Der Ernst des Lebens

Die Vöhringer Grundschule Süd ist eine der ersten im Landkreis, an der die künftigen Erstklässler dem Ernst des Lebens begegnet sind. Allerdings ging es bei der Einschreibung locker zu. Stress hatten die Erwachsenen.

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Schau genau hin: Helena Winkler beim Schnupperunterricht mit den künftigen Erstklässlern der Vöhringer Grundschule Süd. Foto: Matthias Kessler

Helena Winkler geht in die Knie, sie begegnet dem kleinen Mädchen an der Tafel auf Augenhöhe. Schließlich sollen die Fünf- und Sechsjährigen bei der Schuleinschreibung erfahren, dass man vor dem Unterricht in der Grundschule Süd keine Angst haben muss. So sitzen sie in einem echten Klassenzimmer an echten Schultischen und Frau Winkler ist eine echte Lehrerin - all das ist für sie richtig aufregend.

Während die Kinder Punkte auf Marienkäfern zählen, sich über Blumen unterhalten und von sich selbst erzählen, stehen die Eltern vor einem anderen Klassenzimmer Schlange. Formalitäten erledigen. Name, Alter, welcher Religionsunterricht, auch die Frage, mit welchem Freund das Kind unbedingt in eine Klasse will, all das wird im Gespräch geklärt. Was möglich ist, wird möglich gemacht.

Für Unruhe sorgt in Vöhringen derzeit die Diskussion um eine Hortgruppe, die an der Grundschule Nord entstehen soll. Zumindest hat die Verwaltung dies im Stadtrat zur Diskussion gestellt. Die Räte wollen aber erst wissen, was das kostet und ob der finanzielle Aufwand für den dann nötigen Container und das Personal vertretbar ist.

Denn Vöhringen hat schon einen Hort, und zwar in der Kindertagesstätte St. Michael, die direkt neben der Süd- und damit etwa 1,5 Kilometer von der Nordschule entfernt ist. Rund 50 Kinder sind dort untergebracht, einige fallen in den Nord-Sprengel, sind aber als Gastschüler im Süden. Alle Wünsche nach einem Hortplatz konnten erfüllt werden. "Ich wusste, dass ich wieder arbeiten gehe und habe deshalb meine Kinder gleich im St.-Michaels-Kindergarten angemeldet. Sie sind in den familiären Hort reingewachsen. Was will man mehr", sagt eine Mutter, die mit der aktuellen Lösung sehr zufrieden ist. Schließlich müsse man ja bedenken, dass es immer weniger Kinder werden.

Vorerst müssen nun alle Schüler in Vöhringen dort angemeldet werden, wo sie hingehören - auch wenn ein Geschwisterkind bereits die andere Schule besucht. Das wiederum hat die Eltern, die ihr Kind in den St.-Michael-Hort bringen wollten, in Aufregung versetzt. Zudem sind die aktuellen Gastschul-Eltern alarmiert, die Angst haben, dass ihre Kinder umgeschult werden.

"Wir müssen einfach abwarten, wie der Stadtrat entscheidet", versucht die stellvertretende Leiterin der Grundschule Süd, Helena Winkler, die Lage zu beruhigen: "Dann sehen wir weiter." Die Entscheidung fällt der Stadtrat am 29. März. Sollte es keinen Container-Hort im Norden geben, könnte die unbürokratische Gastschul-Regelung weiterhin gelten. Auch ein Bustransfer ist aber im Gespräch.

Die Kinder, die ihren ersten Unterricht hinter sich gebracht haben, freuen sich jedenfalls auf ihren ersten Schultag. Der ist am 13. September - egal ob in der Grundschule Nord, Süd oder einer anderen Stadt im Landkreis.

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