übrigen nicht. Jeder, der schnelleres Internet wolle, müsse dies schriftlich oder in einem Telekom-Shop beauftragen, erklärte Goldhofer.

Caroline Voß, Leiterin des Telekom-Shops in Langenau, hatte am Freitag gut zu tun. Einige Elchinger riefen an, manche kamen in den Laden. Etwa ein Oberelchinger aus dem Silcherweg, der sich in der Veranstaltung echauffiert hatte. An seiner Adresse – die nicht zum Ausbaugebiet zählt – ist ein Hybrid-Anschluss möglich, sagte Voß. Eine Kombination aus Festnetz und Mobilfunk, die monatlich gleich viel kostet, aber einen teureren Router erfordert. Eine Option, von der der Mann zuvor nichts gewusst hatte.

Rund 800 Haushalte können jetzt in Elchingen mit Geschwindigkeiten von 30 bis 200 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Internet surfen. Dafür sind laut Telekom-Regionalmanager Florian Goldhofer elf Kilometer Glasfaserleitungen verlegt worden. Auf vier Kilometern Länge wurde in die Tiefe gebaut. Zudem seien fünf Multifunktionsgehäuse und drei Glasfaserverteiler errichtet worden. Für 83 Gebäude sei es möglich gewesen, die Glasfaserleitung bis ins Haus legen zu lassen („Fiber to the home“, kurz: FTTH). Allerdings hätten diese Zusatzoption zum Preis von 600 Euro nur 35 Kunden gebucht. Überwiegend Betriebe im Unterelchinger Gewerbegebiet, aber auch Privatpersonen. Für zehn Privathaushalte gibt es diese Möglichkeit: im St.-Michael-Weg (7), am Köhlerberg (2) und in der Hauptstraße (1) – weil ihre Häuser günstig an der Leitung liegen. Ein Haus-Anschluss sei für die restlichen 48 Gebäude in Unterelchingen noch möglich, sagte Goldhofer. Nun zum Preis von 800 Euro.

Langenau: Auch in der Naustadt will die Telekom das Angebot verbessern. Wie Bernd Schröter von der Firma UTS Retail, die den Langenauer Telekom-Shop betreibt, auf Anfrage erklärte, war der Breitband-Ausbau bis Mitte November mit 3600 Anschlüssen geplant. „Aufgrund von Auftragsstaus bei den ausführenden Tiefbaufirmen verzögert sich die Inbetriebnahme voraussichtlich bis Januar“, sagte Schröter. Eine detaillierte Straßenliste, also welche Bereiche ausgebaut werden, liege ihm noch nicht vor. Der Langenauer Nahbereich soll laut der Planung ab dem zweiten Quartal des kommenden Jahres in Betrieb gehen. Ferner soll der Breitband-Ausbau auch nächstes Jahr kontinuierlich voranschreiten, ergänzte Schröter. In Langenau war es übrigens am Donnerstagmorgen zu einer Störung gekommen. Offenbar hatte ein Bagger ein Kabel bei Bauarbeiten beschädigt. Daher waren Teile der Stadt für mehrere Stunden ohne Internet. Ab dem Mittag funktionierte es wieder.

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