Doch eine zünftige Maibaumfeier

Und es geht doch: Die Aufheimer werden ihren Maibaum heuer wieder mit Stangen und Muskelkraft in die Höhe wuchten. Seit 2010 war wegen Sicherheitsbedenken ein Autokran zum Einsatz gekommen.

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Maibäume dürfen von Hand aufgestellt werden. Archiv: Claudia Schäfer

Das Maibaum-Stellen, früher eine zünftige Angelegenheit mit viel Tradition, war in Senden und seinen Ortsteilen in den vergangenen zwei Jahren eine recht nüchterne Sache. Um jedes Risiko für Vereine und Besucher, aber auch die Haftung für die Organisatoren der Maibaumfeiern auszuschließen, wurde vom Schlagen der Bäume bis zum Aufstellen alles in städtischem Auftrag und mit Fachfirmen erledigt. Die Vereine durften den Baum nur noch entrinden und schmücken, das aber ausdrücklich im Auftrag der Stadt Senden und damit unter dem Schutz der kommunalen Haftpflichtversicherung. Die Stadtverwaltung berief sich dabei auf die Versicherungskammer Schwaben, die Maibäume als "gefahrträchtige Einrichtungen" definiert hatte.

Doch nicht allen Aufheimer Bürgern gefiel diese neue Art der Maibaumfeier. Es seien immer weniger Leute gekommen, berichtete der Aufheimer Feuerwehrkommandant Gerhard Werner. Doch so einfach wollte die Dorfgemeinschaft diese alte Tradition nicht sterben lassen. Hans-Ulrich Schwarzmann, Vorsitzender des Sportvereins, nahm Kontakt zur Versicherungskammer auf und fragte nach, wie Tradition und Sicherheit unter einen Hut zu bringen wären.

Die überraschende Antwort: Werde in Aufheim ein städtischer, also geprüfter Baum verwendet, handle es sich auch beim Aufstellen durch die Vereine im weitesten Sinne um eine städtische Veranstaltung, kommunale Unfall- und Haftpflichtversicherung inklusive. Die Versicherung habe gar nicht verstehen können, dass es daran Zweifel gebe, so Schwarzmann.

Bevor er sich an Bürgermeister Kurt Baiker wandte, besprach sich der Vereinsvorsitzende mit Gerhard Werner, dem Kommandanten der Aufheimer Feuerwehr und dem Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Bernhard Görthofer. Werner und Görthofer überprüften die langen Fichtenstangen, die seit 2009 trocken und luftig bei der Feuerwehr lagern und gaben grünes Licht: Das Material sei völlig in Ordnung.

Als sich die Feuerwehrchefs bereit erklärten, die technische Leitung des Maibaumstellens zu übernehmen und auch wieder starke Burschen zusammen zu trommeln, holte sich Schwarzmann das O.k. des Bürgermeisters. "Das brauchen wir, damit das Ganze unterm städtischen Dach abläuft." Nun wird die Stadt also einen vom Statiker überprüften Maibaum stellen und die Vereine werden ihn schmücken und aufrichten. So etwas sei in anderen Orten in Bayern selbstverständlich, sagt Schwarzmann.

Ein unbeherrschbares Risiko sei das Aufstellen mit Muskelkraft nicht. Schließlich gebe es eine Halterung, mit der der Baum beim Aufstellen gegen das Wegkippen und Wegrutschen gesichert sei. Wenn nun noch das Wetter mitspiele, werde der Vorabend des 1. Mai ein Festabend für das ganze Dorf: "Wir haben erfolgreich für eine schöne Tradition gekämpft", freute sich Hans-Ulrich Schwarzmann.

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