Ehrenamtskarte kommt auch im Landkreis Neu-Ulm

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Die Ehrenamtskarte des Freistaats Bayern.  Foto: 

Ein Nachzügler ist der Landkreis Neu-Ulm in der Regel nicht. Bildungsregion, das entstehende Fernwärmenetz: Die Neu-Ulmer mischen gerne vorne mit. In einem Punkt haben sie es aber bislang schleifen lassen: bei der Einführung der bayerischen Ehrenamtskarte, die Helfern und Engagierten Vergünstigungen bringt, also etwa einen reduzierten Eintritt ins Schwimmbad und andere Rabatte. Je nachdem, was der entsprechende Kreis an Kooperationspartnern und so genannten Akzeptanzstellen an Land zieht.

In fast allen bayerischen Kreisen gibt es dieses Angebot. Als einer der letzten werden Kreis und Stadt Augsburg bald folgen, hieß es im Sozialausschuss des Kreistags. Bleibt Neu-Ulm, wo die Ehrenamtlichen noch ohne Karte auskommen müssen. Und das, obwohl deren Engagement auf Festen und Versammlungen von Kommunalpolitikern gerne in den Himmel gelobt wird.  „Die Einführung der Ehrenamtskarte ist aber nicht für Sonntagsreden gedacht“, stellte Landrat Thorsten Freudenberger in der Sitzung klar. Die Neu-Ulmer Karte soll, wenn sie 2018 kommt, Hand und Fuß haben. Also etwa namhafte Akzeptanzstellen. „Das steht und fällt mit dem Engagement vor Ort“, sagte Freudenberger.

Außerdem gebe es auch noch an anderen Stellen Klärungsbedarf, berichtete der zuständige Mitarbeiter aus dem Fachbereich Soziales. Wer in den Genuss einer Ehrenamtskarte kommen will, muss einen Nachweis über Art und Umfang seines gesellschaftlichen Engagements erbringen. Das bescheinigt dann in der Regel der Vereinsvorsitzende. Was aber ist mit Menschen, die sich außerhalb von Vereinsstrukturen einbringen? Wer dokumentiert deren Leistungen?

Die Ausschussmitglieder waren einstimmig dafür, die Ehrenamtskarte auf den Weg zu bringen. Die Freiwilligenagentur des Landkreises Neu-Ulm ist beauftragt, das Konzept auszuarbeiten und beim bayerischen Ministerium für Familie und Soziales eine Anschubfinanzierung über 5000 Euro zu beantragen. Zudem erhält der Fachbereich Soziales im Landratsamt für 2018 und 2019 wegen der Einführung ein höheres Budget von jährlich bis zu 6000 Euro. In Vorgesprächen hatten unter anderem das Elchinger Hallenbad, die Neu-Ulmer Kartbahn, der Waldseilgarten in Wallenhausen und das Bildungszentrum des Klosters Roggenburg Interesse an einer Zusammenarbeit bekundet. Insgesamt ist das Feedback aber noch durchwachsen, von flächendeckend kann noch keine Rede sein. Das Werben um weitere Akzeptanzstellen wird nun weiter intensiviert.

Dieter Wegerer (FW) lobte in der Sitzung, dass der Anlauf für die Ehrenamtskarte „ohne Personalmehrung“ – und die damit verbundenen Kosten – auskomme. Und Raphael Bögge (CSU) regte an, die ehrenamtlichen Organisationen in den Städten und Gemeinden vor Ort beim Projekt von Beginn an „mitzunehmen“. „Wegen der Karte fängt niemand an, sich ehrenamtlich zu engagieren“, sagte Landrat Thorsten Freudenberger. „Aber sie ist eine Form der Wertschätzung für Ehrenamtliche.“

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