"Das war keine Abrechnung"

Fünf Tage nach dem Eklat beim Abschiedskonzert am Weißenhorner Gymnasium hat sich Orchesterleiter Stefan Kellermann zu Wort gemeldet. Seine Abschiedsrede will er nicht als Abrechnung verstanden wissen.

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Musiklehrer Stefan Kellermann als Dirigent bei einem Konzert des Schulorchesters in Weißenhorn. Archivfoto

Dieses Abschiedskonzert hat mächtig Staub aufgewirbelt in Weißenhorn. Am vergangenen Freitag dirigierte Stefan Kellermann, Musiklehrer am Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium (NKG), sein Schulorchester - wie so oft in den vergangenen achteinhalb Jahren. Kurz nach dem Konzert verkündete Kellermann, die Schule nach Ende dieses Schuljahres verlassen zu wollen. Der Musiklehrer hielt eine viel beachtete Rede. Darin erhob er schwere Vorwürfe an Teile des Lehrerkollegiums. Nun sagte der Musikerlehrer der SÜDWEST PRESSE:"Das war keine Wutrede. Es war auch keine Abrechnung. Ich wollte niemanden angreifen. Wenn ich das gewollt hätte, dann hätte das sicher ganz anders ausgesehen."

Kellermann wollte sich nicht näher zu den Hintergründen des Vorfalls bei seinem Abschiedskonzert äußern."Ich muss um Verständnis bitten, dass ich darauf nicht weiter eingehen kann." Er stellte jedoch noch einmal klar, dass seine Zeit als Lehrer am NKG vorbei ist:"Es ist leider aus bestimmten Gründen so, dass ich auf keinen Fall an dieser Schule weiterarbeiten kann." An welcher Schule der Musiklehrer demnächst unterrichtet, ist nicht bekannt.

Kollegen, Eltern und Schüler waren konsterniert nach Kellermanns Rede am vergangenen Freitagabend. Die meisten Konzert-Gäste wurden vom angekündigten Abschied des Pädagogen überrascht, die deutliche Wortwahl irritierte nach Aussagen von Augen- und Ohrenzeugen viele Anwesende. Zurück blieb vor allem Ratlosigkeit - unddie Frage, warum dieser Abend so aus dem Ruder gelaufen war."Ich finde es traurig, dass sich die Angelegenheit so entwickelt hat", räumte Kellermann ein."Eigentlich sollte doch das Konzert als solches im Vordergrund stehen. Davon ist nun leider keine Rede mehr."

Ursprünglich sei der Auftritt nicht als Abschiedskonzert geplant gewesen. Dann sei es eben doch so gekommen."Ich wollte mich nicht in aller Stille vom Acker machen", betonte Kellermann. Das hätte niemand verstanden. Deshalb habe er sich zu Wort gemeldet:"Ich habe einfach die Gelegenheit wahrgenommen, mich zu verabschieden. Ich wollte mich bei Schülern und Eltern bedanken. Das ist mir nach wie vor wichtig."

Gravierende Fehler seien ihm in den vergangenen Jahren nicht unterlaufen, sagte der scheidende Musiklehrer."Ich habe mir nichts zu Schulden kommen lassen." Das habe auch Schulleiter Klaus Schneikart bestätigt. Der NKG-Direktor war gestern nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Am Sonntag hatte Schneikart betont, er bedauere die Entscheidung des Lehrers, das Gymnasium zu verlassen, das einen musischen Zweig anbietet. Zu Schulinterna wollte sich der Schulleiter, der beim Abschiedskonzert Kellermanns und dessen umstrittener Abschiedsrede dabei war, nicht äußern. Der Elternbeirat des Kopernikus-Gymnasiums wollte auf Anfrage keine Stellungnahme zu dem Vorfall abgeben.

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