Ein Sendener Urgestein wird 90

Jungenhaften Charme und pure Lebensfreude strahlt Ludwig Rommel aus. Dabei wird der Aufheimer, bekannt als Begründer der lokalen Karnevalskultur und Motor vieler Vereine, morgen 90 Jahre alt.

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Er sagt von sich, er sei schon immer ein Lausbub gewesen: Ludwig Rommel in seiner Wohnung in Senden-Aufheim. Morgen feiert er Geburtstag. Foto: Claudia Schäfer

Unvergessen sind die Auftritte Rommels als "Senn von Aufheim" und "Nachtwächter von Senden" in der Bütt des von ihm mit aufgebauten Carneval Clubs Illertal (CCI), dessen Ehrenpräsident er ist. Treffend, aber niemals verletzend, nahm er damals Sendener Lokalgrößen aufs Korn und engagierte sich neben dem CCI auch noch in der von ihm gegründeten Vereinigung regionaler Faschingsgesellschaften, den "Sieben Schwaben".

Auch im Bürgerverein Unteres Illertal und im Veteranenverein Aufheim war Rommel sehr aktiv. Über Senden hinaus bekannt wurde er mit dem "Club der netten Leute", den er gründete, um für meist ältere Leute Ausflüge und Reisen zu organisieren. Viele Freundschaften entstanden bei diesen Unternehmungen, noch heute trifft sich der "Club" einmal im Monat im Sendener Seniorentreff zu Kaffee und einem Viertele Wein. Zwar ist er zuletzt als Reiseorganisator kürzer getreten, doch nächstes Jahr möchte es Ludwig Rommel noch einmal wissen. Wenn es seine Gesundheit zulässt, soll es zum 30. Geburtstag des Clubs eine Wanderreise geben.

Privat hat Rommel einiges durchgemacht. Der gebürtige Balzheimer verlor früh seinen Vater und war als junger Mann vier Jahre in russischer Kriegsgefangenschaft. Seine Frau Martha, mit der er in Aufheim erst einen Lebensmittelladen und eine Gastwirtschaft, später eine Druckerei betrieb, starb 1988. Erst kürzlich überstand er eine schwere Krankheit. Doch seinen Optimismus hat er nie verloren: "Es gibt so viel Schönes, an dem man sich freuen kann", sagt er. Ein wenig Yoga, spazieren gehen, lesen, Leute treffen - das sei doch "richtig klasse". Diese Einstellung gibt er gerne weiter, etwa als Drehorgelspieler bei Besuchen im Pflegeheim oder auf Gartenfesten. "Es kostet doch nix, zu den Leuten nett zu sein." Für sein ehrenamtliches Engagement wurde Rommel mit dem Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.

Den ganzen Tag stillsitzen ist nichts für den rüstigen Senior. Mit 84 spielte er noch im Freilichttheater Balzheim einen alten Flussmeister und hatte dabei riesigen Spaß. "Man muss was tun und nicht warten, dass andere was für einen machen", ist einer seiner Wahlsprüche. Dafür, dass keine Langeweile aufkommt, sorgt auch seine große Familie: Der dreifache Vater Rommel hat sieben Enkel und sechs Urenkel.

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