Pater Roman Löschinger feiert er silbernes Priesterjubiläum

Pater Roman Löschinger ist als Leiter des Bildungszentrums Roggenburg über die Grenzen des Kreises Neu-Ulm bekannt. Nun feiert er silbernes Priesterjubiläum.

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Liebe auf den ersten Blick sieht anders aus: Als Pater Roman Löschinger an einem nebeligen Novembertag 1983 das Roggenburger Kloster besuchte, fand er einen alten Bau vor. „Das war ein gruseliger Anblick“, sagt der 54-Jährige und lacht. „Ich habe mich ernsthaft gefragt, ob diese Bruchbude meine Zukunft sein kann.“ Er arrangierte sich aber schnell und fand in der schwäbischen Gemeinde eine neue Heimat. Inzwischen wirkt er bereits seit 25 Jahren als Priester im Prämonstratenser-Kloster.

 Der Wunsch, ein Theologie-Studium zu absolvieren und später die Priesterweihe zu empfangen, reifte bei dem gebürtigen Kaufbeurer schon im Jugendalter. In seiner Heimatgemeinde war der spätere Pater Oberministrant und engagierte sich bei der Landjugend und beim Sozialverband Kolping. „Ich wurde sehr durch unseren damaligen Stadtpfarrer geprägt und war oft im Pfarrhof und in der Kirche anzutreffen.“ Nach dem Abitur 1982 absolvierte er seinen Zivildienst beim Roten Kreuz. Der junge Rettungssanitäter erlebte Situationen, die er nie vergessen wird, wie er sagt. „Diese Zeit war eine wichtige Grundschule für soziale Fragen.“

Interesse an sozialer Realität

Sein Theologie-Studium begann er 1983 in Benediktbeuern. Gleichzeitig schrieb er sich für den Studiengang Sozialpädagogik ein. Eine außergewöhnliche Entscheidung für einen angehenden Priester. „Mein Interesse galt schon damals nicht nur dem Wort vom Himmel, sondern auch der sozialen Realität und der Lebenslage der Menschen“, sagt Pater Roman. Zwei Jahre nach Studienbeginn legte er eine Pause ein, um ein Ordens-Noviziat zu absolvieren. Ein Leben als Diözesanpriester kam nicht in Frage: „Ich wollte unbedingt in einer Gemeinschaft leben.“ Er schloss sich der Prämonstratenser-Abtei Windberg an, da der im Mittelalter gegründete Orden eine Seelsorger-Gemeinschaft sei und große Gelassenheit ausstrahle.

 Nach der Priesterweihe 1992 in Windberg war Pater Roman als Kaplan im Einsatz. Zusammen mit Pater Konrad betreute er die Gemeinden des damaligen Roggenburger Pfarrverbands. Zwei Jahre später übernahm er die Stelle des Landjugendpfarrers der Diözese Augsburg. Unter dem Motto „Leben feiern“ zog er von Dorf zu Dorf und versuchte junge Leute für den Glauben zu begeistern. Außerdem entwickelte er zusammen mit Jugendlichen die 72-Stunden-Aktionen, in denen sich Heranwachsende drei Tage lang für ehrenamtliche Projekte engagieren. „1997 haben wir die Aktion im Landkreis erprobt, inzwischen ist sie deutschlandweit auf Tour“, berichtet Pater Roman stolz.

Vielfältiges Angebot

Große berufliche Veränderungen gab es 1998: Pater Roman begann mit der inhaltlichen Konzeption des Bildungszentrums, zum 1. Januar 1999 wurde er hauptberuflich für die Entwicklung und Leitung der Einrichtung angestellt. „Obwohl der Bau noch nicht gestanden ist, haben wir schon vor der Jahrtausendwende mit der inhaltlichen Arbeit begonnen.“ Der Geistliche organisierte die ersten Familienumweltnachmittage und rief die Kinderbuch-Ausstellungen ins Leben. Seit der Fertigstellung im Februar 2002 arbeitet er als Direktor des Zentrums, das vielfältige Angebote aus den Bereichen Familie, Umwelt und Kultur im Programm hat. Pater Roman spricht von einer Erfolgsgeschichte.

 Ein Schwerpunkt seines Wirkens ist für den Prämonstratenser die Begleitung von Mitmenschen. Er diskutiert mit ihnen über den Umgang mit den eigenen Ressourcen, Lebensthemen und Glaubensfragen. „Die Gespräche sind oft eine Mischung aus Lebensberatung und Beichte“, stellt Pater Roman fest.

Auch zukünftig möchte er anderen mit Rat und Tat zur Seite stehen und sich überdies in seiner Funktion als Provisor um die wirtschaftlichen und finanziellen Angelegenheiten der Roggenburger Gemeinschaft kümmern. In den nächsten Jahren soll die vollständige Finanzierung der Kloster-Sanierung gesichert werden. Löschinger ist überzeugt: „Das müssen wir gemeinschaftlich und zusammen mit Freunden auf die Reihe bringen.“

Festakt Pater Roman Löschinger wurde am 6. Juni 1992 zum Priester geweiht. Sein silbernes Jubiläum feierte er am vergangenen Pfingstmontag zusammen mit dem Norbertusfest in der Klosterkirche. Nach dem Festgottesdienst empfing der Pater die Roggenburger Gemeinde und Wegbegleiter zu einem kleinen Festakt.

Freude „Dieser Tag ist ein Moment des Innehaltens. Das Jubiläum bedeutet eine Etappe, die mich dankbar macht und mit Freude erfüllt“, sagte Pater Roman.

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