„Illertissen ist seiner Zeit voraus“

Wenn die Katastrophe kommt, ist der Landkreis gerüstet. Das war die Botschaft dreier Feierlichkeiten rund um die Feuerwehr in Illertissen.

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Es gab kein Grußwort, in dem nicht die Wörter Verantwortung, Engagement und Kompetenz erwähnt wurden. „Schließlich“, brachte es der Illertisser Bürgermeister Jürgen Eisen auf den Punkt, „ist die Feuerwehr nicht nur eine Bereicherung für alle, sondern unverzichtbar.“ Gleich drei Anlässe sorgten am Wochenende in und um die Historische Schranne für Feierstimmung: Neben der Eröffnung der Feuerwehr-Aktionswoche und einem neuen Fahrzeug, stationiert bei der Freiwilligen Feuerwehr in Kellmünz, stand besonders das 50-jährige Bestehen der Illertisser Jugendfeuerwehr im Mittelpunkt.

Alle noch lebenden Jugendwarte seit 1966 waren anwesend, als am Freitagabend der aktuelle Jugendwart Martin Träger einen Rückblick gab auf die vergangenen 50 Jahre. „Illertissen war schon immer seiner Zeit voraus“, sagte Träger. Er meinte damit besonders die Tatsache, dass die Jugendwehr 1966 eine der ersten in Bayern war, die aus der Taufe gehoben wurde. „Und wohin stetiges Fördern führt, sieht man alleine daran, dass die Jugend von damals heute wichtige Ämter bei der Freiwilligen Feuerwehr ausübt“, sagte deren Vorsitzender Klaus Butterhof.

Zum Beispiel Stefan Träger, der sich vor 23 Jahren im Alter von 14 Jahren der Jugendfeuerwehr anschloss. Heute ist er einer der wenigen hauptamtlichen Feuerwehrmänner und arbeitet in Neu-Ulm. Aber auch nur, sagte er, weil in Illertissen alles ehrenamtlich geleistet werde. Damals und heute, das sei schwer zu vergleichen, meint Träger: „Damals ging es darum, Brände zu löschen. Mittlerweile ist die Feuerwehr ja das Mädchen für alles.“

Dementsprechend steht auch die Aktionswoche unter dem bayernweiten Motto: „Wenn die Katastrophe kommt, sind wir bereit.“ Der Hintergrund: Nicht nur in Bayern sind mit den weltweiten Klimaveränderungen und deren Auswirkungen wie Hochwasser die Feuerwehrleute immer mehr gefordert. Besonders das breite Aufgabenspektrum der Feuerwehren soll in der Aktionswoche vermittelt werden: ob Waldbrände, Stürme, Starkregen oder Schnee: „Die Freiwillige Feuerwehr ist durch ihre flächendeckende Präsenz prädestiniert zu helfen“, sagte Kreisbrandrat Bernhard Schmid.

Um auch in der Region auf solche Katastrophen vorbereitet zu sein, wurde dem Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Kellmünz, Oliver Schimek, offiziell der Schlüssel zu einem neuen Fahrzeug übergeben. Der vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bereit gestellte „Schlauchwagen Katastrophenschutz“, der für die Feuerwehren des Landkreises Neu-Ulm genutzt werden soll, sei aber kein Geschenk an die Feuerwehren, sondern an alle Bürger, betonte der stellvertretende Landrat Roland Bürzle.

„Kellmünz ist stolz auf sein neues Fahrzeug“, sagte der Kellmünzer Bürgermeister Michael Obst. Trotz des prominent besetzten offiziellen Feierstunden-Programms kam auch die Jugend in Illertissen nicht zu kurz. Schließlich dürfe man sich um den Nachwuchs nicht erst kümmern, wenn er fehle, erklärte Kreisbrandrat Schmid. Und: „Man darf die Feuerwehr hier als Beispiel dafür nehmen, wie man es richtig macht.“ Anstatt aber bei der Stadtrallye für die neun Jugendfeuerwehren aus dem Landkreis Neu-Ulm selber ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, halfen die Jugendlichen bei deren Organisation mit.

„Nur vereinzelt sind wir bei anderen Wehren als Ersatz eingesprungen“, sagte der 13-jährige Mika Mathes, der der Jugendfeuerwehr aus Pfaffenhofen unter anderem beim Schleifkorbtragen half. Erste bei der Stadtrallye wurde die Jugendfeuerwehr aus Jedesheim, Zweite die Unterrother Wehr und Dritte die aus der Südtiroler Partnergemeinde Prad.

Nach den beiden Veranstaltungen am Freitag und Samstag formulierte dann der Bundestagsabgeordnete Karl-Heinz Brunner als Konsens: „Die Feuerwehr in Illertissen ist vorbildlich.“ Dazu passte auch die Antwort des Illertisser Kommandanten Erik Riedel auf die Frage, welche besonderen Veranstaltungen in der Aktionswoche stattfinden werden: „Die Aktionswoche läuft bei uns doch sowieso das ganze Jahr.“

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