Senden: Flächennutzungsplan eine Runde weitergeschoben

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Dieses Foto von 2008 zeigt, wie dicht die Stromleitung am gläsernen Firmengebäude von Esta vorbeiläuft. Damals hieß es, wegen der Kabel seien Arbeitsplätze nicht nutzbar. Inzwischen ist die Leitung verlegt werden – doch nun soll wieder an sie heran, sogar darunter gebaut werden.  Foto: 

Die Sendener Gemarkung, also das Stadtgebiet, ist arg begrenzt. Es wird eingeengt etwa von der Iller und von Schnellstraßen. Keine leichte Aufgabe also für Geographen, dort neue Flächen für Wohnbau oder Gewerbe zu definieren. Das wurde jetzt im Stadtrat wieder deutlich, als Michael Schröder vom Büro Wick&Partner den jüngsten Entwurf des neuen Flächennutzungsplanes (FNP) vorstellte.

Ein Vorschlag lautet dabei nämlich, an der Alemannenstraße in Ay das südlich davon bestehende Gewerbegebiet nach Norden auszuweiten – und dabei sogar die Fläche unter der Hochspannungsleitung zu bebauen. „Das versteht beim FV Ay niemand“, wandte Bernd Bachmann von der SPD ein. Er verwies dabei auf den jahrelangen und letztlich vergeblichen Kampf des Fußballvereins gegen die Verschiebung der Leitung vom Ayer Ortsrand nach Norden über seine Sportplätze. Ein Grund dafür war bekanntlich die Klage der Gewerbetreibenden am Ortsrand gewesen, sie könnten wegen der Stromleitung die Computer im obersten Stockwerk nicht nutzen, ergänzte Georg Schneider, SPD. Ob dann im Bebauungsplan wenigstens eine besondere Abschirmung vorgeschrieben werde?

Planer Schröder antwortete, es gebe dort natürlich „Einschränkungen“, andererseits sei eine gewerbliche Nutzung in Gebäuden bis zu einer bestimmten Höhe aus seiner Sicht nicht ausgeschlossen. Es handele sich um städtische Flächen, die so genutzt werden könnten. Stellvertretender Bürgermeister Josef Ölberger sagte sogar, dort an der Alemannenstraße liege „das letzte Potential für Gewerbeflächen in Senden“.

Letztlich winkten die Stadträte den auch an anderen Stellen leicht veränderten Vorentwurf durch. Demnach wären möglich: 32 Hektar an Wohnbauland, 9 Hektar Mischgebiet, 28 Hektar Gewerbefläche. Der Areal des Gewerbeparkes wurde herausgenommen. Was noch fehlt, sind die Ausgleichsflächen, und diese sind rar in Senden. Weshalb Peter Ehrenberg von den Grünen den gesamten Flächennutzungsplan als überdimensioniert bezeichnete.

Der FNP-Entwurf geht jetzt in die Auslegung, sprich: Bürger und Verbände dürfen sich dazu äußern. Außerdem wird die Stadt die Bürger dazu auffordern, von sich aus Flächen zu melden, die eingebunden werden sollen. Eine solche Fläche gibt es in Wullenstetten. Sie liegt im Außenbereich, ist also nicht bebaubar. Die Eigentümer wollen dort aber ein Wohnhaus erstellen. Huber sagte, sie habe sechs weitere solche Anfragen vorliegen. Diese sollen nun alle als Prüfflächen in das FNP-Verfahren aufgenommen werden. Der neue Flächennutzungsplan soll frühestens zum Jahresende fertig sein.

Vorbereitende Bauleitplanung – das ist die Aufgabe eines Flächennutzungsplans (kurz: FNP). Allein die Darstellung einer Fläche etwa als Gewerbegebiet im FNP erzeugt noch lange kein Baurecht. Verbindliches Baurecht entsteht erst durch einen Bebauungsplan. Parallel zum FNP-Verfahren wird die Stadt Senden mehrere Bebauungspläne ins Genehmigungsverfahren schicken. Auch hier wird es eine Beteiligung der Öffentlichkeit geben.

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