AKW Gundremmingen: Sicherheitsventil schließt nicht

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Es sollte das letzte Mal sein, dass Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen mit dem Stromnetz verbunden wurde. Doch dann machte ein Defekt eine Reaktorschnellabschaltung notwendig. Dazu genügte ein Knopfdruck, sagte Tobias Schmidt, Sprecher der Betreibergesellschaft am Dienstag. Die Reparatur werde ein paar Tage dauern, dann soll dieser Teil des Kraftwerks tatsächlich zum letzten Mal ans Netz gehen. Am 31. Dezember muss Block B entsprechend dem Atomgesetz endgültig von Netz genommen werden. Dann kann der Rückbau beginnen (siehe Infokasten).

Für die letzte turnusmäßige Revision war Block B am 3. Februar vom Netz genommen worden. Außer Wartungsarbeiten stand der Wechsel eines Teils der insgesamt 784 Brennelemente an, die den Reaktorkern bilden. 72 neue Elemente wurden eingesetzt. Zudem wurden acht Gebrauchte aus dem Lagerbecken genommen, die mit plutoniumhaltigen Mischoxid gefüllt sind.

Bis vergangenen Montag war die Revision dem Kraftwerkssprecher zufolge termingerecht verlaufen. Alle vorgeschriebenen Prüfungen waren absolviert, der Reaktor bereits wieder mit dem Stromnetz verbunden. Als letztes seien die Sicherheits- und Entlastungsventile zwischen Reaktor und benachbarter Kondensationskammer getestet worden, und eines der elf Ventile habe sich zwar öffnen, aber nicht wieder schließen lassen. Wie vorgeschrieben, sei der Reaktor daher rasch abgeschaltet worden, erläuterte Schmidt.

Reaktor und Kondensationskammer befinden sich innerhalb des so genannten Sicherheitsbehälters. Radioaktivität sei deshalb nicht ausgetreten. Weder Mitarbeiter noch Umwelt seien durch den Zwischenfall gefährdet worden. Trotzdem handelt es sich um ein meldepflichtiges Ereignis, das heißt: Die Betreibergesellschaft muss das bayerische Umweltministerium als atomrechtliche Aufsichtsbehörde über den Defekt informieren. Wie es zu der Panne kommen konnte, steht Schmidt zufolge noch nicht fest. Jedenfalls würden die Ventile nach der Reparatur erneut einem Funktionstest unterzogen.

Zu einem ähnlichen Defekt war es Anfang Januar in Block C, dem baugleichen anderen Teil des Kraftwerks, gekommen. Damals war – ebenfalls nach einem Wechsel der Brennelemente – eines der elf Sicherheitsventile undicht. Nach Betreiberangaben handelte es sich um eine „Spiegelleckage“, bei der lediglich eine geringe Menge Dampf ausgetreten sei. Für die Reparatur musste der Reaktor in Gundremmingen trotzdem wieder vom Netz genommen und abgeschaltet werden. Ein paar Tage später produzierte Block C wieder Strom.

Mit dem Alter des Kraftwerks, das vor 33 Jahren in Betrieb genommen wurde, hätten diese Defekte nichts zu tun, sagte Kraftwerkssprecher Schmidt: „Die Sicherheitsventile werden turnusgemäß ausgetauscht.“

Abbau

Dem Atomgesetz zufolge wird Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen am 31. Dezember 2017 abgeschaltet, Block C am 31. Dezember 2021. „In Gundremmingen soll wieder eine grüne Wiese entstehen“, hat die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) kürzlich verkündet. Das zu beschließen, ist allerdings Sache der Eigentümer – die Betreibergesellschaft gehört zu 75 Prozent dem RWE-Konzern und zu 25 Prozent der Eon-Tochter Preussen Elektra. Die Entscheidung, was eines Tages aus den Gebäuden wird, stehe noch aus, sagte Kraftwerkssprecher Tobias Schmidt gestern. Möglich sei zum Beispiel „eine industrielle Nachnutzung“. Der Zeitplan des Unternehmens sieht vor, dass alle Anlagenteile beider Kraftwerksblöcke bis Ende 2040 ab- oder ausgebaut sind. Das betrifft nicht die Gebäude, deren Abriss gesondert beantragt und genehmigt werden muss. Und auch nicht das Zwischenlager für gebrauchte Brenn­elemente. Der Betrieb dieser Lagerhalle auf dem Kraftwerksgelände ist bis ins Jahr 2046 genehmigt.

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Das Atomkraftwerk Gundremmingen

Erbaut wurde das Atomkraftwerk Gundremmingen 1976. Seit 1984 ist es in Betrieb. Jedes Jahr kommt es zu mehreren Ausfällen. Dennoch bleibt Gundremmingen am Netz und liefert weiterhin jährlich rund 21 Milliarden Kilowattstunden Strom.

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