Mit Herzblut gespielt

Weißenhorn. 

"Geboren am 17. Mai 1821. Gestorben am 17. Juni 1897. Vor 190 Jahren geboren, vor 114 Jahren gestorben." Mit diesen Worten und mit einer Inschrift auf dem Grabstein des bayerischen Priesters und Hydrotherapeuten Sebastian Kneipp begann im historischen Stadttheater in Weißenhorn das "Kneipp-Solo", ein Ein-Personen-Theaterstück von und mit Fred Strittmatter: "Als Priester liegt mir vor allem das Wohl der unsterblichen Seele am Herzen. Dafür lebe ich und dafür will ich sterben."

Sätze, die den Beginn eines Theaterabends der besonderen Art einläuteten: In sieben Szenen beschrieb, spielte und erlebte der gebürtige Schweizer Strittmatter das Leben und Wirken Kneipps. Eindrucksvoll brachte er die Sorgen und Wünsche des Buben Kneipp zum Ausdruck, beeindruckend stellte er seine Verzweiflung angesichts der eigenen Krankheit und die unbändige Freude über die Ernennung zum Priester dar. Mit vielen Originalzitaten und Texten von Sebastian Kneipp führte Strittmatter sein Publikum auf einer spartanisch eingerichteten Bühne - Tisch, Stuhl, eine Bank, ein Kleiderständer - durch das Leben eines Mannes zwischen Glauben und Medizin.

Beginnend mit der Beerdigung Kneipps in Bad Wörishofen schlug Fred Strittmatter den Bogen über die Kindheit in Stephansried, den Unterricht bei Kaplan Merkle in Grönenbach, die Studienzeit in Dillingen und Kneipps Arbeit als Geistlicher in Boos. Weiter ging es mit dem Prozess in Babenhausen, Kneipps Besuch bei Papst Leo XIII. und selbstverständlich auch den bekannten Wasseranwendungen.

Rund 90 Minuten dauerte Strittmatters Reise durch Kneipps Leben. Eine einmalige Geschichtsstunde, mal heiter, mal ernst. Fesselnd und vergnüglich zugleich. Ein Bilderbogen über einen großen Menschen, mit viel Herzblut und Liebe zum Detail dargestellt, hervorragend gespielt. agr


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Autor: SWP | 09.02.2012

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