Die Kindergärten sind voll

Mehr Geburten, mehr Zuzug: Senden muss neue Betreuungseinrichtungen schaffen. Auf die Schnelle werden Gemeindehäuser umgenutzt.

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Bobby-Cars flitzen durch das Gemeindehaus: So war das vor fast vier Jahren im  Haus  der  Begegnung in Senden, als die Erweiterung des Kinderzentrums St. Christophorus nicht rechtzeitig fertig wurde. Auch in Wullenstetten musste damals improvisiert werden, mussten Mädchen und Jungen im Katharinenhaus betreut werden, weil der Kindergarten-Neubau noch nicht zur Verfügung stand. Bald werden in Senden wieder solche Provisorien notwendig sein: Denn die Kinderzahl nimmt überall zu, die Plätze aber fehlen noch.

Wie am Dienstag im Bildungsausschuss des Stadtrates bekannt wurde, plant die katholische Pfarrkirchenstiftung ab März 2018 mit zwei Notgruppen: Eine weitere, damit vierte Kindergartengruppe, soll in einem bisher ungenutzten Raum im Kindergarten St. Josef untergebracht werden. Um im Kinderzentrum St. Christophorus Platz für eine siebte Krippengruppe zu schaffen, will die Kirche wie schon vor vier Jahren das benachbarte Haus der Begegnung in Beschlag nehmen. Geplant ist eine Rochade: Eine der Hort-Gruppen zieht ins Gemeindehaus, die ganz Kleinen in den Krippen-Raum. Weil es sich um größere Kinder handelt, Hort-Kinder gehen ja schon in die Schule, sei die Umstellung kein Problem, meinte Walter Gentner von der Stadtverwaltung. Die Zustimmung des Landratsamtes zu den Notlösungen steht aus, wird aber erwartet. Langfristig soll die geplante Groß-Kita mit fünf Kindergarten- und vier Krippen-Gruppen auf dem Weberei-Gelände den Bedarf decken.

Eng wird es laut den Prognosen auch im benachbarten städtischen Kindergarten in Ay. Dort entsteht eine siebte Gruppe, für die ein Container auf der Südseite aufgestellt werden soll. Kostenpunkt: rund 200.000 Euro.

In Witzighausen, wo sich das Neubaugebiet Gänsäcker mit Familien füllt, soll der Kindergarten jetzt erweitert werden. Wie berichtet, wird das Gebäude derzeit schon erweitert, umgebaut und saniert: Zwei Kindergartengruppen sowie eine Kinderkrippe mit zwölf Plätzen soll das Haus künftig beherbergen. Die neuen Zahlen machen nun eine weitere, dritte Kindergartengruppe notwendig. Diese soll in dem bisher als Mehrzweckraum vorgesehenen Zimmer unterkommen. Als Ersatz dafür wird eben ein Bewegungsraum drangebaut.

Bereits beschlossen ist die Erweiterung des Kindergartens in Aufheim. Dort soll zu den bestehenden zwei Kindergartengruppen eine Krippe kommen. Weil das im laufenden Betrieb nicht geht, weil sich Arbeiter und Kinder tunlichst nicht in die Quere kommen sollen, wird ein Ausweichquartier gesucht. Dieses könnte wiederum das Katharinenhaus in Wullenstetten sein. Freilich müssen Kirche und Landratsamt erst zustimmen.

Die Stadträte waren ein Stückweit ernüchtert. Von einer „Kostenexplosion“ sprach Hans-Manfred Allgaier, FWG. Die Zustimmung war aber einhellig.

Kooperation Weitere Kindergarten- und Krippenplätze in Senden sollen mit der Lebenshilfe Donau-Iller entstehen. Diese muss ihr Heilpädagogisches Zentrum (HPZ) an der Holsteiner Straße erweitern und sanieren, vielleicht sogar neu bauen. Dabei soll bis Ende 2019 ein „Inklusives Kinderhaus“ entstehen. Vorstellbar wären zwei integrative Krippen-Gruppen – ein Novum in Senden – für je vier Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf und fünf Regelkinder sowie als Erweiterung des bestehenden Lindennests eine Verdoppelung auf vier Kindergartengruppen mit je fünf Förder- und zehn Regelplätzen. So skizzierte es Andreas Frimmel, der die Gesamtleitung Kindheit und Jugend am HPZ innehat. Stadträte und Bürgermeister waren alle dafür. Unklar blieb, ob die Lebenshilfe die Voraussetzungen für die weiteren Planungen vorliegen hat. Oder, ob die Stadt ihr noch Bedarfszahlen und eine Kaufgarantie für das Grundstück an der Holsteiner Straße geben muss. Beide Seiten erklärten aber den guten Willen zur Zusammenarbeit.

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