Bedürfnisse der Senioren im Fokus

Wohnen, Freizeit, Pflege: Beim Auftakt des Strategieprozesses „Gut alt werden können in Roggenburg“ diskutieren Bürger und Experten zahlreiche Ideen. Sie sollen in ein Konzept münden.

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Bürgermeister Stölzle diskutiert mit Experten und Bürgern über die Themen Wohnen, Pflege und Beratung.  Foto: 

Jugendliche haben bereits seit Jahren eine eigene Plattform in Roggenburg. Unter dem Motto „Jugend spricht“ können sie Anregungen zum örtlichen Freizeitangebot einbringen und Veränderungen aktiv mitgestalten. Einen ähnlichen Strategieprozess hat die Gemeinde nun für die ältere Generation gestartet: Bei einer Expertenrunde im Bildungszentrum tauschten sich Mitglieder von Seniorentreffs, Verbänden und Kirchen zusammen mit Ärzten und Pflegedienst-Anbietern über die derzeitige Lebens- und Wohnsituation von Senioren in Roggenburg aus.

Die Moderation des Abends übernahm Sabine Wenng von der Arbeitsgruppe für Sozialplanung und Altersforschung (AfA). Sie erläuterte in ihrer Einführung die Kernbereiche Wohnen, Soziales und Pflege. „Diese drei Bereiche sind für Senioren und für unseren Strategieprozess relevant“, sagte Wenng. Bei dem Punkt Wohnen gehe es insbesondere um gemeinschaftliche Wohnprojekte sowie um einen altersgerechten Umbau von Häusern. Der Punkt Soziales umfasse Orte der Begegnung, etwa Dorfläden oder Vereine. Bei der Pflege brauche es außer ambulanten Angeboten professionelle Dienste zur Entlastung von Angehörigen.

Im zweiten Teil der Auftaktveranstaltung diskutierten die Teilnehmer in drei Arbeitsgruppen über bestehende Angebote in Roggenburg und konkrete Projektideen. Dabei wurde deutlich, dass sich der Sozialverband VdK und verschiedene Vereine bereits intensiv um die ältere Generation kümmern. Monatstreffs, Ausflüge, Fahrdienste und Pflegeberatungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Allerdings stellte die Expertenrunde fest, dass die Angebote nicht allen Senioren bekannt seien. „Eine Infoveranstaltung oder eine Übersicht im Gemeindeblatt wären mögliche Ansatzpunkte“, sagte Archivar Lothar Mareis.

Beim Punkt Wohnkonzepte erarbeiteten die Teilnehmer verschiedene Vorschläge: Eine Gruppe sprach sich für ein betreutes Wohnen in kleineren Einheiten aus. Am Nachbartisch machten sich die Anwesenden dagegen für die Errichtung eines zentralen Wohnblocks mit günstigen Wohnungen für Senioren stark. „Man könnte dafür auch ein bestehendes Gebäude wie das leerstehende Schloss nutzen“, sagte Mareis. Christiane Bader vom VdK setzte sich für den verstärkten Bau von barrierefreien Mietwohnungen ein. Ideen kamen ferner zum Punkt Freizeitgestaltung: So schlugen die Teilnehmer etwa den Bau einer Boccia-Bahn vor.

„Ich bin glücklich und zufrieden mit den Ergebnissen“, sagte Moderation Wenng am Ende der zweistündigen Runde. In den kommenden Wochen sollen die gesammelten Ideen weiter diskutiert werden. Für das kommende Jahr sind ein Workshop für Senioren und eine Bürgerbefragung geplant.

Bilanz Bürgermeister Mathias Stölzle freute sich über das „großartige  Engagement der Anwesenden“. Er betonte, dass das Thema auch künftig nicht nur der Gemeinde angehängt werden darf. „Ich bin überzeugt, dass es uns gelingt, Roggenburg Stück für Stück umzugestalten, sodass man hier gut alt werden kann.“

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