Städtebau: Ästhetik bis in den letzten Winkel

Viel ist passiert, noch mehr soll kommen: Das war die Quintessenz bei der Vorstellung des neuen Städtebaulichen Entwicklungskonzepts, das der Markt Altenstadt nun angeht.

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Die Wohn- und Geschäftshäuser entlang der Memminger Straße könnten im Zuge weiterer Maßnahmen aufgewertet werden.  Foto: 

Nicht mehr lange, dann gibt es in Altenstadts neuer Mitte Aufenthaltsqualität, einen Ortsmittelpunkt, der Alt und Jung gleichermaßen zum Verweilen einladen will. Über zwei Millionen Euro hat sich der Markt seine Innerortsentwicklung kosten lassen; Geld, das hauptsächlich aus Fördertöpfen der Städtebauförderung kam. Wenn im Herbst planmäßig der neue Marktplatz in Altenstadt eingeweiht wird, soll mit der Ortsverschönerung aber noch lange nicht Schluss sein.

„Es gibt hier noch viel Handlungsbedarf“, sagte die Architektin und Stadtplanerin Sylvia Haines, die vom Markt Altenstadt beauftragt wurde, ein „Integriertes Nachhaltiges Städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) auszuarbeiten. Denn nur so komme man für weitere städtebauliche Maßnahmen an Fördergelder. „Für eine Förderung bestimmter Maßnahmen muss ein solches Entwicklungskonzept vorgelegt werden“, sagte Bürgermeister Wolfgang Höß, der nach den Ausführungen der Stadtplanerin von dem gleichnamigen Planungsbüro in Rimpar nur verlegen schnaufte: „Ich habe nicht gewusst, was da an Arbeit auf uns zukommt.“

Nicht in Stein gemeißelt

Denn die Ziele, die Haines formulierte, waren umfassend, berücksichtigen jede nicht vollends ästhetisch ausgestaltete Ecke im Marktgebiet und reißen Zukunftsvisionen an, die so abwegig klangen, dass sie für die Zuhörer in der Gemeinderatssitzung schon wieder einen gewissen Reiz bedeuteten: „Es gibt so viele Möglichkeiten hier: Etwa bietet sich mit der Iller an, über Wassersport nachzudenken“, sagte Haines, die insgesamt von einem Projektzeitraum von 15 bis 20 Jahren sprach. Und: „Was ich Ihnen hier und heute erzähle, ist natürlich nicht in Stein gemeißelt. Das muss alles zusammen erarbeitet werden.“

Dabei ging es in den Ausführungen nicht allein um Sanierungs- und Neugestaltungsprojekte in Altenstadt, sondern auch in den Ortsteilen. Besonders in Illereichen sah die Planerin Handlungsbedarf: Dort solle das Gebäudeensemble im Bereich der Schlossbrücke in seiner Schönheit erhalten bleiben. Und während in Herrenstetten und der Altenstadter Ortsmitte schon viel passiert sei, gebe es noch Potenzial nach oben. Treffpunkte mit Aufenthaltsqualität auch in den Ortsteilen und eine Aufwertung der historischen Judenhäuser in Altenstadt. Außerdem sprach sie noch von einer Aufwertung des Bahnhofumfeldes, einer Verschönerung des Mühlbaches an der Alten Bleiche, und einem neuen Parkraumkonzept.

Maßnahmenkatalog

Zusammen mit den Marktgemeinderäten will Sylvia Haines nun in einem nächsten Schritt einen Maßnahmenkatalog erstellen, der die Ziele wie einem barrierefreien Ortsbereich, Naherholungsbereiche, ein Konzept für ein Nahwärmenetz oder auch einen gestärkten Gewerbestandort priorisieren soll, damit sie zeitnah realisiert werden können und entsprechende Fördergelder dafür beantragt werden können.

Zudem müssten auch die Anwohner und Bewohner des Marktes stärker in die Planungen einbezogen werden, regte CSU-Ratsmitglied Richard Möst an und erinnerte an die zahlreichen Konzepte und Gutachten, die man bereits für verschiedene Maßnahmen erstellt habe. „Mit diesem Entwicklungsplan haben wir dann einen Leitfaden, an den wir uns halten können.“ Besonders die Bereiche, für die es noch kein Entwicklungskonzept gebe, sollten bei der weiteren Untersuchung der Maßnahmen in den Vordergrund treten, sagte FWG-Fraktionsvorsitzender Robert Heller, und sprach explizit das Thema Mobilität an. Immerhin stehe der Markt mit dem kommenden Ausbau der A7 vor einem steigenden Verkehrsaufkommen. „Mit dem neuen städtebaulichen Entwicklungskonzept haben wir dann künftig die Möglichkeit, unsere vielen kleinen Baustellen zu vernetzen“, resümierte Höß.

Entwicklungskonzept Mit dieser Förderung unterstützt der Bund Städte und Gemeinden bei der Bewältigung neuer Herausforderungen nachhaltiger Strukturen. Dazu gewährt er den Ländern Finanzhilfen, die durch Mittel aus dem jeweiligen Bundesland beziehungsweise der Kommune ergänzt werden. Bis Ende 2015 hat die Städtebauförderung des Bundes in rund 3 200 Städten und Gemeinden rund 7700 städtebauliche Gebietsmaßnahmen mit rund 16,3 Milliarden Euro gefördert. Mithilfe der Bund-Länder-Programme wurden Wohnumfelder aufgewertet, historische Stadt- und Ortskerne saniert, sowie charakteristische Stadtbilder wiederbelebt, benachteiligte Quartiere unterstützt und verkehrliche Belastungen gesenkt. lms

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