Im Zeichen der Veränderung

Weißenhorn.  Die Macher des Weißenhorner Heimatmuseums haben sich für 2012 einiges vorgenommen. Vier Sonderausstellungen sind geplant. Höhepunkt dürfte eine gemeinsame Schau mit dem Gymnasium werden.

"Veränderungen" lautet das Motto, unter dem das Heimatmuseum in Weißenhorn seine Sonderausstellungen in diesem Jahr präsentieren wird. Vier Mal werden die Museumsmitarbeiter die Räume im Parterre für neue Themen umgestalten, wie Museumsleiter Wolfgang Ott jetzt mitgeteilt hat. Noch bis Sonntag, 11. März, läuft die Ausstellung "Warenwelt en miniature". In dieser Schau sind Einkaufsläden im Puppenstubenformat zu sehen. Besucher haben hier die Möglichkeit, am Beispiel der Miniaturen Entwicklungen der Warenwelt und der Ladeneinrichtungen im Lauf der vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte nachzuvollziehen. Das aber ist nicht alles in dem Museum: Das Pendant eines echten historischen Kramladens lässt sich gleich nebenan in der Dauerausstellung des Museums bewundern.

Spannend wird es bei der Jahresausstellung, die am 24. März beginnt und bis 13. Mai dauert. Diese Veranstaltung hat der Heimatmuseumsverein vom Kunstverein "Kultour in Weißenhorn" übernommen. Der Verein Kultour hatte sich, wie berichtet, vergangenes Jahr aufgelöst. Die Mitglieder sind inzwischen, wie angekündigt, dem Museumsverein beigetreten. "Was da kommt, weiß ich noch nicht", sagt Museumsleiter Wolfgang Ott. Künstler aus der Region werden das Thema "Veränderung" in Fotos, Malereien und Bildhauerarbeiten darstellen. Zu der etablierten Veranstaltungsreihe wurden in der Vergangenheit immer wieder zahlreiche hochwertige Kunstwerke eingereicht. "Die Tradition des Kultour-Vereins soll mit der Ausstellung weitergeführt werden", betont Ott.

"Das verschwundene Sudetenland" wird vom 26. Mai bis 1. Juli unter die Lupe genommen. Wie schon bei der Ausstellung "Odsun" (Vertreibung) 2009 in der Schranne, arbeitet das Heimatmuseum auch diesmal eng mit der Schluckenauer Vertriebenengruppe zusammen. Außerdem steuern junge Tschechen Material bei. Sie haben Fotos und Texte zusammengetragen. "Die jungen Leute sind zum Schluss gekommen, dass es vielleicht doch ein Verlust ist, dass die Deutschen vertrieben wurden", erläutert Ott. Die jüngere Generation habe einen anderen Blick auf die historischen Ereignisse als die Erlebnisgeneration. Und: "Diese Ausstellung tut der europäischen Idee gut."

Junge Leute kommen auch bei der folgenden Ausstellung über Schulwandbilder zu Wort. Im Geschichte-Projektseminar am Weißenhorner Nikolaus-Kopernikus-Gymnasium (NKG) beschäftigen sich neun Schülerinnen mit alten Schulwandbildern. "Um 1860 kamen die Schaubilder auf", erläutert Museumsleiter Ott. Physikalische, biologische oder auch geschichtliche Zusammenhänge wurden mit Hilfe der Schaubilder erklärt. "Diese Tafeln waren für Generationen geschmacksbildend, und sie haben auch das Weltbild der Schüler geprägt." Nicht immer zum Wohl der jungen Leute. Auch die Nationalsozialisten benützten die Schaubilder - vor allem um junge Menschen mit ihrer Propaganda zu beeinflussen. Von den 1960er Jahren an wurden die Schulbilder dann mehr und mehr von den Lehrfilmen abgelöst. Gemeinsam mit Schülern des NKG will der Museumsleiter die Schulwandbilder-Ausstellung vom 21. Juli bis 4. November zeigen.

Eine Ausstellung mit dem Krippenverein aus Ichenhausen wird das Jahr beschließen und den Bogen ins neue Jahr spannen. Vom 1. Dezember bis 3. Februar 2013 soll es auch hier um Veränderungen gehen. Und zwar um jene, die in der Krippenbaukunst im Lauf der Jahrzehnte stattgefunden haben.

Zu jeder Sonderausstellung wird es eine Eröffnungsveranstaltung mit zahlreichen Informationen geben. Die Termine werden nach Angaben des Museumsleiters rechtzeitig bekanntgegeben.

Info Weißenhorner Heimatmuseum, An der Mauer 2. Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr.


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Autor: PATRICK FAUSS | 10.02.2012

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