Brotfabrik: Kampf um Haustarif

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Teigmacher der Weißenhorner Brotfabrik haben aufgehört mit Teigmachen, dann legten am Donnerstagmorgen weitere Kollegen vorübergehend die Arbeit nieder. Zu dem Warnstreik waren sie von der  Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) aufgerufen worden. Es geht um die Einstellungspolitik des neuen Eigentümers – nachdem die Brotfabrik Ende 2015 von Lieken an einen italienischen Investor verkauft wurde und die Arbeitsverhältnisse der 150 Beschäftigten auf die neu gegründete Firma Jaus Bakery übergingen.

Jaus ist nicht tarifgebunden. Neueinstellungen sind somit zu schlechteren Bedingungen möglich als in den Jahrzehnten zuvor. Und das passiert nach NGG-Informationen auch: Seit 1. Januar gibt es Arbeitsverträge mit niedrigerem Stundenlohn, weniger Urlaub und ohne Rechtsanspruch auf Weihnachtsgeld. Altbeschäftigte haben Bestandsschutz und müssen weiterhin gemäß der Tarifverträge der bayerischen Brotindustrie bezahlt werden. „Es droht eine Zwei-Klassen-Belegschaft: teure Alte und günstige Neue. Das führt zu erheblicher Unruhe in der Belegschaft,“ berichtet Tim Lubecki, regionaler NGG-Geschäftsführer. Deshalb forderte die Gewerkschaft Jaus zu Verhandlungen über einen  Haustarifvertrag auf. Lubecki: „Unser Ziel ist die Bezahlung aller Beschäftigten nach den Tarifverträgen der bayerischen Brotindustrie.“ Es wurde bereits zwei Mal verhandelt. Da der Arbeitgeber nach Gewerkschaftsangaben nach wie vor darauf bestehe, neue Beschäftigte schlechter zu bezahlen, wird nun mit dem Warnstreik Druck gemacht.

Die NGG hält die Einstellungspolitik auch insofern für problematisch, als in der Region fast Vollbeschäftigung herrscht. Sie sei „ungeeignet, um qualifiziertes Personal zu rekrutieren und qualifiziertes Personal zu halten“, kritisiert Lubecki, „und das kann früher oder später auch zu Problemen mit der Qualität führen.“

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