Wasserbüffel im Moos?
Region. Es wird exotisch im Donaumoos: Straußenvögel tummeln sich bereits bei Leipheim. Nun möchte ein Landwirt bei Rammingen Wasserbüffel halten. Darüber beraten Regierungspräsidium und Gemeinde.
Als günstige Landschaftspfleger sind Schafe auf Wacholderheiden im Einsatz. Im Donaumoos geht es exotischer zu: Bei Gundelfingen (Kreis Dillingen) grasen tiefschwarze Angus-Rinder, bei Rammingen könnten asiatische Wasserbüffel die Beweidung übernehmen und gegen die Verbuschung vorgehen. Sie befänden sich in Nachbarschaft zu der Straußenherde, die bei Leipheim (Kreis Günzburg) auf einer Farm lebt.
Jetzt hat ein Ramminger Landwirt beim Regierungspräsidium Tübingen (RP) den Antrag gestellt, auf vernässten Flächen im Ramminger Moos Wasserbüffel halten zu dürfen. Darüber informierte Bürgermeister Karl-Friedrich Häcker den Gemeinderat. Die Wasserbüffel sollen nach Vorstellung des Landwirts, der bisher heimische Kühe hält, auf gemeinde- und landeseigenen Flächen weiden. Die sumpfigen Grundstücke befinden sich am Landesgrenzgraben an den Kreis Günzburg (Bayern). Auf Ramminger Gemarkung wären das 2,5 Hektar. Die hochempfindliche Landschaft ist als Wasserschutz- und Naturschutzgebiet ausgewiesen. Darauf gilt im Grunde Weideverbot, undenkbar, dass dort Büffel gehalten werden.
Trotzdem ist der Antrag des Landwirts nicht aussichtslos. Er beziehe sich auf Grundstücke, die unlängst aus dem Wasserschutzgebiet herausgenommen wurden, erklärt Häcker. Die Landeswasserversorgung hege daher keine großen Bedenken: "Auch wenn die schweren Viecher so auf dem Moos rumtrampeln, dass es Risse im Boden gibt und Oberflächenwasser eindringt, gelangt dieses nicht in die Brunnen der Landeswasserversorgung."
Das Regierungspräsidium schlägt vor, die Büffel-Beweidung als einjährige Testphase laufen zu lassen. Die Flächen sollen mit einem Elektrozaun umgeben werden. Die Anwesenheit der Büffel sei auch für jene Vögel von Vorteil, die auf dem Boden brüten. Anders als Maschinen verschonten sie die Nester.
Das Regierungspräsidium bat in der Sache den Ramminger Gemeinderat um eine Stellungnahme. Dieser vertagte die Entscheidung. Bedenken hatten jene Räte, die als Landwirte tätig sind. Sie bezweifelten, dass ein Elektrozaun ausreicht, um die Büffel von Feldern fern zu halten. Zudem widerspreche eine Büffel-Beweidung dem Projekt "Oberflächenmanagement Donauried". Im Zuge dessen forderten Landwirte einen neuen Graben in West-Ost-Richtung, um Flächen im Donauried zu entwässern. Die Räte beauftragten Häcker, die offenen Fragen mit dem RP zu klären.
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Autor: KURT FAHRNER PETRA LAIBLE | 16.03.2010
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