Ärger um übervolle Tonnen

Übervolle Mülltonnen sind in Weißenhorn keine Seltenheit. Die Stadt will die kostenlose Entsorgung von draufgepacktem Müll einstellen.

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Weißenhorn - Wolfgang Fendt spricht von einer Unsitte, die man nicht weiter dulden könne, Karl-Walter Simmendinger, langjähriger Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, von einem Ärgernis. Was Fendt und Simmendinger, er ist unter anderem für die Bereiche Wasserversorgung und Müllabfuhr zuständig, ärgert, sind überfüllte Mülltonnen. Vor allem in der Kernstadt Weißenhorn, deutlich seltener in den Stadtteilen, würden die Tonnen häufig über den oberen Rand hinaus befüllt, so dass sich die Gefäße nicht mehr schließen lassen. Mehr noch: Auf die geöffnete Tonne würden Bürger vielerorts noch einen weiteren Sack oder gar deren zwei mit Hausmüll draufpacken. "So dass teilweise der Deckel der Müllgefäße senkrecht hoch steht", wie der Bürgermeister betont. Vor allem bei den größeren Müllgefäßen mit einem Volumen von 120 und 240 Litern werde auf diese Weise eine zusätzliche Menge bis zu 50 Liter pro Tonne beansprucht - eine "Mehrmenge", die bislang kostenlos mitentsorgt worden sei.

Im Interesse der Gleichbehandlung aller Gebührenzahler könne diese Praxis nun nicht weiter hingenommen werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadtverwaltung. Deshalb hat sie die Abfallunternehmen angewiesen, überfüllte Müllgefäße nicht mehr zu entleeren. Das gilt fortan auch für mit Hausmüll gefüllte Plastiksäcke, die mitunter als Zusatzmüll neben die Tonnen bereitgestellt werden. "Uns bleibt nichts anderes übrig als deutlich darauf hinzuweisen und rigoros zu handeln, auch wenn das sicher zu der einen oder anderen Beschwerde führen wird", sagt Karl-Walter Simmendinger. Schließlich müsse die Verwaltung scharf kalkulieren, was die Kosten betrifft: "Wir machen keinen Gewinn, wollen aber kostendeckend arbeiten."

Simmendinger betont: Wem das Volumen seiner Mülltonne hin und wieder nicht ausreicht, der muss sich nicht zwingend eine größere besorgen. Abfall, der nicht in die Tonne passt, kann in Säcke gefüllt werden, die es im Rathaus in der Memminger Straße gibt. Kosten pro Stück: 2,50 Euro. "Nur solche Müllsäcke, die den Aufdruck der Firma Knittel haben, werden entsorgt", sagt Bürgermeister Fendt. Ein günstiges Angebot, findet Karl-Walter Simmendinger: "Vor zehn Jahren haben die bei uns noch 8,50 Euro gekostet."

Insgesamt gelten in Weißenhorn moderate Müllgebühren. "Wir haben die Gebühren in den vergangenen Jahren um fast 20 Prozent gesenkt", sagt Simmendinger. Eine 60-Liter-Tonne kostet demnach derzeit 5,40 Euro pro Monat, für ein 80-Liter-Gefäß sind 7,20 Euro fällig, jeweils bei zweiwöchiger Leerung.

Irritationen hatte es zuletzt überdies wegen nicht oder nur teilweise geleerter Tonnen im Weißenhorner Westen gegeben, berichtete die Verwaltung. Der Grund: In einigen Bezirken hatten sich die Abfuhrzeiten geändert, Mülltonnen wurden vielerorts zu spät vor die Häuser gestellt. Vor allem bei der Leerung der so genannten Papier-Monotonnen habe es Probleme gegeben.

Info Hausmülltonnen und Papier-Monotonnen müssen am Abfuhrtag um 6 Uhr morgens zur Entleerung bereitgestellt werden. Darauf weist die Stadtverwaltung nachdrücklich hin.

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