Blaskapelle Pfaffenhofen: Keine Frage des Alters

Weil die Musiker knapp wurden, startete die Blaskapelle Pfaffenhofen ein Experiment: Musiker von 11 bis 64 Jahren spielen einfach miteinander. Bislang scheint es zu klappen. Nagelprobe ist am 1. Dezember.

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Die einen gehen noch zur Schule, die anderen haben schon graue Haare: Egal! Die Blaskapelle in Pfaffenhofen besteht aus Musikern ganz unterschiedlichen Alters. So hoffen die Verantwortlichen, das Orchester weiterhin erhalten zu können. Denn es stand schon öfters vor dem Aus. Foto: Patrick Fauß

Neustart oder Ende der Kapelle. Vor dieser Entscheidung stand der Musikverein (MV) Pfaffenhofen noch vor wenigen Wochen und hat darauf jetzt mit einem ungewöhnlichen Generationen übergreifenden Experiment geantwortet. Die Idee: Jungmusiker und die alten Hasen spielen zusammen. Derzeit wird für das Weihnachtskonzert am 1. Dezember geübt.

Schon vor Jahren hatte es in Pfaffenhofen Probleme gegeben, genügend Musiker für das Blasorchester zu finden. Wie am Samstag berichtet, hatten nun weitere Musiker die Kapelle wegen Studium oder Beruf verlassen. Einer ging aus Altersgründen. 13 Kapellenmitglieder waren verblieben. "Damit waren wir nicht mehr spielfähig", stellte der Vorsitzende Mathias Reisenauer fest. Lange haben man in der Vorstandschaft überlegt, wie die Kapelle zu retten sei. Noch vor zwei Jahren hatte der Verein seinen 100. Geburtstag mit einem großen Fest gefeiert. Aber schon davor waren manche Register knapp besetzt.

Deshalb hatte der Verein bereits 2009 seine Bemühungen in Sachen Jugendarbeit verstärkt. Der vor vier Jahren damals neu zum Musikverein gestoßene Dirigenten Klaus Weiss hob das Kinderorchester namens "Musikflöhe" aus der Taufe. Auch in der musikalischen Früherziehung bei Kleinkindern ist der Verein aktiv. Schon länger besteht das Jugendorchester, das aus 11 bis 16 Jahre alten Jugendlichen der Schützenkapelle Holzheim und des Musikvereins Kadeltshofen besteht. Die Pfaffenhofener Jungmusiker der Gemeinschaftskapelle sind nun aufgefordert worden, ins reguläre Orchester einzutreten. Mit großem Erfolg. "Fast alle sind dem Ruf gefolgt", berichtet Dirigent Weiss.

"Momentan spiele ich in beiden Kapellen", erläutert Maximilian Keder (14). Das machten die meisten so. Statt einem, gibt es nun zwei Probetermine für die Jugendlichen in der Woche. Damit kann die Hauptkapelle wieder auf eine Mannschaftsstärke von 26 Musikern verweisen. Immer noch nicht üppig, es reicht aber für die meisten Auftritte. Allerdings haben die Jugendlichen in der Nachwuchskapelle andere Stücke gelernt, als für die Hauptkapelle des Vereins notwendig sind. Märsche für Umzüge oder gar eine musikalische Umrahmung etwa am Volkstrauertag waren nicht Teil des Jugendkapellen-Repertoires.

"Wir haben darum alle Termine für dieses Jahr abgesagt" erläutert Vorsitzender Reisenauer. Nur nicht das Weihnachtskonzert am 1. Dezember. Es soll der erste Auftritt in der neuen Besetzung werden. "Das Programm beim Weihnachtskonzert wird weniger getragen sein als bisher", meint Weiss. Knackige Titel wie "Winter Wonderland" oder "Olympic Spirit" sind dabei.

Im Grunde sei das generationenübergreifende Experiment ein Neuanfang, meint Reisenauer. Dirigent Klaus Weiss sieht darin kein Problem: "So sind die Vereine früher entstanden - alle, die spielen konnten und wollten, haben mitgemacht."

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