Die Gänsehaut muss man hinbekommen

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Gemeinschaftswerk: In Langenau proben Musiker und Sänger für einen besonderen Auftritt.  Foto: 

Eins, zwei, drei: Chordirektorin Ulrike Blessing zählt die Schläge laut mit. Nicht schleppen, exakt im Dreivierteltakt bleiben! Erstmals probten Sänger und Streicher am Samstag im evangelischen Gemeindehaus. In zwei Wochen führen sie das Brahms-Requiem auf. Eigens dazu fand sich ein „Projektchor“ zusammen. Er besteht aus etwa 80 erfahrenen Sängern. Viele von ihnen kommen aus den Kirchenchören Langenaus und Umgebung sowie dem Kammerchor der Musikschule.

„Für so ein Werk gewinnen wir jedoch auch Menschen, die nicht konfessionell gebunden sind“, sagt Jörg Sziel, Leiter der Verbandsmusikschule. Er hat mit den Musikern den   Orchesterpart einstudiert und reiht sich mit seiner Bratsche ein in die Streicher. Viele Bläser werden „von außen“ kommen, etwa von der Philharmonie in Reutlingen oder aus Stuttgart. Dirigenten sind Kantor Conrad Schütze vom evangelischen und Ulrike Blessing vom katholischen Kirchenchor.

Seit März üben die Sänger jeweils an einem Samstag pro Monat, hinzu kommen Einzelstimm- und Zusatzproben. Für alle Mitwirkenden ist das Kraftakt. Schon die ersten Töne bei der Probe lassen hören: Diese Musik berührt Aufführende wie Zuhörer. Ulrike Blessing beginnt mit dem zentralen vierten Satz. „Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth!“ – Worte aus Psalm 84. Brahms vertonte Texte aus Altem und Neuem Testament – darunter Seligpreisungen der Bergpredigt. „Die Sänger müssen richtig arbeiten“, sagt Sziel. Schwierig seien vor allem die langen, großen Linien und die Tatsache, dass es „kein Verschnaufen“ gibt. Der Chor hat nie Pause, auch nicht während der Solopartien von Sopran (Angelika Lenter) und Bariton (Denis Sörös).

Das Brahms-Requiem ist bereits das siebte kirchenmusikalische Großprojekt in Langenau. Los ging es im Jahr 2000 mit „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. In drei- beziehungsweise zweijährigem Abstand folgten weitere große Werke. „Jetzt wagen wir uns an die Herausforderung ,Brahms-Requiem´“, sagt Sziel. „Das haben wir uns lange aufgehoben.“

Dem Werk mit den „für die damalige Zeit kühnen Harmonien“ (Sziel) begegneten sowohl Orchester- wie auch Chorleiter mit höchstem Respekt. Es bestehe aus „lauter Gänsehaut-Stücken“, und „die Gänsehaut muss man auch hinbekommen“.

Info „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms erklingt am Sonntag,
26. November, um 17 Uhr in der Martinskirche in Langenau. Karten gibt es im Vorverkauf bei Chicolino Fashion und im evangelischen Gemeindebüro.

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