Boomstadt Weißenhorn gehen die Wohnung aus

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Wer derzeit eine Wohnung in Weißenhorn sucht, muss neben dem nötigen Kleingeld vor allem eines haben: Geduld. „Der Druck auf den Wohnungsmarkt ist groß“, sagt Bürgermeister Wolfgang Fendt, der in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder dieselben Klagen vernimmt. „Viele finden einfach nichts mehr.“

Nun will die Stadt etwas unternehmen und massiv gegensteuern, den Wohnungsmarkt ankurbeln. Dabei hofft sie auf staatliche Zuschüsse und setzt zum einen auf die städtische Wohnungsgesellschaft, deren Kapazitäten jedoch begrenzt seien. Deshalb baut die Stadt auch auf private Investoren und Träger, um möglichst schnell Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Das wieder­um betrifft den sozialen Wohnungs­bau ebenso wie das Angebot für Interessenten, die mehr Geld in der Tasche haben und mehr in den Bau von Eigenheimen, den Kauf von Wohnungen oder in die Miete derselben investieren können. „Der Bedarf an Wohnraum ist eindeutig da. Und dem müssen wir dringend Rechnung tragen. Das erwarten die Leute von uns.“

Der Weißenhorner Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung entschieden, Kontakt mit zwei oder drei Planungsbüros aufzunehmen, die Interesse an einem Engagement in der Fuggerstadt haben. Die  Konzepte der Büros sollen dann im Stadtrat vorgestellt werden.

Die Nachfrage wachse ständig. Sie übersteige das Angebot an Wohnungen. Weißenhorn boomt, heißt es in der Verwaltung. Was nach Einschätzung des Rathauschefs kein Wunder ist. Schließlich habe die Fuggerstadt eine Menge zu bieten. Viele Schulen und Krippen, die Stiftungsklinik – und seit einigen Jahren auch den wiederhergestellten Bahnanschluss über Senden nach Ulm.

Wer also in Weißenhorn sein Heim stehen habe, sei in gerade einmal 25 Minuten bequem, einfach und günstig in Ulm. Was für viele Menschen attraktiv sei und inzwischen durchaus auch überregional wahrgenommen werde. „Seit der Reaktivierung der Bahnstrecke wohnt man in Weißenhorn doch schon fast in Ulm“, sagt Fendt, „bloß im Grünen.“

Wie viele Wohnungen und wo diese gebaut werden sollen, ist noch völlig offen. Ins Spiel gebracht hat die Verwaltung immerhin ein Areal nördlich des Spitalwegs im Weißenhorner Norden. Für dieses Areal soll demnach in einer der kommenden Stadtratssitzungen ein Bebauungsplan aufgestellt werden, in dem neuen Baugebiet die Errichtung von mehrgeschossigen Gebäuden erlaubt sein.

„Nötige finanzielle Mittel“

Es sei absolut wichtig und richtig, jetzt tätig zu werden, sagen die Fraktionssprecher Franz Josef Niebling (CSU), Herbert Richter (SPD) und Werner Weiss (WÜW). Die Stadt habe glücklicherweise vorgesorgt, sei also inzwischen im Besitz des nötigen Baulands. „Und wir haben die nötigen finanziellen Mittel“, sagt Richter mit Blick auf das Festgeldkonto der Stadt. Werner Weiss fordert bei dem Vorgehen Mut und Entschlossenheit, einen großen Wurf statt Klein-Klein. Er betont: „Wir sollten im großen Rahmen denken. 15 oder 20 neuen Wohnungen wären nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Eschach Etwa drei Millionen Euro will die Stadt in den sozialen Wohnungsbau investieren. Konkret geht es um den Bau zweier Gebäude auf dem Areal des bisherigen Obdachlosenheims im Sternberger Weg im Eschach. Die beiden Reihenhäuser mit insgesamt 16 Wohnungen werden durch zwei jeweils zweigeschossige Satteldachgebäude ersetzt.

Angebot Die neuen Gebäude bieten Platz für 28 Wohneinheiten und maximal 56 Menschen.  Derzeit wartet die Stadt auf das Okay zum Loslegen, die Baugenehmigung des Landratsamts. Baubeginn soll 2018 sein. In den Gebäuden sollen Obdachlose und andere Bedürftige unterkommen.

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