Bienen und Menschen schwärmen aus

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Was für Brummer! Bienen, hier an der Schranne, sind die Werbeträger für den Saatgut-, Öko- und Regiomarkt am Samstag in Ilertissen.  Foto: 

Die Bienen sind schon ausgeschwärmt in Illertissen. Tausendfach schwirren sie in Schaufenstern oder ziehen als hölzerne Aufsteller auf Plätzen und an Straßen die Blicke auf sich. Am Samstag sollen nun auch die Menschen in die Stadt und zur Historischen Schranne schwärmen –   zum zweiten Saatgutmarkt, der um die Bereiche „Regio“ und „Öko“ aufgestockt wurde.  Parallel dazu läuft „Kraut und Krempel“ auf der Jungviehweide. Die Sogwirkung des seit Jahren etablierten Highlights der Staudengärtnerei Gaissmayer will man erneut nutzen.

Bürgermeister Jürgen Eisen spricht von einer „genialen Gemeinschaftsleistung“: Stadt, Werbegemeinschaft, Vereine, Institutionen und die Staudengärtnerei ziehen an einem Strang. Auf dass auch dieses Angebot der Gartenstadt, wie Illertissen sich gern sieht, gut angenommen werde.

Saatgutmarkt Das Bewusstsein schärfen für die Bedeutung alter, samenfester Gemüsesorten, die der Mensch im Laufe der Jahrhunderte vermehrte: Das ist das Ziel des Saatgutmarkts, der im vergangenen Jahr unter der Regie von Dieter Gaissmayer von der gleichnamigen Staudengärtnerei erfolgreich Premiere feierte. Seit die Saatgutzüchtung in der Hand  weniger Konzerne konzentriert werde, gehe die Vielfalt verloren, sorgt sich Gaissmayer.  Der Mann vom Fach hat erneut seine Kontakte spielen lassen und namhafte Aussteller und Referenten gebucht. Um die Vielfalt zu demonstrieren, bringt allein der Verein zur Förderung der Gartenkultur 1000 Saatgutproben mit. Kartoffelkönig Christian Müller hat schwäbische, europäische und südamerikanische Kartoffeln im Gepäck, 200 Chilisorten hält Rudi Kerschbamer vor. Der Chili-Experte aus Südtirol hat sogar eigens für die Illertisser Veranstaltung eine Chilisorte angebaut, die in hiesigem Klima gedeiht. An einem anderen Stand erfahren die Gäste, was es mit einer Bohnenpatenschaft auf sich hat. Nach der Eröffnung durch Bürgermeister Eisen (10 Uhr) gibt es Vorträge im Halb-Stunden-Takt.

Öko- und Regiomarkt Etwa zwei Dutzend Aussteller beteiligen sich mit Informationsständen. Dabei geht es um biologische Erdaufbereitung, Dachbegrünung, um Alternativen zum Verbrennungsmotor in Autos, erneuerbare Energien, den Klimawandel oder das Düngen mit Schafwolle. Die Klasse acht der Mittelschule demonstriert ihren Solarkocher. Für eine abwechslungsreiche Speisekarte ist genauso gesorgt wie für musikalische Unterhaltung und ein eigenes Programm für Kinder.

Kraut und Krempel Seit Jahren zieht die Veranstaltung Besucher zu Tausenden auf die Jungviehweide. Neben einem Flohmarkt mit Nützlichem und Deko rund um den Garten gibt es stündliche Führungen durch die Gärtnerei sowie im Stundentakt Fachvorträge: beispielsweise zum Tomatenanbau, zu Zwiebelblühern, zur Kräutermedizin der Hildegard von Bingen oder zur Kräuterlehre.

Info Auswärtige können auf den Parkplätzen bei der Jungviehweide oder auf dem Festplatz parken. Ein kostenloser Bus pendelt alle 20 Minuten zwischen der Jungviehweide und der Innenstadt. Weitere Informationen unter www.gaissmayer.de und www.illertissen.de

Gefragter Gast Es gibt in Südtirol ein Dorf, in dem fast 80 Prozent der Bevölkerung für ein totales Pestizidverbot gestimmt haben. In Mals, gelegen auf halber Strecke der Panoramastraße vom Reschenpass nach Meran, wollen die Menschen ihr Dorf und ihre Umgebung so erhalten wie beides seit Jahrhunderten ist. Sie wehren sich gegen eine Apfelmonokultur. Und damit gegen Mächtige in Politik und Pharmaindustrie. 14 000 Protestmails gingen beim Landeshauptmann der autonomen Provinz ein. Filmemacher und Autor Alexander Schiebel, derzeit überall gefragter Referent, erklärt, wie es dazu kam. Der Eintritt zur Veranstaltung in der Schranne am Freitag, 7. April, ist frei.

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