Der schwierige Tanz auf einem Rad

Vorwärtsfahren, Rückwärtsfahren, Pendeln. Am Sonntag veranstaltete der Radsportverein Illertissen einen Einradtag. Anfänger und Nachwuchsfahrer konnten bei Geschicklichkeitsspielen ihr Können verbessern.

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Der Hintern sollte fest im Sattel sitzen, rutscht dann aber doch immer hin und her. Die Füße versuchen, auf zwei kleinen Pedalen links und rechts des 20-Zoll-Rades Halt zu finden. So ergeht es fast jedem, der erstmals versucht, auf einem Einrad zu fahren. "Das ist auch gar nicht so einfach. Auch nicht, wenn es nur geradeaus geht", bestätigte Ingrid Kreuzer, 35, Einradtrainerin beim Radsportverein Illertissen, am vergangenen Sonntag bei einem Informationstag für Interessenten, Anfänger und Nachwuchsfahrer in der Vöhlinhalle.

Bereits früh am Morgen ging es los. 9 der 81 Teilnehmer waren sogar aus Hessen angereist. "Beim Einradfahren ist der nächste Verein meistens nicht gleich um die Ecke", sagte Ingrid Kreuzer. Anders im Landkreis Neu-Ulm, wo diese Sportart sowohl in Illertissen wie auch in Altenstadt trainiert und ausgeübt wird - es gibt Gruppen, die an Wettrennen teilnehmen, andere führen Choreographien zu Musik auf, es existiert ein Hockeyteam und manche brettern auf einem Rad durch die Landschaft wie auf einem Mountainbike. Organisatorin Kreuzer: "Oft ist es so, dass die Mamas Trainerin einer Einradgruppe sind. Und sie können oft selbst nicht richtig fahren." Unter anderem deshalb veranstalteten die Illertisser Einradfahrer ihren Einradtag: Damit die Mütter Anregungen für die Trainingsgestaltung bekommen. Und natürlich zum Fahrspaß für die Kinder. An insgesamt 17 Stationen testeten die Nachwuchsfahrer ihre Geschicklichkeit. Der eine oder andere kam da sehr schnell ins Schwitzen.

Nach der Mittagspause gaben die Mädels von der Illertisser Fortgeschrittenengruppe ihre Kür zum Besten. Ein Ansporn für den Rest. Genau so soll es mal aussehen, das Vorwärts- und Rückwärtsfahren, die Kreise, das Einbeinfahren und der Radlauf. Bei Letzterem sitzen die Füße nicht mehr auf den Pedalen, sondern sie selbst bewegen das Rad fort. Danach konnte sich der Nachwuchs bei den Workshops selbst an den verschiedenen Aufstiegen aufs Rad oder am Pendeln versuchen. Bleibt die Frage: Kann Einradfahren wirklich jeder lernen oder braucht es eine besondere Begabung? Sandra Fischer, 14, ist seit sieben Jahren in Illertissen dabei: "Das wichtigste ist der Gleichgewichtssinn. Den hat jeder und mit einer ordentlichen Portion Konzentration lässt sich das Rad fortbewegen."

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