Basis an Brücke: Habe Problem mit Eldis

Die Integrierte Leitstelle von Feuerwehr und Rettungsdienst läuft. Nur das Einsatzleitsystem schwächelt - zum Glück nicht im Einsatz.

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Es ist fast so wie in der Werbung, in der es hauptsächlich schön, positiv, stimulierend zugeht. Bisweilen auch höflich verschleiernd. Die im November in Betrieb gegangene Integrierte Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienste in Krumbach funktioniert - ebenso wie die einheitliche Notrufnummer 112. Ob sich diese Zufriedenheit der Akteure, die auch für den Landkreis Neu-Ulm zuständig sind, aufgrund oder trotz des in Österreich eingekauften Einsatzleitsystems Eldis eingestellt hat, lässt sich nur erahnen.

Die Stimmung tendiert zum "Trotz" - obwohl die Kritik an der Firma, deren Software alle bayerischen Leitstellen verwenden, in Schwaben noch verhalten ist. Wer offen kritisiert, gerät in Internet-Foren schließlich leicht in den Generalverdacht, zu blöd für Computersysteme zu sein. Die Würzburger zum Beispiel, die sich gegenüber dem Bayerischen Rundfunk am lautesten beschwert haben. Fehlerhafte örtliche Zuordnungen, fehlerhafte Alarmierung der nächstgelegenen Feuerwehren bis hin zum totalen Wegfall von notwendigen Alarmierungen, berichten dazu die Coburger. In Nürnberg hat die Integrierte Leitstelle die Beschwerden satt und verweist die Leute von der Berufsfeuerwehr, die Berichte für die Einsatzverwaltung schreiben müssen, postwendend an die Stadtverwaltung.

Auch der Zweckverband für die Integrierte Leitstelle Donau-Iller hat seinen eigenen sprachlichen Umgang mit Eldis gefunden. Ein Zitat aus dem jüngsten Statusbericht: "Das Einsatzleitsystem Eldis III By läuft im Moment in der Version 1.9.4 und dem Hotfixstand 6. Nachdem das Update 1.9.4 noch Fehlerquellen beherbergt, wird von Seiten des Anbieters Eurofunk Kappacher an einem Servicepack 6 gearbeitet, welches zur Fehlerbehebung der Version 1.9.4 dient." Einer, der doch eher als Freund des klaren Wortes bekannt ist, rügte bereits im vergangenen Jahr, dass seine Kreisverwaltung vom Neu-Ulmer Schreibtisch aus keinen Zugriff auf die Krumbacher Datenverwaltung hat. Die Folge könne man in Zeiten von Klimaerwärmung und steigenden Spritpreisen niemandem erklären: Dass die Leute von Landrat Erich Josef Geßnef immer zwischen Neu-Ulm und Krumbach hin und her pendeln müssen. Im Januar schrieb der Zweckverband an das Innenministerium - eine staatsministerielle Antwort steht noch aus.

Auch der neueste Notruf von der Basis à la "Habe Problem mit Eldis" verhallte. Zwar seien "die bisherigen Dispositionen ohne größere Probleme verlaufen", erklärt der Zweckverband. Doch sei es derzeit nicht möglich, verlässliche Statistiken aus Eldis abzuleiten. Beim Abrufen der Daten aus dem System sei aufgefallen, dass darin nicht nachvollziehbare Einsätze enthalten sind. Der Zweckverband: "Von der Firma Eurofunk Kappacher kann im Moment keine Aussage getroffen werden, wann eine verlässliche Auswertung möglich ist."

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