„Dampfer-Tom“: Institution in der E-Zigaretten-Szene

Hunderte Essenzen in einer Kommode und mehr als 11.000 Fans auf Facebook. Thomas Zinkler aus Vöhringen ist eine Institution in der E-Zigaretten-Szene.

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  • Dampfer-Tom nennen Freunde Thomas Zinkler. Er weiß jede Menge zum Thema E-Zigaretten – und teilt sein Wissen gerne. 1/2
    Dampfer-Tom nennen Freunde Thomas Zinkler. Er weiß jede Menge zum Thema E-Zigaretten – und teilt sein Wissen gerne. Foto: 
  • Für die Ausrüstung hat Thomas Zinkler eine kleine Werkstatt eingerichtet. 2/2
    Für die Ausrüstung hat Thomas Zinkler eine kleine Werkstatt eingerichtet. Foto: 
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Es ist Sonntagabend in einem Reihenhaus in Vöhringen. Am Tisch wird gegessen und getrunken. Doch über dem runden Holz dampft eine helle, große Wolke. Im Minutentakt wird der Raum immer wieder kurz mit Nebel eingehüllt. Dampfer-Tom, wie seine Freunde Thomas Zinkler nennen, genießt seine E-Zigarette. Auch draußen dampft er gerne mit seinem rund 20 Zentimeter großen Gerät aus Edelstahl. Zinkler gilt als Experte in der Szene. Nach einem Stammtisch in Vöhringen gründete er eine große Facebook Gruppe, die heute mehr als 11.000 Mitglieder hat. Viele Dampfer aus der Region fragen ihn um Rat zu Themen wie Equipment, neue Rezepte und die Zubereitung. Dabei steht Dampfer-Tom stets mit Rat und Tat zur Verfügung.

 „Anfangs schauen die Leute ungläubig, aber das Interesse am Dampfen wird immer größer und so kommt man schnell ins Gespräch“, sagt der 50-Jährige. Seit vier Jahren ist das Dampfen seine große Leidenschaft. „Ich wollte mit dem Rauchen aufhören und dann wurde es meine große Leidenschaft.“ Es gibt hunderte verschiedene Geschmacksarten, Liquids genannt, unter denen der Dampfer wählen kann. Von einfachen Mischungen wie Himbeere oder Zitrone bis hin zu komplexen Kombinationen wie Biskuitrolle mit Erdbeere und Panna-cotta-Waffel mit leicht frostigem Abgang ist alles möglich.

Das ist das sogenannte Liquid, erklärt Zinkler, ein Gemisch aus Propylenglykol, Glyzerin, Wasser, Lebensmittel-Aromastoffen – und bei Bedarf auch Nikotin. Anders als bei normalen Zigaretten findet bei E-Zigaretten keine Verbrennung statt. Alles sei deutlich ungefährlicher als bei Zigaretten, deshalb nutzen viele Raucher das Dampfen beim Übergang ins nikotinfreie Leben. Eine Zigarette hat über 70 krebserregende Stoffe. Dampfen kann man auch ohne Nikotin. Dennoch sind auch die E-Zigaretten umstritten (siehe Infokasten).

Eine Zeit lang gab es in Vöhringen einen Dampfer-Stammtisch. Einmal pro Monat trafen sich die Freunde, man tauschte Erfahrungen über Hardware und neue Rezepte aus. Heute läuft vieles in den sozialen Netzwerken ab. Dampfer-Tom hat deshalb vor einigen Jahren eine Facebook-Gruppe gegründet. 11.400 Mitglieder sind weltweit bei „ASM-Eisaromen“ aktiv. Es gibt Rezeptbücher, Erfahrungen und rege Diskussionen rund um das Thema.

In seinem Haus hat der 50-Jährige einen Raum zu einer kleinen Werkstatt umfunktioniert. Auf dem Tisch stehen kleine Behälter, daneben ein Lötkolben, Draht und in einer Kommode warten hunderte Aromen in verschiedenen Ausführungen. Dampfer-Tom mixt inzwischen selbst. „Man kann einfach viel mehr ausprobieren“, sagt er. Sommerfrüchte mit Energy-Geschmack oder Pfirsich mit Hüttenkäse.

Kleine Werkstatt eingerichtet

Kleine Fläschchen mit verschiedenen Aromaessenzen sind in der Tischmitte aufgereiht. „Jedes Aroma, das die Lebensmittelindustrie hergibt, kann man auch dampfen“, erklärt der 50-Jährige. Viele User fragen den Experten auch um Rat. Welche Mischung ist die beste und welches Gerät hat eine hohe Qualität.

Gewerblich möchte der Kontrolleur für Qualitätssicherung das Ganze aber nicht machen. Lieber teilt er sein Wissen mit anderen Dampfern weltweit über die sozialen Netzwerke.

Unklar Das Bundesinstitut für Risikobewertung kommt zu dem Schluss: E-Zigaretten bergen ernstzunehmende gesundheitliche Risiken, sind aber für Raucher weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten. Denn: Studien zeigen, dass das Schadstoff-Niveau einer E-Zigarette mit Nikotin deutlich unter dem Niveau einer Tabak-Zigarette liegt. Das Deutsche Krebsforschungszentrum erklärt: Das Bronchialgewebe eines Rauchers ist normalerweise bereits vorgeschädigt. Was mit diesem Bronchialgewebe passiere, wenn das Chemikaliengemisch einer E-Zigarette darauf trifft, sei medizinisch noch nicht ausreichend geklärt.

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