Eine Erhöhung um das Vierfache

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Noch kann man für wenig Geld seinen Bauschutt in die beiden Container auf dem städtischen Wertstoffhof werfen. Ab kommenden Jahr steigen die Gebühren drastisch an.  Foto: 

Deutschland hat zu wenig Bauschuttdeponien – eine Tatsache, die Bürger in Gemeinden meist erst interessiert, wenn sie ihr Bad renoviert haben und alte Kacheln entsorgen wollen. Momentan steht auf dem städtischen Wertstoffhof an den beiden Bauschuttcontainern ein Schild mit relativ moderaten Preisen: 20 Liter kosten 1,50 Euro, bis 100 Liter kosten fünf Euro und für bis zu einem halben Kubikmeter zahlen die Illertisser 15 Euro. Noch. Denn im nächsten Jahr werden die Preise horrend steigen. „Wir mussten beim Bauschutt wohl oder übel eine sehr üppige Erhöhung festsetzen“, sagte Kämmerer Markus Weiß zu den neuen Preisen, die er im Stadtrat erläuterte. 20 Liter kosten künftig drei Euro, das Doppelte wie bisher. Bei größeren Mengen wird es prozentual noch mehr: Hundert Liter kosten anstatt fünf Euro gleich 15 Euro und wer bis zu einem halben Kubikmeter bringt, muss 60 Euro zahlen. Heißt: Es kostet künftig vier Mal so viel.

Das erklärt sich so, dass der Bauschutt bisher in die niedrigste Deponieklasse DK0 gebracht werden konnte, auf die nur gering belastete mineralische „Inertabfälle“ dürfen. Inertabfälle sind Abfälle, die keinen chemischen oder biologischen Veränderungen unterliegen, sich nicht auflösen, nicht brennen oder sonst wie reagieren. Befinden sich an dem Bauschutt andere Materialien mit organischen Abfallspuren, die also faulen können, muss der Schutt in die Dekonieklasse DK1.

Weil in Illertissen immer öfter im Bauschutt auch Rigips zu finden war, einem Baustoff, der im Trocken- oder Akustikbau verwendet wird, und auf dem sich Schimmel bilden kann, hat die Stadt vor einiger Zeit Maßnahmen am Wertstoffhof getroffen: „Vor etwa einem Jahr haben wir Schlösser an die Container gemacht“, sagte Wertstoffhof-Leiter Viktor Krieger. Immer, wenn jemand Bauschutt bringt, wird kontrolliert, ob kein Gips dabei ist. „Da aber immer mehr Anhaftungen wie Gips am Bauschutt vorhanden sind, kann er nur noch auf eine Deponie DK1 gebracht werden“, sagte Weiß. Die Entsorgungskosten werden auch dabei massiv ansteigen: 75 bis 100 Euro je Tonne auf einer DK1-Deponie im Vergleich zu bisher 27,50 Euro auf einer DK0-Deponie. „Da auch bei anderen Entsorgern entsprechende Gebühren verlangt werden, würde ein zu günstiger Preis zu erheblichen Mehrmengen führen“, sagte Weiß. Die Kosten würden dabei die Einnahmen wesentlich übersteigen und müssten sonst von den Gebührenzahlern über die Restmülltonne mitfinanziert werden.

Kosten Die Abfallgebühren steigen nur leicht: Wie der Landkreis hat auch die Stadt Illertissen ihre Entsorgungsgebühren für die nächsten drei Jahre neu festgelegt. Für die Abfuhr des Mülls, müssen die Illertisser 2,56 Prozent mehr bezahlen. Für eine 60-Liter-Tonne inklusive Biomüll fallen künftig etwa nicht mehr 26 Euro pro Quartal an, sondern 26,60 Euro. Eigentlich müssten die Gebühren noch mehr steigen, rechnete Kämmerer Markus Weiß vor. Weil sich aber aus dem abgelaufenen Kalkulationszeitraum ein vorläufiger Gebührenüberschuss von 143 020 Euro ergeben hätte, wird dieser im Rahmen der Neukalkulation zur Entlastung der Gebührenzahler verwendet.

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