Ein Stück Kulturgut kehrt zurück

Wo die Künstlerin Caroline Kempter das Bild gemalt hat, will Wolfgang Pfeifer noch herausfinden. Jetzt freut er sich erst mal über die zarte Landschaft als Geschenk für den Heimatverein Illertissen.

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Mit Geld aus der Karl-Jegg-Stiftung hat die Stadt Illertissen einÖlbild der einheimischen Künstlerin Caroline Kempter erworben. Kempter wurde 1856 in Illertissen geboren und starb dort 1925. Dazwischen verbrachte sie viele Jahre in München, zunächst als Kunstschülerin, später als Kunstlehrerin und Künstlerin. Für ihre Zeit eine ungewöhnliche Karriere, ein Beispiel für die frühe Emanzipation einer Frau im späten 19. Jahrhundert, gegen den Widerstand der herrschenden Gesellschaftsordnung. Im Illertisser Heimatmuseum werden neben dem Ölbild einer Landschaft mit Sämann bisher hauptsächlich Zeichnungen und Holzschnitte von der berühmten Tochter aus wohlhabendem Illertisser Hause gehütet. Jetzt gibt es dort auch bald dieses neue Bild in pastoser Maltechnik zu sehen.

Vorerst wird es allerdings im Rathaus aufbewahrt, schließlich steht im Heimatmuseum noch die Sanierung an. Finanziert wurde das 3500 Euro teure Kunstwerk aus der Karl-Jegg-Stiftung, deren Stiftungszweck zu einem Fünftel die Unterstützung von Kunst und Kultur in Illertissen ist. Deswegen war es Bürgermeisterin Marita Kaiser als Stiftungsvorsitzende und Vorstandsmitglied Rüdiger Stahl eine Freude, das Bild zunächst von dem Freisinger Galeristen Joergen Degenaar in Empfang zu nehmen und dann gleich an Wolfgang Pfeifer vom Heimatpflegeverein weiterzureichen.

Degenaar, Inhaber der Freisinger Galerie"Der Panther", hat das Bild in München aus Privathand erworben. Er war zunächst begeistert"von der für eine post-impressionistische Malerin hervorragenden Technik" mit Pinsel und Spachtel. Dann forschte er im Internet und stellte fest, dass in Illertissen erst im vergangenen Jahr eine Straße nach Caroline Kempter benannt worden war. Daraufhin stellte er den Kontakt zum Rathaus her, denn er ist überzeugt:"Solche Bilder sollen Publikum haben und nicht irgendwo in der Versenkung verschwinden." Dem stimmte Kaiser gerne zu:"Wir haben mit dem Bild ein Stück Kulturgut zurückbekommen. Das ist ganz bestimmt im Sinne Karl Jeggs."

Wolfgang Pfeifer versprach auch gleich nachzuforschen, wo das Bild gemalt wurde. Bei näherer Betrachtung könnte man auf die Landsberger Landschaft schließen, meinte er. Die Künstlerin hat von 1916 bis 1925 jeweils die Monate Mai bis Oktober mit ihrer Münchner Malschule in Landsberg am Lech verbracht.

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