Klimaschutz beginnt beim Konsum

Roggenburg.  Weniger verbrauchen, muss nicht unbedingt Verzicht bedeuten. Auch nicht weniger Spaß am Leben: Klimaschutz durch Veränderung des Konsums - dafür wirbt zurzeit die Verbraucherzentrale in Roggenburg.

Es ist wie vor 20 Jahren beim Grabenkampf um die Verringerung der Müllberge - als es um die Einschätzung ging, wie groß die Bereitschaft der Menschen zur Mülltrennung ist. Mehr als 25 Prozent Recycling-Quote? Geht gar nicht, sagten jene, die Müllverbrennungsanlagen bauen wollten. Geht nicht, gibts nicht, hielten Umweltschützer entgegen. Heute gilt eine Recyclingquote von 50 Prozent kaum mehr als sportliche Herausforderung. Die Herausforderung des neuen Jahrzehnts wird sein, das Treibhausgas Kohlendioxyd zu reduzieren und damit die globale Klimaerwärmung und deren Folgen zu mildern. Auch wenn es zurzeit draußen schneit: Insgesamt wird das Klima wärmer, das Wetter extremer, stürmischer - unberechenbar. Für die bayerische Verbraucherschutzministerin Beate Merk ist dies kaum mehr von der Hand zu weisen. "Wir heizen unsere Atmosphäre auf mit immer mehr Abgasen."

Und wer solls ändern? Für 87 Prozent der Deutschen sei es wichtig, persönlich zum Klimaschutz beizutragen, so die Ministerin. Über das Wie informiert die Verbraucherzentrale Bayern mit einer Wanderausstellung, die während der kommenden vier Wochen im Foyer des Bildungszentrums im Kloster Roggenburg Station macht. Das Kloster Roggenburg sei der ideale Standort, um das Thema Energie zu diskutieren: 40 Prozent weniger Verbrauch als nach der Einsparverordnung vorgeschrieben. Für Merk ist es ein echtes Vorbild in Sachen Klimaschutz.

Marion Breithaupt-Endres vom Vorstand der Verbraucherzentrale Bayern ergänzte bei der Eröffnung der Ausstellung "Klima schützen kann jeder": Mit optimierter Holzhackschnitzelheizung und vorbildlicher Dämmung habe das Roggenburger Umweltzentrum die technische Umsetzung von Klimaschutz vorangetrieben. "Menschen zu einem umweltgerechten Lebensstil zu motivieren und die Vernetzung ökologischer Kreisläufe erfahrbar zu machen, gehört mit zu den Aufragen und Zielen ihres Bildungszentrums." Impulse für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Welt gebe das Kloster mit vielen Veranstaltungen - mit Schulklassenprogrammen oder dem Kochkurs "Klimaschutz in der Küche" zum Beispiel, der die Verwendung von saisonalen, regionalen und biologisch erzeugten Lebensmitteln in den Mittelpunkt stellt. "Ihre Angebote und unsere Botschaften ergänzen und unterstützen sich gegenseitig."

Wie Klimaschutz im Alltag umgesetzt werden kann, dazu gibt die Ausstellung Tipps. "Um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, müssen wir langfristig unseren CO2-Ausstoß auf ein verträgliches Maß von 2,5 Tonnen im Jahr senken." Zurzeit bringt es jeder Bundesbürger auf 11 Tonnen im Jahr. Der Weltdurchschnitt beträgt 4 Tonnen. Das Ziel ist hoch gesteckt. Doch "haben wir als Verbraucher es einfach: Wir können sofort damit anfangen." Wie, das zeigt die Ausstellung der Verbraucherzentrale, die vom bayerischen Umwelt- wie auch dem Verbraucherministerium gefördert wurde. Seit zwei Jahren war diese in Rathäusern, Bank-Foyers, Stadtbüchereien, in Einkaufszentren, Museen und Messen zu sehen. Es geht darum, die Verbraucher sensibel zu machen für die Folgen des Konsums. Auch dies sei Verbraucherschutz. Mit Tipps für den Alltag müsse es gelingen, den Verbraucher zu einem verantwortlichen Verhalten zu befähigen. Zu einem Handeln, das soziale Verträglichkeit, den Schutz der Umwelt und die wirtschaftliche Vernunft vereint.

Die Organisatoren hoffen, in dem Umweltzentrum über junge Menschen und einfache Lösungen das Umdenken im Konsum zu bewirken. Auch mit einem Fragespiel, das über sechs Stationen zeigt, wie sich der Ausstoß von Kohlendioxid vermindern lässt. Zum Beispiel beim Kauf von Lebensmitteln. Wie bei jeder guten Ernährung gilt weiterhin: je frischer, desto gesünder. Für den Klimaschutz gilt dazu: je näher, desto besser. Lebensmittel zu kaufen, die nicht über weite Strecken und mit hohem Energieaufwand transportiert werden mussten. Und was gibts da bei uns im Winter jenseits von Orangen aus dem Süden und Auberginen aus Chile? "Rosenkohl" - "eingelagerte Äpfel" - "Lauch". Die Einkaufs- und Kochvorschläge purzeln schnell in der Diskussion der ersten Klasse, die den Klima-Parcours der Verbraucherzentrale im Foyer des Roggenburger Bildungszentrums am Kloster durchlaufen haben.


Kommentare (1)

12.02.2010 08:07 Uhr |  schnott

Klimaschutz betrifft auch Behördeninitiativen

Energie Einsparen, betrachten sie bitte genau die Einschaltzeiten der Straßenlaternen für die Sicherheit der Bürger. Es geschieht meistens nach einem kostet ja nichts Prinzip und nicht nach Notwendigkeit, kostet ja nichts. Die Sicherheit beginnt wenn es Dunkel IST nicht schon wenn es Dunkel wird, ungefähr Sonnenuntergang laut Kalender.
Da keiner reagiert hat habe ich Petitionen an Bundesländer, Berlin und Brüssel gefertigt als persönlichen Beitrag.
Behörden sollten Ideen nicht einfach abwürgen sie verwalten Geld der Bürger.
mit freundlichen Grüßen Otwin Sschneider

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