Auf den Spuren der Weißenhorner Maler Museumsnachmittag und Kinderführung

Kinder und Museen - eine Kombination, die durchaus funktioniert. Das war jetzt in Weißenhorn beim Museumsnachmittag zu beobachten.

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Wer sagt, dass Museumsführungen für Kinder trocken und langweilig sind? Wenn Kirchenmalerin Nicola Spies Kindern lebendig und spannend die Schätze der Weißenhorner Geschichte zeigt, dann hören sogar die ganz Kleinen genau hin. Wie am vergangenen Sonntag. Parallel zum Museumsnachmittag im Heimatmuseum war im alten Rathaus die Ausstellung "Schätze aus dem Depot" zu sehen. Gezeigt wurden 40 Gemälde, die bislang noch nicht zu sehen waren.

"Weiß jemand von euch, wie dieses Gebäude in den vergangenen Jahren genutzt wurde?", fragte Spies zu Beginn der Führung. Die Antwort der Kinder kam prompt: "Das war doch unser Rathaus!" Die Kirchenmalerin wusste noch viel mehr über das Haus zu erzählen: "Erbaut wurde es 1750, damals als Wohnhaus für Stadtbedienstete wie Türmer oder Nachtwächter."

Im zweiten Obergeschoss des früheren Rathauses angekommen, stellte Nicola Spies zunächst die bekannten Weißenhorner Maler Franz Martin Kuen (1719-1771), Konrad Huber (1752-1830) und Anton Bischof (1877-1962) vor. Eines der Portraitbilder zeigt Leutnant Göpel und seine Frau - gemalt von Konrad Huber im Jahr 1814. Die Kinder stellten fest, dass Frau Göpel in der einen Hand eine Vergissmeinnicht-Blüte hält, in der anderen einen Fruchtkorb. Nicola Spies erklärte, warum: "Die Blüte soll für Treue und Zuneigung stehen, der Fruchtkorb für eine kinderreiche Ehe." Wenig später wurde die Aufmerksamkeit der Kinder auf zwei Teilentwürfe für Deckenfresken gelenkt, die Franz Martin Kuen 1744 für die ehemalige Klosterbibliothek Wiblingen entworfen hat.

Die Führung endete mit Bildern aus Weißenhorn. Eine Darstellung von Ludwig Haberes aus dem Jahr 1800 zeigt das Obere Tor und die alte, später abgebrannte Kirche. "Welche Unterschiede zur heutigen Zeit erkennt ihr?", wollte Spies wissen. Den Kreisverkehr auf dem Hauptplatz habe es damals noch nicht gegeben, sagte ein Mädchen.

Ernst wurde es für die Kids nach der Führung: Sie mussten bei einem Quiz zeigen, wie gut sie aufgepasst hatten und neun Fragen beantworten. Am Besten schnitten Kilian und Eva ab, die ein Puzzle und ein Memory mit Bildern aus der Sonderausstellung als Preise erhielten. Für die anderen gab es Trostpreise.

Die Kinderführung war nur ein Angebot des Museumsvereins am Sonntag. Für die Erwachsenen bot Kunsthistoriker Matthias Kunze unter dem Motto "Eine Reise in die Zukunft des alten Rathauses" eine Führung durch die Sonderausstellung an. Kunze hofft, dass es in dem derzeit leerstehenden Gebäude schon bald mehr Veranstaltungen des Heimatmuseums geben wird: "Wir haben fast 200 Bilder in unserem Depot. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, dass in dieses Gebäude eine Gemäldegalerie kommt und wir somit unsere Bilder einer breiten Öffentlichkeit zeigen können."

Im Erdgeschoss des alten Rathauses präsentierte Josef Feistle seine Weißenhorn-Filme, in denen Impressionen von der Schranne und vom Umbau der Schlösser festgehalten wurden. Auch im Heimatmuseum war einiges geboten. Dort führte Museumsleiter Wolfgang Ott durch die Weißenhorner Geschichte und stellte neue Werke vor.

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