Elchingen: Busverkehr in Thalfinger Straße sorgt für Streit

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Der Busverkehr in der Thalfinger Straße ist umstritten. Eine Querungshilfe könnte in der Straße „Am Bildstöckle“ an der Einmündung zur Kreisstraße für Fußgänger dienlich sein.  Foto: 

Es ging emotional zu im Elchinger Gemeinderat. Nicht nur dessen Mitglieder diskutierten leidenschaftlich. Auch einige Anwohner hatten sich im Thalfinger Feuerwehrhaus eingefunden, um mitzuverfolgen, was mit einem Antrag der Dorfgemeinschaft Oberelchingen (DGO) geschieht. Die Gruppierung hatte gefordert, für 2017 Haushaltsmittel in Höhe von 15 000 Euro bereitzustellen, um eine Wendeschleife für den Busverkehr in der Thalfinger Straße und eine Querungshilfe im Bereich „Am Bildstöckle“, an der Einmündung zur Kreisstraße, prüfen zu lassen. Ohne Erfolg. Der Rat votierte mit 15 zu 6 Stimmen dagegen. Dafür stimmten die drei DGO-Vertreter sowie Andreas Mayr, Bernd Schwerdtfeger und Achim Götz (alle CSU).

Zu Beginn hatte Bürgermeister Joachim Eisenkolb erklärt, dass die Polizei eine Wendeschleife kritisch beäugt. Es entstehe auf der Thalfinger Straße ein zusätzlicher Knotenpunkt. Zudem erhöhe sich die Lärmbelästigung für die Anwohner an der Wendeschleife. Später könnte der Bereich auch Jugendlichen als Treffpunkt dienen und – trotz eines Verbotsschilds – zum kurzzeitigen Halten animieren. Eine Querungshilfe für Radfahrer und Fußgänger hingegen traf auf mehr Wohlwollen bei der Polizei, weil sie die Sicherheit erhöhe.

Keine dokumentierten Unfälle

Bernd Hiller legte für seine DGO-Fraktion klar, warum es sinnvoll sei, den Busverkehr auf die Kreisstraße zu verlagern. „Die Anlieger werden entlastet, die Bausubstanz wird geschont.“ Wenn 2018 auch Grundschüler im Mittelschulgebäude unterrichtet werden, seien noch mehr Kinder unterwegs, die zu schützen sind.

Rathauschef Eisenkolb entgegnete indes, dass es „keine dokumentierten Unfallzahlen“ für den Einmündungsbereich gebe. Zudem sei die Mail eines Anwohners eingegangen, der davor warnte, weitere Flächen zu versiegeln sowie mehr Lärm und Abgase an der Wendeschleife zu verursachen.

Reinhard Rotermund von der Elchinger Umweltliste (Eule) konnte sich zwar mit einer Querungshilfe anfreunden, jedoch nicht mit einer Wendeschleife: „Wir haben eine intakte Bushaltestelle.“ Rudolf Niedermeier von den Freien Wählern Elchingen (FWE) lehnte den DGO-Antrag rundweg ab. Das Argument, dass die Thalfinger Straße nicht für Schwerlastverkehr geeignet sei, leuchte ihm nicht ein. Immerhin führen ja auch Müllautos und Lastwagen dort entlang. Überdies bezweifelt er die von der DGO genannte Zahl an Busfahrten. Laut Armin Willbold fahren dort 270 Busse pro Woche. Niedermeier dagegen sprach von „15 bis 20 am Tag“. Auch was die Querungshilfe angeht, zeigte sich Niedermeier skeptisch. Er bezweifelte den „geringen Kostenaufwand“. Und: „Es handelt sich dabei heute um eine der wenigen Kreuzungen, die komplett von Schnee befreit werden kann.“

20 Sekunden brauche ein „normaler Fußgänger“, um in dem Bereich die Straße zu überqueren, andere noch länger. „Da ist mir dein Räumfahrzeug egal“, raunzte Willbold in Richtung Niedermeier. Willbold forderte einen „Wettbewerb der Ideen“.

Eine Querungshilfe nur aufzumalen, schlug Karin Batke von der Unabhängigen Freien-Wähler Gemeinschaft (UFWG) vor. Damit konnte sich Andreas Mayr (FWE) anfreunden: „Dann ist keine Beleuchtung nötig. Und der Winterdienst kann fahren.“

Bürgermeister Eisenkolb versprach letztlich, obwohl der DGO-Antrag insgesamt abgelehnt wurde, sich um eine kostengünstige Querungshilfe zu bemühen.

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