Ein schwerer Abschied

Nach fast zehn Jahren in der evangelischen Gemeinde Senden sind gestern Pfarrer Christoph Rupprecht und seine Familie offiziell verabschiedet worden. Beim Festgottesdienst gab es viel Lob für seine Arbeit.

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Viele Menschen versammelten sich, um Pfarrer Rupprecht und seiner Frau Jutta zum Abschied die Hände zu schütteln. Foto: Claudia Schäfer

Ein neues Gemeindehaus, ein großer Kirchplatz als "Juwel am Eingang zur Innenstadt", eine Sendener Tafel, die Bedürftige mit Lebensmitteln versorgt - die Liste der großen Projekte, die während Christoph Rupprechts Zeit als evangelischer Pfarrer in Senden verwirklicht wurden, ist lang. Viele Redner wie die Neu-Ulmer Dekanin Gabriele Burmann, Landrats-Stellvertreter Dieter Wegerer und Bürgermeister Kurt Baiker betonten den großen Einsatz, mit dem sich Rupprecht und seine Frau für die Menschen engagiert hätten.

Die Arbeit des Pfarrers sei "ein Meilenstein" gewesen, sagte der Sendener Bürgermeister Kurt Baiker. Er sei "sehr traurig", dass Rupprecht als "Seelsorger mit Leib und Seele" Senden verlasse und ins fränkische Erlangen-Tennenlohe wechsle.

"Doll vermissen" werde er seinen evangelischen Kollegen und Freund, sagte der katholische Stadtpfarrer Stephan Spiegel. Er und Rupprecht hätten nie viel über Ökumene gesprochen, sondern sie im Miteinander praktiziert.

Auch die Querelen innerhalb der Kirchengemeinde fanden im Festgottesdienst ihren Niederschlag. In Reden und Fürbitten war vom Wunsch nach Frieden und Versöhnung die Rede. Deutlich wurde Beate Altmann, die Vertrauensfrau des Kirchenvorstands. Sie habe angesichts von Vorwürfen, falschen Anschuldigungen, Lügen, Machtspielen und anonymen Internet-Anschuldigungen gegen Rupprecht eine "gehörige Portion Wut im Bauch", sagte sie. Die Gemeinde habe von Rupprecht unendlich mehr empfangen als sie gegeben habe. Es sei wichtig, miteinander statt übereinander zu reden. Rupprecht nannte seine Zeit in Senden die "nicht unbedingt glücklichste, aber beruflich erfolgreichste" und mahnte eine "Kultur des Vertrauens" an. Die Gemeinde sei den Menschen zugewandt, auch denen, die gesellschaftlich und kirchlich am Rand stünden. Das solle so bleiben.

Nach dem Gottesdienst verabschiedeten sich die Sendener persönlich von der Pfarrerfamilie, zuerst auf dem Kirchplatz und dann beim "italienischen Fest" im Paul-Gerhardt-Haus.

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