Bürgerschaftliches Engagement in Illertissen ausgezeichnet

Der eine sorgt für Grün in der Stadt, der andere pflegt die Historie, wieder jemand kümmert sich um Bedürftige. Solch bürgerschaftliches Engagement wurde in Illertissen ausgezeichnet.

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„So ehre, wem Ehre gebührt!“ – sagte schon Johann Wolfgang von Goethe. In Illertissen wurden 29 ehrenamtlich engagierte Mitbürger von Bürgermeister Jürgen Eisen ausgezeichnet.  Foto: 

Alle sechs Jahre, in der Mitte einer Amtsperiode, werden in Illertissen Menschen geehrt, die sich ganz besonders für ihre Mitmenschen und die Gemeinschaft in der Stadt einsetzen. Sie tun das in ihrer Freizeit und ohne sie wäre so manches in Kultur und Sport, im sozialen und im kirchlichen Bereich nicht möglich. Bürgermeister Jürgen Eisen zeichnete 29 Mitbürger mit Ehrennadeln, Bürgermedaillen in Silber und Gold und mit dem Ehrenring aus. Auch zwei neue Ehrenbürger wurden ernannt: Josef Kränzle und Heinrich Oßwald.

„In deine Richtung verneige ich mich, hab Dank für dein riesiges Herz“, sang Bernadett Jans zur musikalischen Begleitung durch Manfred Häfele, und Bürgermeister Jürgen Eisen kommentierte: „Treffender hätte man es nicht sagen können, die Musik passt hervorragend zum Anlass.“ Immer wieder bedankte sich Illertissens Verwaltungschef bei den Mitbürgern, denen er Nadeln ans Revers heftete und Medaillen, edle Ringe und Urkunden überreichte. „Sie haben Aufgaben übernommen, mit denen Sie nicht sich selbst bereichern, sondern unsere Stadt“, betonte er, „und das in Ihrer Freizeit, die sie mit Ihren Familien und Freunden verbringen könnten.“ Solch ein Ehrenamt müsse  öffentlich wahrgenommen und gewürdigt werden.

„Es ist durchaus etwas ganz Besonderes, die Ehrenbürgerwürde zu verleihen“, betonte der Bürgermeister. Das Ehrenbürgerrecht sei eigens in der bayerischen Gemeindeordnung verankert. Die Leistungen der beiden neuen Ehrenbürger sind vielfältig. Josef Kränzle machte sich nicht nur als Tüftler und Denker oder als Unternehmer einen Namen, der mit einer gebrauchten Drehbank in die Selbstständigkeit startete und dann ein mittlerweile weltweit tätiges Unternehmen für Hochdruckreiniger aufbaute. Als Torhüter für den SSV Ulm und den FVI schrieb er Schlagzeilen. Als Kommunalpolitiker, als Förderer und Mäzen von Vereinen, sozialen Organisationen, kirchlichen Belangen ist er aus Illertissen nicht wegzudenken. Vieles gäbe es ohne ihn nicht so, wie man es heute bestaunen kann: den französischen Anbau des Vöhlinschlosses, das Benefiziatenhaus, das Carillon in St. Martin, den Friedensbrunnen am Martinsplatz und etliches mehr.

Heinrich Oßwald, Auer durch und durch, 30 Jahre lang Stadtrat in Illertissen, engagierte sich vor allem mit Herzblut fürs Vereinsleben in seinem Stadtteil. 22 Jahre lang war er Vorsitzender und finanzieller Förderer der Sportvereinigung Au. Zahlreiche Baumaßnahmen fielen in seine Amtszeit, er ist Ehrenvorsitzender des Vereins, das Stadion ist nach ihm benannt. Oßwald führte auch 22 Jahre lang den Kulturring Au, organisierte das Kinderfest, sorgte dafür, dass der Kulturstadl gebaut werden konnte. Bürgermeister Jürgen Eisen würdigte Oßwald aber auch als herausragenden Unternehmer.

Eine besondere Ehrung, die seitens der Stadt verliehen wird, ist auch der Ehrenring. Josef Fackler, drei Jahrzehnte für die SPD-Fraktion im Stadtrat, am Ende zweiter Bürgermeister, 21 Jahre lang Kreistagsmitglied, mittlerweile stellvertretender bayerischer Landesvorsitzender der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus, 14 Jahre lang Vorsitzender des FVI und viele Jahre Präsident des Partnerschaftskomitees Elbogen sowie noch immer sehr aktiv in der Partnerschaftspflege.

30 Jahre lang Stadtrat

Alfred Kuisle gestaltete auf CSU-Seite die Stadtpolitik mit – ebenso 30 Jahre lang als Stadtrat und davon sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister. Nachdem er aus der Kommunalpolitik ausgeschieden war, half er, die schwierige Zeit der Wohnungsbau GmbH aufzufangen, er brachte sich in den Stiftungsrat der Bürgerstiftung ein. Im Jahr 2007 wurde Kuisle mit der Verdienstmedaille in Bronze geehrt für seinen besonderen Verdienst um die kommunale Selbstverwaltung. „Tatkräftige Menschen wie Sie leben ihren Idealismus vor und verkörpern damit die Werte, auf denen unsere Gesellschaft und Demokratie ruht“, lobte Bürgermeister Eisen. Von Kuisle habe er viel lernen können, als zum ersten Mal in den Stadtrat gewählt worden sei, fügte der Bürgermeister hinzu.

Bürgermedaille in Gold Die Bürgermedaille in Gold  ging an Peter Althoff (Au) und an Albert Vogt (Illertissen). Althoff wirkte Jahrzehnte lang im Vorstand des örtlichen Alpenvereins, zudem war er lange Kirchenpfleger und Stadtrat. Albert Vogt hat laut Eisen „mit großem persönlichem Einsatz und mit viel Liebe als unermüdlicher Impulsgeber dem heimatlichen Kulturgut  gut getan“. Eisen lobte Vogts Einsatz fürs Vöhlinschloss, die Pfarrkirche St. Martin, das Benefiziatenhaus, das Rathaus und vieles mehr.

Bürgermedaille in Silber Die Bürgermedaille in Silber erhielten die Gründer der Stiftung Gartenkultur, Dieter Gaißmayer, Wolfgang Hundbiss und Dr. Reinhard Hemmer, sowie Gerti Kesslinger, die 1997 die ambulante Hospizgruppe „Miteinander unterwegs“ gründete, Franz Münzenrieder, langjähriger Betlinshauser Feuerwehrkommandant, ehemaliger Stadtrat und Präsident des Partnerschaftskomitees Elbogen und „die engagierte Sozialdemokratin und begeisterte Sportfrau“ Marianne Schuler.

16 Ehrennadeln bekamen der „aus dem Jedesheimer Vereinsleben nicht wegzudenkende“ Albert Berger; Ernestine Bettenmann, die sich im Auer Pädagogischen Forum einbringt; der ehemalige Bauhofleiter Johann Biber; Hans-Jürgen Bradler, seit fast 60 Jahren TSV-Mitglied; Raimund Bürzle, der bei der katholischen Pfarrgemeinde hilft; Cordula Echter, die sich seit Jahrzehnten für die SpVgg Au engagiert; Johann Faulhaber aus Jedesheim, der im SVJ und im Verein für Wachkomapatienten, im Vereinsring und bei der Illertisser Tafel aktiv ist; Wolfgang Karger, der sich als Sponsor von Vereinen und im sozialen Bereich engagiert; der Betlinshauser Winfried Mayer, der sich für Vereine und die Dorfgemeinschaft einsetzt; Roswitha Nodin als Initiatorin des Benild-Hospizes; Gisela Oßwald, die sich im Obst- und Gartenbauverein engagiert; Dr. Wolfgang Pfeifer, der sich um den Heimatpflegeverein verdient gemacht hat; der ehemalige Hauptamtsleiter Wolfgang Schlecker, der zusammen mit Johannes Rabker das städtische Archiv pflegt und in der Kirchenverwaltung aktiv ist; Matthäus Schütz, der aus der Auer Feuerwehr und anderen Vereinen nicht wegzudenken ist; Ulrike Tiefenbach, die die Tafel mitbegründet hat; Anton Vogt, der sich um die Jedesheimer  Dorferneuerung bemüht; Heribert Wiest, der 44 Jahre im Vorstand der Stadtkapelle war.

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