Dicht gedrängtes Programm bei Weißenhorner Kulturnacht

Die Kulturnacht 2015 lockt mit neuen Veranstaltungsorten und noch mehr Künstlern, darunter einem Unternehmer, der ordentlich Theater macht. Und Organisator Volker Drastik ist ebenfalls neu.

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  • An 29 Veranstaltungsorten, wie hier in der Schranne, haben die Besucher in Weißenhorn die Gelegenheit, Kultur hautnah zu genießen. 1/2
    An 29 Veranstaltungsorten, wie hier in der Schranne, haben die Besucher in Weißenhorn die Gelegenheit, Kultur hautnah zu genießen. Foto: 
  • Andreas Kierndorfer tritt mit einem selbst geschriebenen Ein-Mann-Stück auf. 2/2
    Andreas Kierndorfer tritt mit einem selbst geschriebenen Ein-Mann-Stück auf. Foto: 
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So viel Programm bietet die Weißenhorner Kulturnacht am kommenden Mittwoch, 13. Mai, dass alles kaum noch auf den obligatorischen Flyer passt. Zehn Veranstaltungen mehr als im Vorjahr sind es, die der frisch gebackene Kulturbeauftragte der Stadt, Volker Drastik, unter das Dach der Kulturnacht gepackt hat. Auch wenn damit die Suche nach neuen Veranstaltungsorten nötig wurde.

Doch Drastik hat es geschafft, und so sind heuer auch der Gasthof "Engel", die Schluckenauer Heimatstube, die zukünftige Schlossgaststätte und die Heilig-Geist-Kirche Anlaufstellen für Kulturbegeisterte. Im Gewölbe der zukünftigen Schlossgaststätte tritt als "Wanderer zwischen den Welten" der Hirte Stefan Hämmerle auf.

Außer Hämmerle gibt es unter den Künstlern weitere Kulturnacht-Neulinge. So ist in der Chocolaterie der Schnellzeichner David Müller zu sehen, im Eiscafé Saviane zeigt Steffen Berschin einige seiner Fotografien. In der Stadtbücherei tritt neben Eberhard dem Liedersammler Florian Arnold auf und gibt Einblicke in sein neues Buchprojekt.

Der Unternehmer Andreas Kierndorfer wird im historischen Stadttheater mit einem selbst geschriebenen Ein-Mann-Stück auf der Bühne stehen. "Grant trifft Satire" hat er seine Begegnung des Engels Aloisius mit Kurt Tucholsky genannt. Die Idee kam dem 59-Jährigen bereits bei der Kulturnacht 2014. "Ich habe das Programm sehr genossen, aber das Theater fehlte ein bisschen." Die Stadt habe ein so tolles historisches Stadttheater, das könne auch und gerade bei der Kulturnacht ausgenutzt werden. Kierndorfer beschloss, selbst für mehr Theater zu sorgen und meldete sich frühzeitig als Teilnehmer der Kulturnacht an.

Ende 2014 schrieb er sein 50-Minuten-Stück, das er als "Mischung aus Theater, Satire und politischem Kabarett" beschreibt. Unterhaltsam sollte es sein, aber auch etwas Tiefgang haben, erläutert Kierndorfer. Als Akteure wählte er, der gebürtige Münchner, den Engel Aloisius und den Dichter, Journalisten und Autor Kurt Tucholsky. Ludwig Thomas "Aloisius" habe ihn durch die Kindheit begleitet, Tucholsky habe er bereits als "Jugendlicher mit langen Haaren" toll gefunden. Wie Tucholsky und Thoma in seinem Stück zusammengeführt werden, will Kierndorfer nicht verraten. Die einzigen, die sein Stück bisher zu sehen bekamen, waren Familienmitglieder, also "die kritischsten Zuschauer, die man sich vorstellen kann". Und denen habe es gefallen, erzählt der Unternehmer. Das habe ihm Mut gemacht, dass seine Idee auch ein größeres Publikum ansprechen werde.

Für die Aufführung hat die Kierndorfer-Familie mobile Kulissen gebastelt, denn vor und nach dem Unternehmer gehört die Stadttheater-Bühne Musikern und Sängern. Zehn Minuten Auf- und Abbauzeit sei das Höchste, so Kierndorfer. "Da ist dann die ganze Familie am Rödeln." Er freue sich auf seinen Auftritt, es sei einfach "toll, mal auf dieser historischen Bühne zu stehen". An eine Wiederholung im kommenden Jahr denke er nicht: "Das wird's nur einmal geben."

In einer Theatergruppe hat der Münchner noch nie mitgemacht, dafür hat er jede Menge Bühnenerfahrung als Moderator und Referent. Angst habe er keine, aber Lampenfieber gehöre dazu, so Kierndorfer. Er hoffe, dass sein Stück dem Publikum gefällt. "Und mir gefällt es, dank Aloisius mal zu meiner Muttersprache Bayerisch zurückzukommen."

Kultur an 29 Veranstaltungsorten

Programm Das Kulturnacht-Programm beginnt am kommenden Mittwoch um 18 Uhr und dauert bis nach 23 Uhr. Der Weißenhorner Kulturbeauftragte Volker Drastik verspricht eine gute Mischung aus Musik, Wortkunst und darstellender Kunst. An mehreren Orten, etwa beim historischen Stadttheater, in der Schluckenauer Heimatstube, in "Birkles Tröpfle", im ehemaligen Elektro-Spießhofer, im Instrumentenstüble und beim Alten Rathaus, wird Essen und/oder Trinken angeboten. Ein Wegweiser am Kirchplatz gibt Auskunft über Veranstaltungsorte und Auftrittszeiten, außerdem liegen an sämtlichen 29 Veranstaltungsorten Flyer mit dem Gesamtprogramm aus. Zu finden ist das Programm auch auf der Homepage der Stadt: www.weissenhorn.de.

 

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