Dorfladen Jedesheim plant „Projekt Zukunft“

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Die Genossenschaft des Dorfladens Jedesheim möchte von der Volksbank Ulm-Biberach das Außenstellen-Grundstück samt Gebäuden kaufen, die Bauten abreißen und einen neuen Dorfladen bauen. Dies Pläne sind unter dem Begriff „Projekt Zukunft“ zusammengefasst. „Vor etwa vier Wochen kam die Volksbank Ulm-Biberach auf uns zu und unterbreitete uns ein entsprechendes Angebot“, sagt der Vorsitzende Andreas Miller in der außerordentlichen Hauptversammlung. Dabei sei die Genossenschaft der absolute Wunschkandidat als Käufer und würde das Objekt zu guten Konditionen bekommen.

Ende Februar hatte die Bank die Schließung von insgesamt sechs Filialen zum 1. Juli angekündigt, darunter auch die Außenstelle im Illertisser Ortsteil Jedesheim. Seitdem kursierten verschiedene Ideen und Gerüchte, was mit der mitten im Ort gelegenen Immobilie nach dem Bankrückzug passieren solle – zumal das Objekt in direkter Nachbarschaft zum Marienplatz liegt, der im Zuge der laufenden Dorferneuerung eine zentrale Rolle einnehmen und weiterhin als Dorfmittelpunkt dienen soll.

Nach Millers Vorstellungen könnte auf dem Grundstück ein Neubau mit Ladenlokal im Erdgeschoss und vier Mietwohnungen im ersten Stock entstehen. Damit hätte der Dorfladen einerseits den dringend benötigten Platz für mehr Laden- und Lagerfläche sowie Büro- und Aufenthaltsräume zur Verfügung. Auch die anstehenden Investitionen in Kühlung und Gebäude könnte so möglicherweise umgangen werden. Außerdem sind im Neubau ein Café und ein Begegnungsraum angedacht, die den Bürgern und Vereinen nach Bedarf auch abends offen stehen.

Illertissens dritter Bürgermeister Wolfgang Ostermann sieht darin genau wie mit einem modernen Dorfladen eine große Chance, die Lebensqualität und das aktive Dorfzentrum im nördlichen Ortsteil von Illertissen zu sichern – aufgrund des Tatendrangs und Zusammenhalts der Jedesheimer habe er auch keine Bedenken, dass so eine Mammutaufgabe nicht gemeinsam gestemmt werden könne.

Einige der etwa 60 anwesenden Genossenschaftsmitglieder betrachten die Pläne kritischer, vor allem angesichts der von Markus Alander präsentierten hypothetischen Kostenkalkulation von 800 000 Euro für den Grundstückskauf, Abriss der Bestandsgebäude und Neubau des neuen Dorfladens samt Wohnungen. Sowohl Wolfgang Ries als auch Arnold Wölki kommen mit Spontanrechnungen schnell auf 1,5 Millionen Euro für das gesamt Projekt, etwaige Rücklagen seien darin noch nicht einmal enthalten.

Wölki stellt zudem noch die Frage nach der Finanzierung, zumal der Dorfladen aus dem operativen Geschäft aktuell nur minimale Gewinne abwirft. Das Jahresplus sei stets auf die Vermietungen der darüberliegenden Wohnung und Stellfläche für die mobile Sparkasse zurückzuführen. „Für die Finanzierung des Neubaus sind die vier Wohnungen im ersten Stock unerlässlich“, kontert der Aufsichtsratvorsitzende Jürgen Kolb, zudem profitiere man von den aktuell sehr niedrigen Zinsen und deren Festschreibung bei der Bank auf 30 Jahre.

Änderung der Satzung?

„Wie das Gebäude dann letztlich aussieht und wo wir kostentechnisch landen, kann heute noch keiner genau sagen“, ergänzt Kolb, dies sei in der Kürze der Zeit genau wie eine vernünftige Kalkulation gar nicht machbar gewesen.

„Im nächsten Schritt gilt es nun, das Grundstück möglichst günstig zu erwerben und die Satzung der Genossenschaft dahingehend zu ändern, dass auch vermehrt Einnahmen aus Mieten erzielt werden können“, sagt Kolb abschließend. Letzteres könnten die Mitglieder in einer weiteren außerordentlichen Hauptversammlung in sechs bis acht Wochen entscheiden.

Im Anschluss will die Dorfladen- Genossenschaft dann in aller Ruhe die Planungen für den möglichen neuen „Lebensmittelpunkt“ in Jedesheim vorantreiben und genau prüfen, welche Größe und welches Konzept für das „Projekt Zukunkt“ am sinnvollsten sind.

Entwicklung Seit mehr als 15 Jahren ist der Dorfladen im Herzen von Jedesheim die Einkaufsmöglichkeit vor Ort für den täglichen Bedarf. Betrieben wird der 100 Quadratmeter große Laden von einer 260 Mitglieder starken Genossenschaft, die größtenteils aus Jedesheimer Bürgern besteht. Diese unterstützen die hauptamtlich angestellte Geschäftsführerin auch ehrenamtlich im Verkauf und Betrieb, dazu gibt es Veranstaltungen wie den Blümlesmarkt.

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